Langenhan greift nach GoldFrustrierter Felix Loch patzt, Olympia-Traum platzt

Für Rodel-Altmeister Felix Loch scheint nach einem gebrauchten Tag selbst eine Medaille in Cortina in weiter Ferne. Sein Schlitten und ein Patzer machen den großen Traum unmöglich. Max Langenhan hat den Olympiasieg vor Augen - und hadert trotzdem mit sich.
Felix Loch stand frustriert im Zielbereich und sah sich auf der großen Leinwand den zweiten Spitzenlauf von Max Langenhan an. Für den Rodel-Altmeister scheint der Traum vom dritten Olympiasieg im Einsitzer schon nach dem ersten Wettkampftag in Cortina geplatzt zu sein - dafür greift Weltmeister Langenhan umso beherzter nach Gold.
Mit zwei starken Läufen inklusive Bahnrekord distanzierte der Thüringer (26) seinen zehn Jahre älteren Teamkollegen bereits um 0,919 Sekunden. Für den achtplazierten Loch scheint selbst eine Medaille nach zwei von vier Läufen in weiter Ferne. Verantwortlich waren im neu gebauten Cortina Sliding Centre nach Startrekord einerseits ein Fahrfehler im ersten Lauf, vor allem aber wohl ein falsches Setup des Schlittens.
"Es wollte einfach nicht", sagte Loch: "Es ist bitter, wenn es bei Olympia passiert. Aber es geht morgen weiter, da müssen alle noch zweimal runter." Nun werde er sich "bei einem Bierchen" überlegen, was er noch verändern kann. Loch mutmaßte, das Setup sei nicht das richtige gewesen: "Vielleicht finden wir irgendwo noch eine Zehntel, aber mehr wird am Ende nicht möglich sein. Die Zeit verliere ich von oben bis unten." Langenhan sei "stark gefahren", ergänzte er anerkennend - nun werde er ihm "die Daumen drücken".
Auch Langenhan nicht zufrieden
Langenhan wiederum war trotz Führung keineswegs zufrieden: "Die Startzeiten nerven mich schon ein bisschen. Das Resultat ist okay, aber es hätte besser sein können. Ich wollte vier perfekte Läufe fahren, jetzt habe ich nur noch die Chance auf zwei", sagte er, gehandicapt von Nackenschmerzen, und warnte mit Blick auf den Entscheidungstag: "Auf 3600 Meter kann noch sehr viel passieren."
Langenhan führt vor dem Österreicher Jonas Müller (+0,162), Dritter ist der Italiener Dominik Fischnaller (+0,298). Der Chemnitzer Timon Grancagnolo belegt Rang neun (+1,018). Die Medaillen werden nach den abschließenden zwei Läufen am Sonntag (17.00, 18.31 Uhr/ZDF und Eurosport und im Liveticker auf ntv.de) vergeben.
Loch, der nach einer starken Weltcup-Saison mit vier Siegen in sieben Rennen als Mitfavorit angereist war, droht bei Olympischen Spielen die dritte große Enttäuschung in Folge. 2018 hatte er in Pyeongchang nach einem Fehler im vierten Lauf das sicher geglaubte Gold aus der Hand gegeben und wurde Fünfter, vor vier Jahren in Peking landete er auf dem undankbaren vierten Rang. 2010 und 2014 hatte er im Einsitzer jeweils Gold gewonnen. Langenhan hingegen peilt sein erstes olympisches Edelmetall an. 2022 in Peking war er bei seiner ersten Teilnahme auf Rang sechs gefahren.