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Schalker Pech-Fuß erfreut Ribéry Senegals Schwur zerbricht an Algerien

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Gott sei Dank: Algerien gewinnt den Afrika-Cup.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Ein geknickter Schalker steht im Mittelpunkt des Geschehens, und Aliou Cissé, der tief enttäuschte Trainer des Senegal, kann seinem Schwur keine Taten folgen lassen. Mit einem kuriosen Tor schon in der zweiten Minute gewinnt Algerien den Afrika-Cup, Franck Ribéry und seine Frau bejubeln in Kairo den Sieg.

Nach dem Spiel, das ein Höhepunkt seiner Karriere als Fußballer sein sollte, saß Schalkes Salif Sané niedergeschlagen auf dem Rasen. Auch sein Trainer konnte ihn nicht aufmuntern. Aber wahrscheinlich war Aliou Cissé selbst viel zu enttäuscht, um ernsthaft Trost spenden zu können. Als Spieler hatte er schon einmal mit dem Senegal das Endspiel des Afrika-Cups erreicht, 2002 in Mali war das. Er und seine Mannschaft verloren in Bamoko auf tragische Weise im Elfmeterschießen gegen die Kameruner, die vor 17 Jahren in den legendären ärmellosen Trikots spielten und von dem Deutschen Winfried Schäfer trainiert wurden.

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"Wir versuchen, aus unseren Fehlern zu lernen": Salif Sané.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Cissé, damals Kapitän der Senegalesen, verschoss seinen Strafstoß. Hinterher soll er zu seinem Kollegen Salif Diao gesagt haben, wie der jüngst der französischen Sportzeitung "L'Équipe" berichtete: "Ich habe eine Hand auf diesem Pokal gehabt, und er ist mir entwischt. Aber ich schwöre dir, ich werde ihn für mein Volk gewinnen. Als Spieler oder als Trainer." Das ist ihm und seiner Mannschaft am Freitagabend in Kairo nicht gelungen. Gegen Algerien verlor der Senegal, der mit Superstar Sadio Mané vom FC Liverpool als der große Titelanwärter galt, das Finale des kontinentalen Turniers mit 0:1 (0:1). Und damit sind wir wieder bei Sané.

Der 28 Jahre alte Verteidiger des FC Schalke 04 hatte seine Füße bei der Niederlage im Spiel. Der einzige Treffer im Nationalstadion der ägyptischen Hauptstadt fiel bereits in der zweiten Minute. Algeriens Baghdad Bounedjah schnappte sich nach mehreren Ballverlusten des Senegals im Mittelfeld den Ball und stürmte in Richtung Tor. Kurz vor der Strafraumgrenze zog er von links nach innen und schoss. Sané versuchte noch den Ball abzuwehren, warf sich mit seinem ganzen Körper in den Schuss, fälschte den Ball aber so unglücklich ab, dass er als Bogenlampe über Senegals Torwart hinweg ins Tor segelte. Er sei "wirklich enttäuscht, nicht den Traum eines ganzen Volkes zu verwirklichen", ließ er am Morgen nach der Niederlage ausrichten. "Wir versuchen, aus unseren Fehlern zu lernen, um stärker zurückzukommen."

Riyad Mahrez kann sein Glück nicht fassen

Auf der Tribüne jubelte Franck Ribéry, bekannt aus Funk, Fernsehen und seiner langen Zeit beim FC Bayern in der Bundesliga. Seine Frau Wahiba hat algerische Wurzeln. Wie eng die algerisch-französischen Beziehungen sind, zeigte sich in der Nacht auch in Frankreich. Zehntausende Anhänger feierten ausgelassen den Titel. Mit Autokorsos, Hupkonzerten, Feuerwerken und vielen Böllern tauchten sie die Nacht in Toulouse, Straßburg und Marseille in Weiß und Grün. Auch in Algeriens Hauptstadt Algier feierten die Menschen bis zum frühen Morgen den zweiten Titelgewinn. Der zuvor einzige Triumph liegt 29 Jahre zurück.

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Auch Mané ackerte viel, konnte die Niederlage für den Senegal aber nicht abwenden. Die "Löwen von Teranga", wie die Mannschaft aus Westafrika von ihren Fans genannt wird, spielten sich zwar in der Hälfte Algeriens fest, scheiterten aber immer wieder im Abschluss. Mané postete nach der Niederlage einen weinenden Emoji auf Twitter und ein Foto, auf dem er die Hand auf den Sockel mit dem Pokal legt: "Harte Zeiten gerade", schrieb er noch dazu.

Somit bleibt es dabei, dass der Senegal das Kontinentalturnier bislang nicht gewinnen kann. Algeriens Star Riyad Mahrez dagegen konnte sein Glück nach dem Finalsieg kaum fassen. "Ich bin stolz, Kapitän dieser Mannschaft gewesen zu sein und von Millionen Algeriern, die uns in der ganzen Welt bis zum Schluss unterstützt haben", sagte der Star von Manchester City. Mit dem Sieg Algeriens über den Senegal geht ein Turnier zu Ende, das mit schlechten Vorzeichen startete. Noch kurz vor Turnierbeginn kündigte die Fifa an, die Aufsicht über den von Korruptionsvorwürfen und Skandalen belasteten Kontinentalverband CAF zu übernehmen. Nach dem frühen Ausscheiden von Gastgeber Ägypten blieben viele Stadien fast leer. Hinzu kam ein hartes Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen afrikanische Ultras.

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa

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