Fußball

Todesfälle in Katar Zwanziger mahnt Untersuchung an

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Die Fifa hat schon viele Entscheidungen getroffen, die mehr als nur Kopfschütteln ausgelöst haben. Wie es dazu gekommen ist, dass der Fußball-Weltverband eine Weltmeisterschaft an Katar vergeben konnte, ist bis heute ungeklärt.

(Foto: dpa)

Nach den Berichten über "moderne Sklaverei" und die skandalösen Bedingungen auf den Baustellen der WM 2022 in Katar mit bislang 44 Todesfällen, meldet sich Theo Zwanziger zu Wort. Er ist Fifa-Exekutivmitglied und gilt als klarer Gegner der WM im Golfemirat.

Fifa-Funktionär Theo Zwanziger hat öffentlich auf die vielen Todesfälle auf WM-Baustellen in Katar reagiert und eine Untersuchung durch die Ethikkommission de s Fußball-Weltverbandes angemahnt. "Im Gesamtkomplex Katar ist dies ein weiterer Gesichtspunkt, der der Fifa-Ethikkommission mit Herrn Garcia und Herrn Eckert eine sorgfältige Untersuchung der WM-Vergabe an Katar nahegelegt werden müsste", sagte Zwanziger der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Zwanziger gilt als klarer Gegner der umstrittenen WM im Golfemirat. Mehrmals hatte er die Rolle Katars im Sport heftig kritisiert. "Der unendliche Reichtum dieses kleinen Landes Katar breitet sich fast wie ein Krebsgeschwür über den Fußball und den Sport aus", sagte Zwanziger im April dieses Jahres. "Dieses kleine Land nutzt seine wirtschaftliche Stärke, um Einfluss zu nehmen auf Entscheidungen in der Politik und im Sport", betonte er. "Wenn dann bei der Vergabe der WM am Ende keine sachgerechte, sondern die schlechteste aller möglichen Entscheidungen steht, dann ist das eine große Niederlage für den Fußball."

Fifa lediglich "besorgt"

Die englische Zeitung "The Guardian" hatte am Donnerstag 44 Todesfälle nepalesischer Gastarbeiter in Katar in diesem Sommer publik gemacht und international großen Protest von Menschenrechtlern und Gewerkschaftern ausgelöst. Die Fifa hatte bislang lediglich konstatiert, "besorgt" über die Berichte zu sein und die Verantwortlichen in Katar zu kontaktieren. Laut "FAZ" reagierte auch das WM-Organisationskomitee in Katar "entsetzt" über die Berichte und kündigte eine Ermittlung der zuständigen Behörden an.

Die Katar-WM ist seit der von Manipulationsvorwürfen begleiteten Vergabe im Dezember 2010 ständig in der Kritik. In der kommenden Woche berät das Fifa-Exekutivkomitee in Zürich über eine Verlegung in die Winter-Monate. Weiterhin steht der Abschlussbericht vom Chefermittler der Ethikkommission Michael Garcia zu den Korruptionsverdächtigungen noch aus. Der Amerikaner hatte diesen beim Fifa-Kongress im Mai bis spätestens September angekündigt.

Quelle: ntv.de, dsi/dpa