Olympia

Russische Konkurrentin bevorteilt Berger weint um Sprung-Bronze

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Janine Berger zeigte eine starke Leistung. Die Kampfrichter nicht.

(Foto: dpa)

Es ist der beste Wettkampf ihrer noch jungen Karriere, am Ende ist Janine Berger trotzdem fassungslos. Mit Platz vier im Sprung lässt sie zwar selbst Deutschlands Turn-Oma Oksana Chusovitina hinter sich. Doch freuen kann sich die 16-Jährige nicht - weil sie von den Kampfrichtern um die Bronzemedaille betrogen wird.

Keiner konnte Janine Berger trösten. Die jüngste Athletin des deutschen Olympia-Teams war nach dem besten Wettkampf ihrer Karriere untröstlich und verteilte heftige Schelte in Richtung der Referees. "Wie soll man sich da freuen, wenn die Kampfrichter die Russin so bevorteilen? Sie ist deutlich aus der Bahn getreten und erhält 15,40 Punkte. Das darf doch nicht wahr sein", wetterte die 16-jährige Schülerin aus Ulm nach ihrem grandiosen vierten Platz in der Sprung-Konkurrenz.

Zum Auftakt der Gerätefinals vor 15.000 Zuschauern in der North Greenwich Arena turnte die Zehntklässlerin ihre beiden Sprünge nur mit kleineren Standfehlern sicher durch und ließ mit 15,016 selbst ihre große Oksana Chusovitina, die ihre sechsten und letzten Olympischen Spiele bestritt, hinter sich. Sie kam im letzten Wettkampf ihrer 24 Jahre langen internationalen Karriere mit 14,783 Punkten direkt hinter der deutschen Konkurrentin auf dem fünften Platz.

Punktabzug vergessen

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Ein Fehler der Referees bei den Haltungsnoten brachte die 16-Jährige um Olympia-Bronze.

(Foto: dapd)

Berger war hingegen auf Medaillenkurs, bis den Kampfrichtern ein klassischer Fehler unterlief und sie das Heraustreten der Russin Maria Paseka aus der Landezone beim ersten Sprung nicht mit dem dafür vorgesehenen Abzug von 0,5 Punkten ahndeten. "Ich kann nicht verstehen, wie mich die Kampfrichterinnen behandeln, da haben sich anscheinend mehrere für die Russin entschieden. Keine Ahnung, warum sie das getan haben", schluchzte Berger noch Minuten nach der Konkurrenz in der Mixed-Zone.

"Es kann einfach nicht sein", stand ihr Cheftrainerin Ulla Koch bei, eine Handhabe hatte sie nicht. Ein Protest ist beim Turnen nur gegen den Ausgangswert, nicht aber die Haltungsnote möglich. Der Sieg ging an die Rumänin Sandra Izbasa, die mit 15,191 Punkten die Schwäche von Weltmeisterin MacKayla Maroney aus den USA ausnutzte. Das US-Girl landete bei ihrem zweiten Satz auf dem Hinterteil und musste mit Silber (15,083) zufrieden sein. Die Bronzemedaille darf Maria Paseka (15.050) als Geschenk betrachten.

Nguyen patzt, Zou brilliert

Für Marcel Nguyen war der Beginn der Nachmittagsveranstaltung unterdessen eher ein unspektakuläres Warm Up für die Barren-Konkurrenz am Dienstag. Als Außenseiter am Boden blieb er nach einigen Standfehlern und einem Abzug wegen Zeitüberschreitung mit 14,966 Punkten etwas unter seinen Erwartungen.

 In überlegender Manier erkämpfte sich der Chinese Zou Kai seine fünfte olympische Goldmedaille. Der Dreifachsieger von Peking glänzte mit einer fehlerfreien, sehr schwierigen Übung (15,933 Punkte). Zweiter wurde Weltmeister Kohei Uchimura aus Japan (15,800) vor dem Russen Denis Abljasin.

Am Seitpferd durfte sich der ungarische Doppel-Weltmeister Krisztian Berki zum ersten Mal auch über Olympia-Gold freuen. Der sechsmalige Europameister siegte in einem hochklassigen Finale mit 16,066 Zählern bei Punktgleichheit mit dem britischen Publikumsliebling Louis Smith aufgrund der höheren Haltungsnoten. Bronze sicherte sich der Brite Max Whitlock (15,600).

Quelle: n-tv.de, dpa

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