Fußball

Rangelei im laufenden SpielUnglaubliche Szenen beim Afrika-Cup: Balljungen wollen Torwart beklauen

19.01.2026, 10:55 Uhr
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Der Streit um das Handtuch von Senegals Keeper Edouard Mendy eskalierte. (Foto: IMAGO/Didier Lefa Studio)

Beim Endspiel des Afrika-Cups kommt es zu absurden Szenen. Ein peinlicher Elfmeter sorgt für Wirbel, auch der drohende Spielabbruch. Und dann gibt es dann noch einen eskalierenden Konflikt um ein Handtuch.

Torwart Edouard Mendy steht beim turbulenten Endspiel um den Afrika-Cup gleich mehrfach im Mittelpunkt. In der letzten Aktion der regulären Spielzeit im Finale zwischen dem Senegal und Marokko fängt er den kläglichen Panenka-Elfmeter von Marokko-Star Brahim Diaz. Der Ex-Keeper des FC Chelsea rettet sein Nationalteam gegen den 26-jährigen Spieler von Real Madrid in die Verlängerung. Dort schießt Pape Gueye den Siegtreffer (94.).

Der Parade von Mendy war ein Eklat vorausgegangen. Senegal hatte das Spielfeld für 20 Minuten verlassen, weil sie mit der Schiri-Entscheidung nicht einverstanden waren. Sogar ein Abbruch des Finales schien möglich, nachdem auch auf den Tribünen in Rabat Chaos ausgebrochen war. Senegals Fans wollten auf den Platz stürmen, Sicherheitskräfte verhinderten dies. Marokkos Trainer Walid Regragui sprach später von einem "beschämenden" Bild für Afrika.

Doch das waren längst nicht die einzigen Aufreger in diesem Spiel. Abseits der Momente des laufenden (oder nicht laufenden) Finals ereigneten sich unglaubliche Szenen. So wollten marokkanische Balljungen Mendy in der Verlängerung das Handtuch klauen. Der senegalesische Ersatztorwart, Yehvann Diouf, schwang sich zum Retter auf und verteidigte das Handtuch gegen die wüsten Attacken der Jungen. Sie zerrten den Torwart der OGC Nizza sogar aufs Feld, während des Spiels, um ihm das Stück Stoff entreißen zu können. Als Diouf wegrennt, wird er verfolgt.

Doch nicht nur die Balljungen wollten verhindern, dass Mendy das Handtuch bei sich im Tor halten durfte. So stellte sich der zu diesem Zeitpunkt bereits ausgewechselte Ismael Saibari Diouf in den Weg, um zu verhindern, dass er das Handtuch zurückgibt. Zuvor hatte PSG-Star Achraf Hakimi das Stoffstück genommen und einem Balljungen zugeworfen, offenbar, damit dieser es hinter der Bande verstecken solle. Ein Mitspieler von Mendy reagierte schnell und griff es noch rechtzeitig wieder ab. Das alles hinderte den Ausrichter CAF nicht daran, Marokko den Fair-Play-Preis zu überreichen. Eine Entscheidung, die im Lichte der Handtuchdiebstähle mindestens fragwürdig erscheint.

Richtig geschockt von all diesen wilden Szenen beim Endspiel war FIFA-Boss Gianni Infantino. Er schrieb bei Instagram über "inakzeptable" sowie "hässliche" Szenen, die "verurteilt" werden müssen und sich "niemals wiederholen" dürfen. Er erwarte, "dass die zuständigen Disziplinarorgane" des afrikanischen Verbandes CAF "die entsprechenden Maßnahmen ergreifen".

Quelle: ntv.de, tno

Afrika-CupGianni Infantino