Fußball

Weserstadion bekommt neuen Namen Werder wagt den Tabubruch

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Lebenslang grün-weiß, und für die meisten auch für immer Weserstadion.

(Foto: imago images / Team 2)

"Wo die Weser einen großen Bogen macht, wo das Weserstadion strahlt in neuer Pracht", heißt es in einem der vielen Werder-Lieder. Doch nun geht der Verein ein Wagnis ein und ändert den Stadionnamen. Der Arenabetreiber braucht dringend neue Einnahmen.

Als einer der letzten Fußball-Bundesligisten hat der SV Werder Bremen den Namen seiner Heimspielstätte verkauft. Künftig spielen die Grün-Weißen im "wohninvest WESERSTADION", wie die Hanseaten bekannt gaben. Vom Fellbacher Immobilien-Unternehmen kassieren die Bremer ab 1. Juli in den kommenden zehn Jahren insgesamt 30 Millionen Euro.

Bei den Fans ist die Umbenennung Weserstadions am Osterdeich massiv umstritten. Erst vor wenigen Tagen hatten Hunderte Anhänger mit einem Protestmarsch gegen die Namensänderung demonstriert.Nun besitzen in der Bundesliga nur noch die Stadien von Borussia Mönchengladbach (Borussia-Park), Hertha BSC (Olympiastadion) und Aufsteiger Union Berlin (Stadion An der Alten Försterei) ihren Ursprungsnamen. Kleines Trostpflaster für den Anhang: Der Name Weserstadion bleibt zumindest als Teil des neuen Namens erhalten.

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Der Bremer Anhang begrüßt die Mannschaft vor dem Halbflinale im DFB-Pokal.

(Foto: imago images / Nordphoto)

"Diese Kooperation verschafft uns den finanziellen Spielraum, um unsere einzigartige Heimstätte und nicht zuletzt auch unseren Verein für den Wettbewerb  mit den besten Klubs Deutschlands weiterzuentwickeln", sagte Klaus Filbry, Vorsitzender der Werder-Geschäftsführung. Von 2007 bis 2017 war die EWE AG Stadionpartner des Liga-Achten gewesen. Der Vertrag mit dem Energieversorger aus Oldenburg beinhaltete allerdings nicht die Namensrechte. Nach dem Auslaufen des Kontraktes vor zwei Jahren hatte der SV Werder die dadurch entstandene Finanzierungslücke selbst schließen müssen.

Denn lokalen Medienberichten zufolge muss der Stadionbetreiber, an dem der Verein und die Stadt jeweils zur Hälfte beteiligt sind, noch einen hohen zweistelligen Millionenbetrag abtragen, der durch den Umbau entstanden ist. Ohne einen Sponsor hätte dem Betreiber angeblich sogar die Insolvenz gedroht.

Wohninvest-Geschäftsführer Harald Panzer sagte zu der Vereinbarung: "Werder hat in den letzten Jahrzehnten mit einem unglaublichen Kraftakt dieses Stadion zu einem der schönsten in Deutschland aufgebaut. Wir wollen jetzt helfen, diese Errungenschaft abzusichern."

Quelle: n-tv.de, jwu/sid/dpa

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