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Vini nervt, Chaos bei RealSupertrainer Hansi Flick überkommen die großen Emotionen

11.05.2026, 06:59 Uhr
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Hansi Flick ist zum zweiten Mal spanischer Meister mit dem FC Barcelona. (Foto: AP)

Barcelonas Trainer Hansi Flick erlebt nach dem 2:0 gegen Real Madrid bewegende Meister-Momente im Camp Nou – und bedankt sich bei Fans und Mannschaft für ihre Unterstützung und Anteilnahme.

Die Fans des FC Barcelona hatten das legendäre Camp Nou mit einer großen Choreo in die Vereinsfarben gehüllt. Alles in der katalanischen Metropole war an diesem Sonntagabend bereit, die nächste Meisterschaft in Spanien zu feiern. Und das mit einer süßen Note. Denn Barca hatte den Erzrivalen Real Madrid zum Krönungsball zu Gast. Und der versinkt in diesen Tagen im Chaos. Der folgenschwere Trainingszoff zwischen Aurélien Tchouaméni und Federico Valverde hatte offenbart, wie schlimm es um den taumelnden Riesen steht.

Und er konnte am Sonntagabend nicht beweisen, was er schon so oft bewiesen hat. Real Madrid ist eben Real Madrid, diese nicht zu fassende Erklärung wurde immer wieder herangezogen, um den niemals untergehenden Mythos zu erklären. Auf den letzten Metern zur Meisterschaft des FC Barcelona war Real kein würdiger Gegner, sondern in vielen Momenten nur ein Spielball. Bereits nach 18 Minuten waren die Dinge geklärt. Marcus Rashford traf per Sensationsfreistoß nach acht Minuten, Ferran Torres vollendete einen Traumangriff zehn Minuten später.

Nur Courtois ist in Form bei Real

Barcelona feierte und versuchte weitere Tore zu schießen. Das gelang aber nicht mehr. Real-Keeper Thibaut Courtois war der einzige Mann seines Teams, der in Form war. Aber nicht der einzige, der im Mittelpunkt stand. Denn da war wieder einmal der polarisierende Vinicius Junior. Der hatte sich von den Rängen einigen Spott anhören müssen und reagierte mit einer provokanten Geste. Er erinnerte die Fans an die 15 CL-Triumphe seines Teams, während Barca dem Henkelpott nun schon elf Jahre verzweifelt hinterherrennt. So auch in dieser Saison. Der Brasilianer bekam für seine Geste weitere Pfiffe und eine Ansage von Barca-Youngster Gavi: "Ich habe ihm gesagt, er soll den Mund halten." Es war eine kurze Empörung, die nach dem Spiel schnell vergessen war.

Nun aber stand da die Meisterschaft, die 29. in der Vereinsgeschichte. Und der Jubel darüber war ausgelassen. Nur nicht bei Trainer Hansi Flick. Der hatte am Spieltag einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen müssen. Sein Vater war verstorben. "Es ist ein harter Tag für mich, den ich nie vergessen werde. Mein Team ist fantastisch, ich liebe es, es ist wie eine Familie für mich", sagte er tief bewegt, nachdem er sich für das Siegerfoto ein Lächeln abgerungen hatte. "Ich bin stolz, es ist großartig, in diesem Stadion gegen Real Madrid den Titel zu gewinnen." Als er einen kleinen Siegerpokal bekommen hatte, hielt er ihn und blickte gen Himmel. Er kämpfte mit den Tränen.

Noch nie war es Barcelona in der 124 Jahre langen und zuvor 263 Pflichtspielen reichen Clásico-Geschichte gelungen, mit einem Sieg gegen den Rivalen die Meisterschaft perfekt zu machen. Real selbst schaffte das Kunststück auch nur einmal, 1932.

"Dieser Sieg ist für die gesamte Familie Flick"

Nach den bewegenden Worten verschwand Flick im Kreis seiner Spieler, die ihn in den Arm nahmen. "Dieser Sieg ist für die gesamte Familie Flick. Er gehört ihnen", betonte Innenverteidiger Pau Cubarsi. Dem schloss sich Eric García an: "Es war ein harter Tag für den Trainer und für alle. Wir sitzen alle im selben Boot", betonte er und lobte Flick zudem für dessen Arbeit: "Wir haben einen Trainer, der uns zu Höchstleistungen anspornt." Die sollen in der nächsten Saison dann aber auch international her. Die Sehnsucht nach der Champions League bleibt ein Stachel im Fleisch der Katalanen.

Ganz andere Sorgen haben sie in Madrid. Der Valverde-Tchouaméni-Zoff war vor der Meister-Demütigung nun der vorläufige Tiefpunkt einer Seuchensaison. Eine, die spätestens mit der Trennung von Startrainer Xabi Alonso, der wohl einer internen Intrige zum Opfer fiel, begann; die sich mit dem teils unwürdigen Auftreten nach dem Aus in der Champions League gegen Bayern München fortsetzte, und die mit Starstürmer Kylian Mbappé einen Protagonisten hat, der für großen Ärger sorgt. Auslöser war ein Kurzurlaub des 27-Jährigen mit der bekannten Schauspielerin Ester Expósito auf Sardinien während seiner Reha.

Wie geht's weiter bei Real Madrid?

Das Verhältnis Mbappés - und anderer Franzosen im Kader wie Tchouaméni, Eduardo Camavinga und Ferland Mendy - zu Teilen der Mannschaft gilt als schwer belastet. Medien stellen fest, dass Sturmkollege Vinícius Júnior nur dann glänze, wenn Mbappé nicht mit von der Partie sei. Auch (sehr) viele Fans scheinen inzwischen davon überzeugt, dass man ohne den Weltmeister von 2018 trotz der bisher 41 Saisontore Mbappés besser dran wäre.

Wie geht's nun weiter? Mit diesem zerstrittenen Kader voller Super-Egos. Und vor allem auf der Trainerbank. Dass Alvaro Arbeloa eine Zukunft hat, scheint fast ausgeschlossen. Hinter den Kulissen soll unterdessen die Suche an Fahrt aufnehmen. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll Klubboss Florentino Pérez seinem engen Freund José Mourinho per Video ein erstes Angebot unterbreitet haben. Der Portugiese, aktuell Trainer von Benfica Lissabon, soll nicht Nein gesagt haben, für seine Rückkehr nach Madrid nach der ersten Etappe zwischen 2010 und 2013 aber mehrere Bedingungen gestellt haben. Unter anderem wolle er völlig freie Hand bei Personalentscheidungen haben, berichteten das Fachblatt "AS" und andere Medien. Mourinho selbst schwor indes in der vorigen Woche: "Niemand von Real Madrid hat mit mir gesprochen, das kann ich garantieren."

Quelle: ntv.de, tno

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