Hitziges Ende gegen Union BerlinSt. Paulis Kapitän und Co-Trainer fliegen vom Platz

Der FC St. Pauli verpasst einen ganz wichtigen Sieg im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Bei Union Berlin bringen die Hamburger eine Führung nicht über die Zeit. In der Nachspielzeit wird es kurz hitzig.
Alexander Blessin schwor seine Mannschaft im Kreis mit einer energischen Ansprache auf die nächsten Aufgaben ein, dann holte sich der Trainer mit seinen Spielern Applaus von den mitgereisten Fans ab. Der FC St. Pauli tritt im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga auf der Stelle. Nach Führung verpassten die Hamburger beim 1:1 (1:0) bei Union Berlin die erhofften Big Points im Kampf um den Klassenerhalt.
"Den Punkt nehmen wir mit. Es war kein schönes Spiel", sagte Blessin bei DAZN. Auch Verteidiger Hauke Wahl war zufrieden: "Für uns war wichtig, dass wir den Trend nach zwei Niederlagen in Folge stoppen. Das haben wir getan. Jeder Punkt ist wichtig."
Mathias Pereira Lage (25.) erzielte das Tor für die Kiezkicker, die Abstiegssorgen verkleinerten sich mit nun 25 Punkten auf Relegationsplatz 16 allerdings kaum. Der Vorsprung auf den Tabellen-17. VfL Wolfsburg beträgt nun aber immerhin vier Zähler. Auch Union kann trotz des Treffers von Andrej Ilic (52.) auf Platz zehn noch nicht vollends aufatmen, der Abstand zu St. Pauli beträgt sieben Punkte. Der Hamburger Jackson Irvine sah kurz vor Schluss Gelb-Rot (90.+3), der Kapitän wird die nächste Partie gegen den FC Bayern verpassen.
"nicht mehr so viele Ausrutscher erlauben"
Blessin, der auf Abwehrchef Eric Smith verzichten musste, hatte das Duell als eines von vielen Endspielen bezeichnet, die seiner Mannschaft noch bevorstünden. In diesen könne man sich "nicht mehr so viele Ausrutscher erlauben", hatte der Trainer betont. Doch in der Alten Försterei wurde es zu Beginn direkt brenzlig für seine Mannschaft: Keeper Vasilj, der sich erst am Dienstag mit Bosnien-Herzegowina das WM-Ticket gegen Italien gesichert hatte, war gleich gefordert und parierte einen Abschluss von Danilho Doekhi aus kurzer Distanz (5.).
In einer wilden Anfangsphase bestimmte Union das Geschehen auf dem Platz, die Gäste fanden nur schwer ins Spiel - gingen nach einem sehenswerten Treffer von Pereira Lage jedoch in Führung: Nach einem Freistoß war der Ball zu dem Mittelfeldspieler zurückgeprallt, dieser zog volley aus rund 22 Metern ab. St. Pauli wurde nun allmählich aktiver. Die Köpenicker konnten derweil aus ihren Ballbesitzphasen weiter kein Kapital schlagen, auch weil Vasilj mehrmals entscheidend eingriff.
Union erwischte auch den besseren Start in die zweite Halbzeit, zu deren Beginn beide Fanlager mit Bannern ihren Unmut rund um das Thema Innenministerkonferenz und Stadionsicherheit ausdrückten. Ilic belohnte die Offensivbemühungen der Gastgeber schließlich per Kopfball nach einer Ecke. Union ließ nicht nach, St. Pauli stemmte sich dagegen. In der Nachspielzeit wurde es hitzig. Kapitän Irvine sah Gelb-Rot, Paulis Co-Trainer Peter Nemeth ärgerte sich so sehr darüber, dass er für eine obszöne Geste glatt Rot sah. Kurios: Es waren die einzigen Karten im gesamten Spiel.