Fußball

"Ob das eine gute Idee ist …" Söder kritisiert EM-Plan der UEFA

Die Fußball-EM 2021 wird mit Fans im Stadion stattfinden. Das plant die UEFA. Sie fordert von den Städten, unter anderem von München, Zusagen, mit wie vielen Zuschauern geplant werden kann. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hält dieses Vorgehen für fragwürdig.

Die zwölf Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft in diesem Sommer inklusive München haben ihre Konzepte für die Ausrichtung der Partien eingereicht. "Wir hatten den 7. April als Deadline gesetzt, deshalb ist es erfreulich, dass sich alle Städte bereits positiv zurückgemeldet haben" sagte UEFA-Turnierdirektor Martin Kallen dem dänischen Sportsender TV3 Sport.

Noch lasse sich aber nicht genau festlegen, mit wie vielen Zuschauern die Städte planen. "Ich kann aber sagen, dass es jetzt gerade von Stadt zu Stadt große Unterschiede gibt, inwieweit die Stadionkapazität voraussichtlich ausgenutzt wird", sagte Kallen. Die Spielorte Rom, Amsterdam und Bilbao planen derweil mit einer Auslastung ihrer Stadien von 25 Prozent. In der italienischen Hauptstadt könnten dann jeweils rund 15.000 Fans zu den insgesamt vier Begegnungen zugelassen werden. Amsterdam plant mit 12.000 Fans, Bilbao mit 13.000.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat derweil wenig Verständnis für diesen forschen Ansatz des Fußball-Großverbands. Im exklusiven Gespräch mit RTL/ntv sagt er: "Im Moment kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen mit großartigen Zuschauerzahlen zu operieren, es dauert ja nicht mehr lange bis zur EM." Er hält auch nichts von den Diskussionen, dass das Turnier nur dort stattfindet, wo möglicherweise Zuschauer komplett zugelassen werden. "Wenn das passieren würde, würde das auch auf Widerstand stoßen." Söder plädiert dafür, die Option Geisterspiele weiter zu verfolgen: "In großen Stadien zu spielen, in ganz Europa, mit der extremen Mobilität – ob das wirklich eine gute Idee ist, das wage ich zu bezweifeln!"

DFB-Vizepräsident ist alarmiert

In diesem nun vollzogenen ersten Schritt mussten die Gastgeber lediglich ihre prinzipielle Bereitschaft für Spiele mit Fans zusichern. Eine Garantie für die Zulassung von Zuschauern wurde in dieser Phase des Entscheidungsprozesses noch nicht verlangt. Doch das wird zeitnah folgen - und ein derartiges Bekenntnis ist von der Stadt München noch nicht zu bekommen.

Derzeit gebe es verschiedene Planungsszenarien, was die Zuschauerfrage betrifft, heißt es in der Mitteilung der Stadt: "Welches Szenario letztlich umgesetzt werden kann, wird vom aktuellen Pandemie-Geschehen im Juni beziehungsweise Juli abhängen." Doch bereits im Rahmen des Treffens des UEFA-Exekutivkomitees am 19. und 20. April oder spätestens bis Ende des Monats soll eine Entscheidung über das Format fallen.

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Bei DFB-Vizepräsident Rainer Koch, Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees, schrillen bereits die Alarmglocken. In anderen Ländern sei nicht nur das Impftempo "deutlich schneller", sondern auch die "Entwicklung sowie Umsetzung von Spielkonzepten mit Zuschauern sehr viel weiter fortgeschritten", sagte der 62-Jährige auf Anfrage des Sportinformationsdienstes. Er könne nur an die Behörden appellieren, "um tragfähige Konzepte für zumindest eine Teilzulassung von Zuschauern auch bei den Spielen in München zu ermöglichen."

Die EM wird am 11. Juni in Rom eröffnet, das Finale steigt am 11. Juli in London. Im Stadion des FC Bayern sollen die drei Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Weltmeister Frankreich (15. Juni), Europameister Portugal (19. Juni) und Co-Gastgeber Ungarn (23. Juni) sowie ein Viertelfinale (2. Juli) ausgerichtet werden.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid

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