Fußball

Gefälschtes Impfzertifikat? Staatsanwalt ermittelt gegen Werder-Trainer

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Gegen den Bremen-Trainer wird ermittelt.

(Foto: picture alliance / nordphoto GmbH)

Das Thema Impfungen beschäftigt den Fußball spätestens seit Joshua Kimmich. In die Debatte um die Vorbild-Funktion der Bundesliga-Stars platzt eine Stellungnahme von Werder Bremen. Gegen Trainer Anfang wurde ein Ermittlungsverfahren wegen der Nutzung eines gefälschten Impfzertifikats eingeleitet.

Wirbel um Bremen-Trainer Markus Anfang. Der sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. Der Zweitligist bestätigte am späten Donnerstagabend Ermittlungen gegen den 47-jährigen ehemaligen Bundesliga-Profi. Der Vorwurf: Er soll ein gefälschtes digitales Impfzertifikat genutzt haben. Am Morgen bestätigte die Staatsanwaltschaft Bremen gegenüber Radio Bremen die Ermittlungen gegen den Bundesliga-Trainer. Zuvor habe das Bremer Gesundheitsamt Strafanzeige gegen Anfang gestellt.

Ein Ermittlungsverfahren ist nach Vereinsangaben eingeleitet worden, doch der Trainer habe die Vorwürfe in einem persönlichen Gespräch entschieden zurückgewiesen. Der Trainer habe "nachdrücklich versichert, vollständig geimpft zu sein und ein gefälschtes Impfzertifikat nicht genutzt zu haben", hieß es in einer Stellungnahme des ehemaligen Bundesliga-Meisters. Anfang selbst zeige sich "irritiert und verärgert" über die Vorwürfe, teilt der Klub mit.

Auffälligkeiten bei Routinekontrolle

"Ich habe genau wie jeder andere doppelt geimpfte Bürger meine beiden Impfungen in einem offiziellen Impfzentrum erhalten und dafür die entsprechenden Aufkleber im gelben Impfpass bekommen", wurde Anfang in der Mitteilung zitiert. "Den habe ich anschließend in der Apotheke digitalisieren lassen und ging selbstverständlich davon aus, dass damit alles seine Ordnung hat. Ich hoffe sehr, dass sich das Thema schnell aufklärt."

Nachdem der Verein die Vorwürfe zunächst unkommentiert in einem Statement auf seiner Homepage veröffentlicht hatte, versicherte Geschäftsführer Frank Baumann am Mittag seinem Trainer das Vertrauen: "Markus hat uns versichert, dass alles korrekt gelaufen und er geimpft ist. Es gibt für uns keinen Anlass, daran zu zweifeln." Gleichzeitig nutzte Baumann eine Medienrunde, um die zuständigen Behörden zu kritisieren: "Bis jetzt ist es so, dass Markus selbst noch überhaupt nicht kontaktiert wurde. Für ihn ist es nicht schön, mit Vorwürfen belastet zu werden, von denen man gar nicht weiß, was genau das Problem ist. Es gibt keine offiziellen Hinweise. Markus ist bereit, mit den Ämtern im Austausch zu sein." Mit neuen Erkenntnissen rechnet Baumann "in der kommenden Woche". Man sei "grundsätzlich sehr eng in der Abstimmung. Warum das in diesem Fall nicht mit dem Betroffenen direkt besprochen wurde, erschließt sich mir nicht ganz."

"Jeder darf seine Entscheidung treffen"

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Der Stein war ins Rollen gekommen, nachdem es im Rahmen der Kontaktnachverfolgung zu einer Routinekontrolle gekommen waren: "Es gab aufgrund des positiven Corona-Falls von Marco Friedl bei uns den Austausch mit dem Gesundheitsamt. Dabei haben wir die Impfausweise hinterlegt, weil nicht-geimpfte Kontaktpersonen in Quarantäne müssten", erklärte Baumann. Verteidiger Friedl war in der vergangenen Woche positiv getestet worden. "Da war es dann so, dass bei dem Impfnachweis von Markus Anfang angeblich etwas nicht klar war." Nach Informationen der "Deichstube" soll sich ein in Anfangs Impfpass vermerkter Impftermin angeblich mit einem Einsatz als Werder-Trainer überschnitten haben.

Bei seinem Dienstantritt am Weserstadion hatte Anfang im Sommer erklärt, noch nicht geimpft zu sein. Erst in der vergangenen Woche jedoch hatte der ehemalige Trainer von SV Darmstadt 98 ein Update zu seinem Impfstatus gegeben. "Ich bin selbst geimpft, aber jeder darf seine Entscheidung treffen", hatte der 47-Jährige der "Bild"-Zeitung gesagt. Die Nutzung eines gefälschten Impfzertifikats ist für Privatleute bei Gebrauch gegenüber Behörden und Versicherungen strafbar. In diesem Fall drohen Geld- oder Haftstrafen.

Quelle: ntv.de, sue

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