Fußball

"Der Götze, den wir kennen?" Transfer-Coup verblüfft sogar PSV-Direktor

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Es ist wirklich DER Mario Götze.

(Foto: dpa)

Die Nachricht, dass Mario Götze zur PSV Eindhoven wechselt, ist Anfang Oktober eine riesige Überraschung. Schließlich hatte der WM-Held von 2014 die Champions League als Ziel ausgegeben. Nicht einmal bei seinem neuen Klub, immerhin Europa-League-Teilnehmer, können alle den Transfer-Coup fassen.

Beim BVB aussortiert, in den Niederlanden gefeiert: Mario Götze ist bei der PSV Eindhoven voll eingeschlagen. In sechs Spielen gelangen dem offensiven Mittelfeldspieler bereits drei Tore. Der Wechsel des WM-Helden von 2014 sorgte zudem für viel Aufmerksamkeit auf den Klub. Ein Coup, hieß es.

Schließlich hatte Götze zuvor selbst damit kokettiert, noch einmal die Champions League gewinnen zu wollen. Es war damit gerechnet worden, dass er sich mit kleinen Klubs als Arbeitgeber nicht zufriedengibt. Aus der Bundesliga waren ihm am ehesten noch Verpflichtungen von Bayer Leverkusen oder dem selbsternannten "Big City Club" Hertha BSC nachgesagt worden. Doch selbst die erschienen jetzt nicht wie das Traumlos für Götze. Nun wurde aus der Champions League die Europa League, von Deutschland ging es nicht nach Spanien oder England, sondern in die Niederlande. Eine Überraschung. Übrigens auch eine für einige im Klub selbst.

Etwa für den PSV-Generaldirektor, Toon Gerbrands, der wie viele Außenstehende von der Verpflichtung des deutschen Fußball-Weltmeisters überrascht worden war. Das verriet er in einem Gespräch mit dem PSV-Fanklub. "An dem Tag, an dem er zu uns kam, wusste ich um zehn Uhr morgens noch nicht, dass er bei uns ein Thema war", gestand Gerbrands.

"Nicht mehr viel Geld, biete ihm mal was"

John de Jong, Fußball-Direktor bei der PSV, sei in sein Büro gekommen und habe ihm berichtet, dass er und ihr Trainer über Götze gesprochen hätten. "Wir haben nicht mehr viel Geld, biete ihm mal was", sagte ihm Gerbrands, der nicht mit der Verpflichtung rechnete. Doch es kam anders. "Um zwölf Uhr kam John zurück und erklärte, dass Götze es tun würde", berichtete Gerbrands, der verwundert fragte, ob Götze verstanden hätte, dass es das Gehalt für zwei Jahre sei. "Ich habe dann noch mit dem Aufsichtsrat telefoniert, der genauso reagierte. Ist es der Götze, den wir kennen?", fragte Gerbrands.

Eine durchaus berechtigte Frage, schließlich hat allein DER Mario Götze schon zwei fußballspielende Brüder, Felix und Fabian. Der jüngere, Felix, steht beim FC Augsburg unter Vertrag, konnte sich aber nach einer kompletten Saison mit Hüftproblemen noch nicht wieder für die erste Mannschaft empfehlen. Der 22-Jährige kam zuletzt in der zweiten Mannschaft zum Einsatz. Der 30-jährige Fabian Götze schaffte nie den großen Durchbruch, er hat seine Laufbahn bereits beendet. Und natürlich gibt es noch viele Männer mehr mit diesem Nachnamen, mutmaßlich auch einige, die zusätzlich auf den Vornamen Mario hören.

Es war aber der Götze, der natürlich auch Gerbrands ein Begriff ist. Trainer Roger Schmidt hatte seinen Landsmann von der PSV überzeugt. Der Rest ist Geschichte. Götze wechselte nach Eindhoven. Mit Erfolg - und Aussicht auf weitere Anerkennung, denn Götzes Vertrag beim aktuellen Tabellendritten der niederländischen Liga läuft bis 2022.

Quelle: ntv.de, ara/sid