Olympia

Das bringt der Olympia-Montag Diese Medaille wird auf jeden Fall historisch

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Aline Rotter-Focken beendet ihre Karriere mit einer Medaille.

(Foto: REUTERS)

Das hat es noch nie gegeben: Aline Rotter-Focken holt die erste Medaille für die deutschen Ringerinnen bei Olympischen Spielen. Das steht schon vor dem Finale fest, die Farbe ist noch offen. Eine Medaille soll es auch gleich zum Start der Bahnrad-Wettbewerbe geben - trotz fehlendem Olympia-Feeling.

Leichtathletik: Es geht weit hinaus - zunächst für die Männer. Ab 03:20 Uhr steht der Weitsprung an. Und der EM-Zweite Fabian Heinle ist dabei. Mit 7,96 Meter schaffte der 27 Jahre alte viermalige deutsche Freiluft-Meister aus Stuttgart als Zehnter den Einzug in den Endkampf. "Ich glaube, ich brauche die Kraft noch, um das zu realisieren. Ich bin überglücklich", sagte Heinle der ARD. "Wenn mir vor einer Woche jemand das gesagt hätte, hätte ich das direkt unterschrieben." Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio war Heinle in der Qualifikation gescheitert. Medaillenchancen hat Heinle nicht, die Konkurrenz bot schon in der Quali eine Flugshow jenseits der acht Meter. Den weitesten Sprung machte der kubanische WM-Dritte Juan Miguel Echevarria mit 8,50 Meter.

Gleich dreifach vertreten ist Deutschland dann um 13 Uhr - im Diskus-Finale der Frauen. Kristin Pudenz aus Potsdam (63,73 Meter), die Leverkusenerin Marike Steinacker (63,22) und auch Claudine Vita aus Neubrandenburg (62,46) qualifizierten sich. "Aufregend sind die ersten Olympischen Spiele für mich. Ich war mit dem ersten Wurf schon super zufrieden. Der Ring ist schnell, da muss man sich dran gewöhnen", sagte Pudenz in der ARD. "Ich mache mir keine Gedanken über eine Medaille. Im Finale ist alles möglich. Leute, die schon weiter geworfen haben, hatten Probleme." Die US-Amerikanerin Valarie Allman schaffte mit 66,42 Metern die Top-Weite in der Qualifikation, auch Rio-Olympiasiegerin Sandra Perkovic aus Kroatien kam weiter, sie lies es mit 63,75 Meter noch gemächlich angehen.

Schießen: Ist der neue Olympiasieger mit der Schnellfeuerpistole auch der alte? Dann würde Gold nach Deutschland gehen. Christian Reitz gewann 2016 in Rio. Und ist auch in Tokio wieder dabei. Im ersten Teil der Qualifikation zeigte er sein können, belegt mit 296 Ringen den dritten Platz. Der zweite deutsche Starter Oliver Geis steht vor der zweiten Qualifikation am Montag mit 285 Ringen als 17. bereits unter größerem Druck. Reitz und Geis tragen die letzten Hoffnungen der deutschen Sportschützen, die in der Asaka Shooting Range bislang ohne Edelmetall geblieben sind. Teil zwei der Quali steht um 01:30 Uhr an, das Finale folgt ab 07:30 Uhr.

Segeln: Die Medaillenrennen müssen aufgrund mangelnden Windes auf Dienstag verlegt werden.

Reitsport: Deutschland hat die Chance auf Gold in der Vielseitigkeit. Nun, das klingt erstmal nicht nach einem besonderen Detail, da Michael Jung sowohl 2012 als auch 2016 Einzel-Olympiasieger war, es in London zudem Gold und in Rio Silber im Team gab. Und auch in Tokio ist Jung wieder dabei - doch er wird seine Triumphe nicht wiederholen können. Vielmehr ist es Julia Krajewski, die um eine Medaille kämpft, wenn es ab 10 Uhr ins abschließende Springen geht. Jung leistete sich beim Geländeritt ein Missgeschick an einem Hindernis und kassierte dafür elf Strafpunkte. Auch ein Protest des deutschen Teams änderte nichts daran. Jung ist damit nur noch Zehnter, das Team, das von Sandra Auffarth komplettiert wird, nur Sechster. Alle Augen auf Krajewski. Mit nur zwei Punkten Rückstand auf den führenden Briten Oliver Townend liegt sie derzeit auf dem zweiten Platz.

Radsport Bahn: Ein Horror-Hotel als Unterkunft, kein olympisches Flair fernab von Tokio, doch eine klare Medaillen-Mission als Motivation: Der "Schock" über die Zustände in der "unterirdischen" Herberge hat Emma Hinze und die deutschen Bahnrad-Asse vor dem ersten Wettkampf sämtlicher Illusionen beraubt. Ein geselliges Miteinander am Abend? Unmöglich! Ein Austausch mit Athleten anderer Sportarten? Fehlanzeige! In Izu, weit außerhalb von Japans Hauptstadt, sind die Fahrer des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) unter sich. Ausbremsen lassen will sich von den widrigen Umständen aber niemand. Mit dem Start der Bahnrad-Wettkämpfe soll die Medaillenbilanz von "Team D" jetzt kräftig aufpoliert werden.

Aber: Seit 18 Monaten hat es kein Kräftemessen mit den großen Nationen mehr auf internationaler Bühne gegeben. Keine WM, keine EM und auch keine Weltcups. Für Hinze und ihre Kollegin Lea Sophie Friedrich geht es los mit dem Teamsprint. Die Qualifikation steht ab 08:30 Uhr an, das Finale für 11:09 Uhr im Programm. Vor fünf Jahren in Rio holten Kristina Vogel und Miriam Welte Bronze, nachdem sie in London Olympiasiegerinnen waren. Für die neue Generation gilt es nun, möglichst an alte Erfolge anzuknüpfen.

Ringen: Sie greift nach Gold zum Karriere-Abschluss: Ex-Weltmeisterin Aline Rotter-Focken hat schon jetzt für die erste deutsche Olympia-Medaille im Frauen-Ringen überhaupt gesorgt. Die Krefelderin zog ins Finale von Tokio ein und hat damit schon mindestens Silber sicher. Gegnerin im Kampf um Gold ab 13.55 Uhr ist die amtierende Weltmeisterin und bei den Spielen in Japan topgesetzte Amerikanerin Adeline Gray. "Ich glaube daran, dass ich es schaffen kann", sagt Rotter-Focken. "Sie hat drei tolle Leistungen gebracht. Diese Gegnerinnen muss man erst mal aus dem Weg räumen. Und eine Japanerin in Japan zu schlagen - das sagt doch alles", sagte DRB-Präsident Manfred Werner nach dem großen Kampf gegen die favorisierte japanische VizeWeltmeisterin Hiroe Minagawa im Halbfinale. Egal, welche Medaille es wird, anschließend wird Rotter-Focken ihre sportliche Laufbahn beenden. Ein großes Ende.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid

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