Olympia

Ersatzfahrer darf nicht ranWegen Lüge: Israels Olympia-Team verbietet Viererbob den Start

22.02.2026, 11:05 Uhr
Adam-Edelman-Menachem-Chen-Uri-Zisman-and-Omer-Katz-of-team-Israel-compete-in-the-four-man-Bobsleigh-Heat-2-on-day-14-of-the-2026-Milano-Cortina-Winter-Olympic-Games-at-the-Cortina-Sliding-Center-in-Cortina-d-Ampezzo-Italy-February-21-2026
Edelman (r.) und Co. verlassen Olympia im Knatsch. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Sie wollen ihrem Ersatzfahrer das Olympia-Erlebnis ermöglichen - doch das geht nach hinten los. Israel schließt sein Viererbob-Team vom zweiten Wettkampftag aus. Es ist nicht die erste Aufregung um Pilot Adam Edelman.

Wenn es im Viererbob um die letzten Medaillen dieser Olympischen Winterspiele im Eiskanal von Cortina d'Ampezzo geht, haben die drei deutschen Teams beste Medaillenchancen. Wie schon im Zweierbob können Johannes Lochner, Francesco Friedrich und Adam Ammour das Podium unter sich ausmachen. Definitiv nicht mehr mitmischen darf dagegen Israels Team. Die eigenen Funktionäre des Olympia-Komitees OCI untersagten diesem den Start am zweiten Wettkampftag, berichtet die "Times of Israel".

Grund ist, dass einer der Anschieber bezüglich seiner Gesundheit gelogen habe. So hätte Ward Fawarseh der Start ermöglicht werden sollen. Israel nahm am Samstag mit dem Team um Pilot Adam Edelman und den Anschiebern Menachem Chen, Uri Zisman und Omer Katz an den ersten beiden Läufen des Wettbewerbs teil. Am Sonntag hätte Zisman gegen Fawarseh ausgetauscht werden sollen, zeigte die Startaufstellung. Er wäre der erste drusische Olympiateilnehmer Israels gewesen.

Sogar eidesstattliche Erklärung unterzeichnet

Ein Ersatzmann darf aber nur antreten, wenn ein anderer im Team erkrankt. Zisman fakte also eine Erkrankung. "Er unterzog sich sogar einer ärztlichen Untersuchung und unterzeichnete eine eidesstattliche Erklärung, damit das Olympische Komitee die Genehmigung für einen Ersatzmann beantragen konnte", teilte das OCI mit.

Zisman habe "gegenüber dem Delegationsleiter zugegeben, unkorrekt gehandelt zu haben. Dies zwang das Olympische Komitee Israels, den Antrag zurückzuziehen und den Versuch zu disqualifizieren." Das Verhalten des Teams sei "unangemessen" und verstoße gegen "faires und sportliches Verhalten", verurteilte das OCI.

Edelman veröffentlichte ein Statement bei Instagram: Demnach habe sich sein Team ohnehin nicht mehr in einer wettbewerbsfähigen Position befunden. Nach zwei von vier Läufen waren die vier Israelis nur 24. und damit Letzte der noch verbliebenen Teams. Nur die besten 20 qualifizieren sich für den abschließenden vierten Lauf. "Wichtiger war, dass unser Ersatzspieler die Möglichkeit erhielt, an den Olympischen Spielen teilzunehmen."

Weiter schrieb Edelman: "Die Umstände, unter denen wir die Auswechslung vorgenommen haben, entsprachen nicht den hohen Anforderungen, die ein Team zu einer Aufstellungsänderung berechtigt, und wir haben uns aus unserem Finallauf zurückgezogen." Das Team bedauere, dass die Spiele für sie nicht so enden werden, wie sie es sich erhofft hätten. Er und seine Anschieber seien aber stolz darauf, Geschichte geschrieben zu haben, indem sie Israel repräsentierten. Sie sind das erste olympische Bobteam Israels in der Geschichte des Sports.

Zoff um Schweizer Kommentator

Die Teilnahme von Edelman und Co. hatte für Aufregung gesorgt. Ein Schweizer TV-Kommentator hatte Edelman während des Zweierbob-Wettbewerbs vorgeworfen, den "Genozid in Gaza" zu unterstützen. Er hatte infrage gestellt, ob Edelman aufgrund seiner politischen Ansichten überhaupt startberechtigt war. Nach den Richtlinien des IOC sind Athleten, die Krieg aktiv unterstützen, ausgeschlossen. Dies bezieht sich allerdings auf Athleten aus Russland und Belarus.

Edelman habe in den sozialen Medien mehrere Beiträge veröffentlicht, die den "Genozid in Gaza" befürworteten. Zudem habe Edelman vom "moralisch gerechtesten Krieg der Geschichte" gesprochen oder eine "Free Palestine"-Inschrift verspottet. Der Sender hatte die Aufzeichnung des Beitrags von der Website genommen, den Kollegen aber verteidigt. Das OCI forderte eine öffentliche Entschuldigung. Edelman reagierte ironisch und legte vor dem Start in den Viererbob-Wettbewerb noch einmal nach: "Falls heute Schweizer Kommentatoren auf ihre Gelegenheit warten - alles, was Sie mich über den Zionismus oder die Gerechtigkeit Israels sagen hören, habe ich mit Stolz gesagt. Danke, dass Sie diese Botschaft verbreiten."

Quelle: ntv.de, ara

IsraelOlympische Winterspiele 2026