Fußball

Helmes, wieder willig in Wolfsburg Stürmer von Magaths Gnaden

32sz4702.jpg4933421307521514329.jpg

„Wieso, weshalb, warum, weiß ich nicht. Das Thema Wechsel ist erstmal erledigt": Patrick Helmes.

(Foto: dpa)

Er will weg, unbedingt. Doch Felix Magath, Trainermanager des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg, will nicht, wie er will. Nun bleibt Patrick Helmes am Mittellandkanal. Und hofft, dass er noch eine Chance bekommt. Denn die Regionalliga ist nicht das, wovon ein Ex-Nationalspieler träumt.

Zumindest darf Patrick Helmes nun wieder mit den Profis mitmachen. Das ist mehr als bisher. Seit November musste er bei den Amateuren des VfL Wolfsburg trainieren und spielen, Regionalliga statt Bundesliga, vierte statt erster Klasse. Das ist nicht das, wovon ein 27 Jahre alter, ehemaliger deutscher Nationalspieler träumt. Deswegen wollte er auch weg, notfalls in die zweite Liga. Eintracht Frankfurt hatte massiv Interesse signalisiert. Und Gerd vom Bruch, sein Berater, hatte versichert, dass es dabei nicht darum gehe, möglichst viel Geld zu verdienen. "Patrick würde Abstriche machen, er will Fußball spielen."

Nun aber ist die Zeit für einen Wechsel verstrichen, die Hoffnung zerplatzte Anfang der Woche am letzten Tag der Transferperiode. "Die Parteien konnten sich nicht einigen", sagt der Berater. Die nächste Chance gibt es erst wieder im Sommer, wenn die Saison zu Ende ist. Patrick Helmes ist immer noch am Mittellandkanal, weil Felix Magath, der Trainermanager der Wolfsburger, es so wollte. Fünf Millionen Euro hatte der VfL vor einem Jahr an Bayer Leverkusen überwiesen, damit Patrick Helmes den Verein wechselt. Und mindestens genauso viel wollte Wolfsburg auch jetzt für ihn haben. Oder er bleibt. Dank der Millionen, mit denen Hauptsponsor Volkswagen den Klub alimentiert, scheint es keine Rolle zu spielen, wenn der Verein wie im Fall Patrick Helmes eben nichts einnimmt.

Als ginge es um Staatsoberhaupt und Straftäter

Der soll es nun noch einmal versuchen dürfen. Und es spricht Bände, dass viele davon sprechen, Felix Magath habe Patrick Helmes begnadigt, als er sagte, der Stürmer bekäme noch eine Chance. Als ginge es hier um ein Staatsoberhaupt und einen Straftäter. Oder wie es Gerd vom Bruch formulierte, als er noch hoffte, dass es mit dem Wechsel in diesem Winter doch klappen würde: "Patricks Schicksal liegt nicht in Gottes Hand, es liegt in Felix' Hand."

Der hatte Patrick Helmes nach nur sechs Spielen in dieser zu Lorenz-Günther Köstner in die zweite Mannschaft geschickt, weil er nicht damit zufrieden war, wie sich der Angreifer auf in der Defensive verhielt. "Seine Stärken sind der Torabschluss und die Chancenverwertung. Das sind nicht die Qualitäten, die wir im Moment in den Vordergrund stellen müssen", lautete die offizielle Version. Tatsächlich soll vor allem aber die Chemie zwischen Spieler und Trainer von Beginn an nicht gestimmt haben. Die "Süddeutschen Zeitung" schrieb dazu: "Dass Helmes mit seiner lässigen Lebensart nicht der ideale Magath-Schüler sein würde, hat jeder ahnen können, als der Trainer nach Wolfsburg zurückkehrte.

Doch im Sommer, als das fußballerische Schicksal von Patrick Helmes noch in der Hand von Patrick Helmes lag und Felix Magath ihn dem Vernehmen nach hätte gehen lassen, hatte der Spieler sich erfolgreich gegen einen Wechsel nach Frankreich gesträubt. Nun hofft er, aus dieser Sackgasse wieder herauszukommen. Und sagt tapfer im Interview mit der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung", dass er froh sei. "Der Trainer denkt sich etwas dabei, wenn er so etwas macht. Auch wenn die Situation zuletzt recht schwer war, habe ich mich auch bei den Amateuren nicht hängen lassen." Wieder in der Bundesliga zu spielen - das ist das, wovon der ehemalige Nationalspieler träumt.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema