Fußball

Teure Abwehr, günstige Torhüter So kauft die Liga auf dem Transfermarkt ein

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Lucas Hernández ist der neue Rekordtransfer der Fußball-Bundesliga. 80 Millionen Euro ließ der FC Bayern ihn sich kosten.

(Foto: imago images / ActionPictures)

Die Saison der Fußball-Bundesliga läuft seit gut zwei Wochen, die Klubs haben ihre Kader bis zum Transferschluss am Montag komplettiert. Am meisten Geld ausgegeben hat der Meister, der FC Bayern; am aktivsten aber war Eintracht Frankfurt. Wer zudem am meisten Transfererlöse erzielt hat, für welche Spielposition das meiste Geld ausgegeben werden muss und wie die Bundesligisten im internationalen Vergleich abschneiden, sehen Sie hier.

Das ist nicht überraschend: Der FC Bayern München hat das meiste Geld aller Vereine in der Fußball-Bundesliga ausgegeben, insgesamt 143,5 Millionen Euro für sechs Spieler. Da kommt ein heftiger Transfersaldo zustande, weil der deutsche Meister zwar sogar sieben Abgänge zu verzeichnen hat, diese zusammen aber nur 54 Millionen Euro einbrachten.

Den größten Überschuss hat die TSG Hoffenheim zu verzeichnen, da sie für 14 Spieler insgesamt 111,8 Millionen Euro kassierten, selbst aber nur 32,9 Millionen Euro investierten. Das macht ein Plus von 79 Millionen Euro, den der Vorjahresneunte nun für künftige Transferzeiten auf dem Konto hat. Bemerkenswert ist auch der SV Werder Bremen, der als einziger Klub gar keine Transfereinnahmen erzielt hat. Die Schnäppchenjäger der Liga kommen vom SC Paderborn. Der Aufsteiger verpflichtete elf Profis, zahlte aber nur für einen Neuzugang eine Ablöse - in überschaubarer Höhe von 100.000 Euro.

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In wahnsinnige 33 Wechsel war Eintracht Frankfurt in diesem Sommer involviert, insgesamt 21 Spieler haben die Hessen verlassen - um dann wie die Leihspieler Sebastian Rode, Kevin Trapp oder Martin Hinteregger doch fest verpflichtet zu werden und zurückzukehren. Diese gehören zu den insgesamt zwölf Neuzugängen im Kader des Vorjahreshalbfinalisten der Europa League. Am wenigsten auf dem Transfermarkt unterwegs war Borussia Mönchengladbach mit nur zehn Zu- und Abgängen. Am wenigsten neue Spieler verpflichtet hat Bayer 04 Leverkusen: vier. Allerdings hat Trainer Peter Bosz auch den sehr guten Julian Brandt an seinen Ex-Klub Borussia Dortmund verloren.

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Lucas Hernández ist der teuerste Spieler, der jemals in die Bundesliga gewechselt ist. Für den Franzosen zahlten die Bayern im Sommer 80 Millionen Euro. Natürlich ist der 23-Jährige damit auch der mit Abstand teuerste Transfer dieser Saisonpause. 45 Millionen Euro weniger kostete sein Landsmann Benjamin Pavard, der vom VfB Stuttgart ebenfalls zum FC Bayern wechselte. Direkt günstig kaufte RB Leipzig dagegen ein, als sich die Sachsen die Dienste von Torwart Philipp Tschauner sicherten - 350.000 Euro zahlten sie an den Zweitligisten Hannover 96.

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Der Hernández-Transfer der Bayern treibt die durchschnittliche Ablösesumme für Abwehrspieler kräftig in die Höhe. Insgesamt haben die Bundesligisten ihre Abwehrreihen für 296,5 Millionen Euro verstärkt - und damit für die Defensive das meiste Geld ausgegeben. Ziemlich günstig dagegen waren Torhüter zu haben - für zwölf Schlussmänner zahlten die Klubs durchschnittlich nur 1,2 Millionen Euro. Am teuersten auf dieser Position war Tomas Koubek, der für 7,5 Millionen Euro vom französischen Erstligisten Stade Rennes zum FC Augsburg wechselt. Das meiste Geld kassiert haben die Klubs für Offensivspieler: Insgesamt wurden 243,8 Millionen Euro für 67 Angreifer eingenommen.

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Ja, die Bundesliga hat ordentlich investiert - aber das ist nichts gegen die internationalen Klubs! Irre 307,5 Millionen Euro hat Real Madrid ausgegeben - und damit 177,5 Millionen Euro Miese gemacht. Die Spanier führen damit den Transfermarkt deutlich an - vor zwei Liga-Rivalen der Primera Division. Im Gegensatz dazu wirken die Ausgaben der Bundesligisten FC Bayern und Borussia Dortmund winzig. Die Bayern sind im europäischen Vergleich Elfter, der BVB liegt mit seinen Ausgaben auf Platz 14. Auffällig ist auch: Nur zwei Vereine in diesem Ranking haben ein Transferplus erzielt: Atlético Madrid - das allein für Hernandez (zum FC Bayern), Antoine Griezmann (zum FC Barcelona) und Rodri (zu Manchester City) 270 Millionen Euro erlöste - sowie Juventus Turin, das sogar den 85,5-Millionen-Euro-Transfer von Matthijs de Ligt kompensiert hat.

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Obwohl mit Real Madrid, der FC Barcelona sowie Atlético Madrid gleich drei Vereine der spanischen Primera Division am meisten in ihre Kader investiert haben, ist ihre Liga nicht die ausgabenstärkste Europas. Diesen Titel beansprucht die englische Premier League für sich. Die englischen Erstligaklubs gaben zusammen mehr als 1,5 Milliarden Euro für neue Spieler aus und machten ein Minus von 731 Millionen Euro. Nur knapp mehr als dieses Negativ zahlten alle 18 Klubs der Bundesliga zusammen für ihre Transfers: 742 Millionen Euro. Als einzige europäische Topliga achtete die französische Ligue 1 darauf, nur so viel auszugeben wie auch im Topf vorhanden ist: Ausgaben von 678 Millionen Euro stehen Einnahmen von 835 Millionen Euro gegenüber.

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Insgesamt kauften die Klubs der europäischen Topligen damit für rund 5,5 Milliarden Euro neues Personal ein. Das ist europäischer Transferrekord. Und dabei gingen einige hochgehandelte Spieler etwas überraschend am Ende der Transferperiode nicht über den Tisch. Neymar, Gareth Bale, Paul Pogba und Co. hätten auf diese Bilanz noch eine ordentliche Summe draufsatteln können.

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Quelle: n-tv.de

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