Olympia

Kombinierer nach Eins auf BlechFatale Stürze im Schneechaos kosten letzte Medaillenchance

19.02.2026, 14:46 Uhr
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Langlauf im Schneetreiben. (Foto: picture alliance / NTB)

Die deutschen Kombinierer bleiben ohne Medaille bei den Olympischen Winterspielen. Dabei gehen Johannes Rydzek und Vinzenz Geiger nach dem Springen als Erste in die Loipe. Dichtes Schneetreiben und ein Sturz stellen alles auf den Kopf.

Vinzenz Geiger schmiss seinen Stock wütend weg, dann fiel er in die tröstenden Arme von Johannes Rydzek. Das Olympia-Debakel der deutschen Nordischen Kombinierer ist perfekt. Trotz den nach dem Springen noch hervorragenden Medaillen-Aussichten blieben Rydzek und Geiger auch im abschließenden Team-Wettbewerb ohne Medaille und fielen von der Spitzenposition auf Rang fünf zurück. Für den Deutschen Skiverband ist es in dieser Disziplin die schlechteste Bilanz seit 1998.

Am Ende fehlten im Teamsprint 1:06,1 Minuten auf Gold, rund 43 Sekunden auf Bronze. Bis zur achten Runde gehörte Deutschland, das mit 13 Sekunden Vorsprung gestartet war, zur Spitzengruppe. Dann stürzte Geiger zweimal, kollidierte mit einem Konkurrenten und verlor wichtige Zeit. "Die Brille war zu", sagte der tief enttäuschte Geiger. "Ich bin bislang noch nie in einem Rennen gestürzt. Es tut mir einfach nur leid fürs ganze Team." Rydzek hatte den Sturz gar nicht gesehen: "Ich habe im Publikum das Raunen gehört. Ich habe gedacht 'Ah, bitte nicht.' Aber dann war es doch so", berichtete er in der ARD. "Wir sind trotzdem ein Team, wir haben unser Herz auf der Strecke und auf der Schanze gelassen."

Rydzek und Geiger mussten sich den siegreichen Norwegern Andreas Skoglund und Jens Luraas Oftebro sowie den Finnen Eero Hirvonen und Ilkka Herola geschlagen geben. Bronze ging an die Österreicher Stefan Rettenegger und Johannes Lamparter.

Oftebro schrieb mit seinem Sieg ein Stück Olympia-Geschichte: Dreimal Gold in einem Jahr hatte zuvor nur der Finne Samppa Lajunen (2002) geschafft. Insgesamt steht der 25 Jahre alte Oftebro jetzt bei vier Goldmedaillen, damit stellte er den Rekord seines Landsmanns Jörgen Graabak (2014 bis 2022) ein.

Nach dem Springen ganz vorn

Das Skispringen hatte zunächst große Hoffnung auf einen deutschen Triumph gemacht. Im dichten Schneetreiben war Rydzek bei seinen wohl letzten Olympischen Spielen 123 Meter weit gesprungen, Geiger landete in Predazzo nach 122,5 Metern. Mit 13 Sekunden Vorsprung auf Norwegen ging das deutsche Duo ins Langlaufrennen.

"Ich glaube, dass wir das Springen gewinnen, damit hat niemand gerechnet", sagte Geiger an der Schanze. "Es ist noch nichts gewonnen. Es wird ein langes, hartes Rennen", ergänzte der 28-Jährige. "Der Johannes und ich werden alles reinhauen, was wir haben." Mit einem Einbruch rechnete zu diesem Zeitpunkt noch niemand.

Im Teamsprint laufen zwei Athleten pro Mannschaft im Wechsel. Jeder Sportler absolviert fünf Runden, die jeweils 1,5 Kilometer lang sind. Schon die Einzel-Wettbewerbe auf der Normalschanze und auf der Großschanze in Predazzo waren ganz schlecht gelaufen. Vor allem im Skispringen hatte das Team von Bundestrainer Eric Frenzel große Probleme gehabt.

Geiger und Co. blicken nun voller Sorge in die Zukunft. Denn die Premiere des Teamsprints, der die klassische Staffel mit vier Startern pro Nation ersetzte, könnte der letzte Wettkampf in der langen Olympia-Geschichte der Sportart gewesen sein. Ob die Kombination auch 2030 zum Programm gehört, entscheidet sich im Mai.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid

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