Fußball

Vorlage durch Atlético-AusWie der FC Bayern heute den deutschen Fußball (un)glücklich machen kann

06.05.2026, 12:13 Uhr
imageVon Martin Armbruster
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Das Aus von Atlético Madrid im Halbfinale der Champions League spielt der Bundesliga im Ringen um zusätzliche Europapokalplätze in die Karten. In der UEFA-Saisonwertung ist sogar ein Tausendstel-Showdown möglich. Nahezu alles hängt jetzt am FC Bayern.

Verschwörungstheoretiker rund um Atlético Madrid werden vermutlich unken, der deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert habe die Rojiblancos im Halbfinale der Champions League beim FC Arsenal benachteiligt, um der Bundesliga im Rennen um den zusätzlichen Champions-League-Platz einen Vorteil zu verschaffen. Ein Extra-Ticket verteilt die UEFA an zwei Verbände, die in der laufenden Europapokal-Saison die meisten Punkte sammeln.

Nach derzeitigem Stand darf in der kommenden Spielzeit die Premier League und die spanische La Liga je fünf Teams in die Königsklasse schicken. Aber: Die Bundesliga hängt Spanien im Nacken. Und: Mit dem FC Bayern und dem SC Freiburg hat Deutschland in Champions und Europa League noch zwei Eisen im Feuer, während für Spanien nach Atletis Herzschmerz von London nur noch Rayo Vallecano (im Conference-League-Halbfinale gegen Racing Straßburg) auf Punktejagd geht.

Die Rechnerei inklusive des UEFA-Koeffizienten ist kompliziert. Vereinfacht gilt: Jeder Sieg bringt zwei Punkte, die durch die Anzahl der gestarteten Klubs eines Landes geteilt werden – dazu kommen Bonuspunkte für Viertel-, Halbfinal- und Finaleinzüge. Punkte aus der Conference League sind dabei etwas weniger lukrativ, weil es im Vergleich zu Champions und Europa League geringere Bonuspunkte gibt.

Bayern-Niederlage würde deutsche Europa-Träume hart treffen

Die Ausgangslage vor Bayerns Showdown gegen Paris Saint-Germain (heute, 21 Uhr/DAZN und im ntv.de-Liveticker) und des SC Freiburg gegen Braga (Donnerstag, 20.15 Uhr, live bei RTL und auf RTL+) ist aber relativ eindeutig. Verlieren die Bayern gegen PSG, sieht es für Deutschland düster aus. Der Punkte-"Booster" FC Bayern wäre weg. Selbst ein Freiburger Triumph in der Europa League könnte das Wegbrechen der Bayern kaum kompensieren.

Verliert der FC Bayern gegen die Pariser und setzt sich Rayo im Rückspiel in Straßburg über 90 Minuten oder nach Verlängerung durch, ist der Käse gegessen. Selbst wenn der SC Freiburg noch die Europa League gewinnt, ist Spanien kaum mehr von Rang zwei der Saisonwertung zu verdrängen. Eine Mini-Chance auf den zweiten Platz besteht für die Bundesliga dann allenfalls noch, wenn Rayo (1:0 im Hinspiel gegen Racing) "nur" per Elfmeterschießen das Finalticket bucht.

Zu einem Tausendstel-Showdown um den fünften Champions-League-Platz kommt es, wenn beide deutschen Vertreter ausscheiden und das letzte Schiff der spanischen Armada untergeht. In diesem Fall kommt es auf die Art des Ausscheidens, sprich die einzelnen Ergebnisse an. Gleichen Bayern und Freiburg mit Siegen ihre knappen Rückstände (4:5 München, 1:2 Freiburg) aus und haben erst im Elfmeterschießen das Nachsehen, sammelt die Bundesliga vier Punkte. Verliert Rayo zugleich über 90 Minuten in Straßburg, hätte Deutschland 0,004 Punkte mehr auf dem Konto. Vier Tausendstel für das fünfte Königsklassen-Billet.

Halbe Bundesliga träumt von Europa

Gewinnen die Bayern gegen PSG und ziehen ins Endspiel am 30. Mai in Budapest ein, sieht es dagegen rosig aus. Der UEFA-Koeffizient würde auf 21,714 steigen, die Bundesliga wäre bis auf 0,067 Punkte an La Liga dran. Legt der SC Freiburg am Donnerstag nach, zieht Deutschland mit 22,142 Punkten an Spanien (22,093) vorbei - auch wenn Rayo in Straßburg siegt. Das liegt daran, dass es für einen Erfolg in der weiter unten angesiedelten Conference League 0,5 Bonuspunkte weniger für den Finaleinzug gibt, als in der Europa League.

In einer (aus deutschen Sicht) perfekten Fußball-Welt spielt kommende Saison übrigens die halbe Bundesliga international. Gewinnt der FC Bayern und der SC Freiburg europäische Silberware, wäre Platz zwei in der Saisonwertung fix und die Bundesliga hätte ein halbes Dutzend Champions-League-Startplätze sicher: Die ersten fünf Klubs der Tabelle plus den SC Freiburg, der als Europa-League-Sieger erstmals die ikonische Champions-League-Hymne hören dürfte.

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Sollten die Breisgauer die Bundesliga-Saison außerhalb der Europapokal-Zone (Platz 1 bis 7) beenden, hätte Deutschland zur Spielzeit 2026/27 tatsächlich neun Mannschaften im Europapokal: die Top fünf plus Freiburg als Europa-League-Sieger in der Champions League, den Sechst- und Siebtplatzierten in der Europa League und den Achtplatzierten in der UEFA Conference League.

Quelle: ntv.de

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