Olympia

Finale gegen Weltrekordlerinnen Bahnrad-Sprinterinnen fehlt ein Hauch für Gold

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Emma Hinze und Lea-Sophie Friedrich sind bei Olympia erfolgreich.

(Foto: REUTERS)

Emma Hinze und Lea-Sophie Friedrich holen nach großem Kampf Silber im Teamsprint der Bahnradfahrerinnen. Hauchdünn unterliegen sie im olympischen Finale den chinesischen Weltrekordlerinnen. Für die beiden Deutschen ist es die erste Olympiamedaille.

Erste Entscheidung, erstes deutsches Edelmetall: Lea-Sophie Friedrich und Emma Hinze haben beim spektakulären Auftakt der olympischen Bahnrad-Wettbewerbe die Silbermedaille im Teamsprint gewonnen. Die deutschen Weltmeisterinnen mussten sich vor knapp 1000 Zuschauern im Izu Velodrome lediglich den chinesischen Weltrekordhalterinnen Zhong Tianshi und Bao Shanju geschlagen geben. Lediglich 85 Tausendstel fehlten zur Goldmedaille.

"Wenn das Gold zum Greifen nah ist, ist es im ersten Moment enttäuschend, aber wir haben uns auf dem Podium gesagt, dass wir eigentlich stolz sein können, diese Medaille zu tragen. Manche Athleten träumen davon, wir können sie tragen", sagte die Mecklenburgerin Friedrich. Hinze haderte ein wenig mit der sehr engen Entscheidung: "Es war superknapp. Wir haben schon gedacht, dass wir sie schlagen können. Das Problem ist: Wenn man Silber gewinnt, hat man trotzdem den Lauf verloren. Dann ist man erstmal enttäuscht. Aber im Nachhinein bin ich gar nicht mehr enttäuscht."

Ganz anders war der Bundestrainer drauf: "Ich bin sehr stolz auf beide Mädels. Das war eine Top-Leistung", sagte Detlef Uibel am ARD-Mikrofon. "Wie knapp war das bitte? Ist das nicht der Hammer? Ich hoffe, dass sie das mitnehmen und sich über Silber ganz doll freuen", sagte Kristina Vogel, die 2012 Gold und 2016 Bronze im Teamsprint mit Miriam Welte geholt hatte, in ihrer Rolle als ZDF-Expertin.

Die Chinesinnen schossen an einem Tag der Rekorde nach 31,895 Sekunden über die Ziellinie, Hinze und Anfahrerin Friedrich benötigten in 31,980 Sekunden minimal länger für die 500 Meter. Bereits in der Qualifikation (32,102) sowie im Vorlauf (31,905) hatten die Fahrerinnen den deutschen Rekord von Vogel und Welte aus dem Jahr 2013 unterboten.

Damit starteten die Wettbewerbe für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) mit dem erhofften Erfolg. Vor allem auf Hinze, der 2020er-Weltmeisterin von Berlin im Teamsprint, Sprint sowie Keirin, ruhen in Izu die Hoffnungen. Doch auch in anderen Disziplinen bestehen gute Medaillenchancen, dies bewies der Bahn-Vierer der Frauen in eindrucksvoller Manier mit einem Weltrekord. Lisa Klein, Mieke Kröger, Lisa Brennauer und Franziska Brauße absolvierten die Qualifikation in der Mannschaftsverfolgung über 4000 Meter in 4:07,307 Minuten und unterboten die alte Bestmarke von Großbritannien (4:10,236/2016) um fast drei Sekunden.

Auch die Chinesinnen Zhong und Bao hatten im Teamsprint-Vorlauf ihren eigenen Weltrekord verbessert und damit die Zuschauer, die anders als an anderen Sportstätten im weit außerhalb Tokios gelegenen Izu zugelassen sind, ins Staunen versetzt. An diese Zeit kamen sie im Finale gegen Hinze und Friedrich nicht ganz heran. Zu Gold reichte es dennoch.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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