Fußball

Abstieg hätte fatale Folgen TSV 1860 zittert vor "epischem Desaster"

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Schicksal auf der Kippe in München.

(Foto: dpa)

Die Lage beim TSV 1860 München ist angespannt: Als Tabellen-15. trennt den Traditionsklub nur ein hauchdünner Vorsprung vor dem Absturz in die dritte Liga. Das wäre nicht nur hochgradig peinlich, sondern träfe die Löwen da, wo es am meisten wehtut.

Am Donnerstagabend ging es wieder mal hoch her beim TSV München von 1860 e.V. Wie beinahe jeden Tag. Diesmal betraf es die Nachwuchsabteilung, bislang der ganze und zuletzt auch einzige Stolz der Löwen. 500.000 Euro, beklagte der Abteilungsleiter auf einer außerordentlichen Versammlung, fehlten ihm derzeit zur Finanzierung. 500.000 Euro, die "grundlos" von der KGaA, dem Profibereich, "nicht bezahlt wurden".

Der Vorwurf geht auch an Hasan Ismaik, den jordanischen Investor, der bei der "Kommanditgesellschaft auf Aktien" das Sagen hat. Doch der hat gerade ganz andere Sorgen: Die Zweitliga-Mannschaft steht derzeit in der Tabelle nur auf Rang 15, allein die Tordifferenz trennt sie noch vom Relegationsplatz. Bis zum ersten Abstiegsplatz sind es gerade mal noch zwei Zähler. Am Sonntag kommt Eintracht Braunschweig in die Arena - es gibt leichtere Gegner.

Wappnen für den "Worst Case"

"Es nicht zu schaffen drinzubleiben, wäre ein Desaster epischen Ausmaßes", sagte KGaA-Geschäftsführer Ian Ayre zu Wochenbeginn in einem Interview mit dem "Münchner Merkur" und der "tz". "Jeder", ergänzte er, "muss kämpfen, um das Gute hier zu erhalten." Ayre, unlängst vom FC Liverpool nach München gewechselt, ist Realist, er hat den Worst Case im Blick und auch schon durchgespielt: "Wir müssen auch für den Fall des Abstiegs gewappnet sein."

Doch die Katastrophe beträfe nicht nur die Mannschaft von Trainer Vitor Pereira. Sie hätte zugleich erhebliche Auswirkungen auf die 2. Mannschaft. Die steht, obwohl sie nach wie vor Spieler nach oben abgibt, in der Regionalliga Bayern unangefochten auf Rang zwei, würde aber künftig automatisch eine Klasse tiefer spielen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schreibt vor: Zwischen der Profi- und der 2. Mannschaft muss ein Abstand von zwei Ligen bestehen.

Die U21 wäre wegen der Profis nur noch fünftklassig - das wäre der nächste schwere Schlag für den Nachwuchs. Denn der Abstieg ist im Nachwuchsbereich auch so ein Dauerthema. Seit dem vergangenen Wochenende ist die U17 aus der Bundesliga abgestiegen, auch die U16 muss deshalb mit runter. Die U19, im vergangenen Jahr noch im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft, ist zwei Spieltage vor dem Saisonende kaum noch zu retten.

Ismaik will bleiben

Über allem aber steht die Angst, dass es die Profis erwischt. Gegen Braunschweig, betonte Ayre, stehe das erste von vier Endspielen an, die "über das Schicksal des Klubs entscheiden". Investor Ismaik hat immerhin angekündigt, er wolle seinen Traum, die Löwen wieder zu einer großen Nummer zu machen, "niemals aufgeben", das gelte auch im Falle eines Abstiegs. "Ich lasse 1860 nie mehr los", versicherte er.

Ismaik, auch das ist am Donnerstagabend betont worden, hat im vergangenen Jahr 100.000 Euro für die Nachwuchsarbeit gespendet - aber reichen wird das auf Dauer nicht.

Quelle: ntv.de, Thomas Häberlein, sid