Olympia

"Hatte Angst vor diesem Sprung"Hass prasselt auf Olympia-Debütantin ein

11.02.2026, 12:34 Uhr
Ski-jumping-Skispringen-Ski-nordisch-Milano-Cortina-2026-Winter-Olympics-Day-4-Pola-Beltowska-during-Milano-Cortina-2026-Winter-Olympics-ski-jumping-mixed-team-competition-in-Predazzo-on-February-10-2026-Predazzo-Italy-PUBLICATIONxNOTxINxFRA-Copyright-xFotoxOlimpikx-originalFilename-jastrzebowski-skijumpi260210-npK4k
Pola Beltowska springt bei Olympia hinterher. Dafür wird sie angefeindet. (Foto: IMAGO/NurPhoto)

Für Pola Beltowska wird ihr Olympia-Debüt zum Desaster. Zweimal kann sie beim Skispringen nicht mit der Konkurrenz mithalten. Weil davon auch ihr Team betroffen ist, wird sie von einer Welle des Hasses überschwemmt.

Die polnische Skispringerin Pola Beltowska ist nach dem vorzeitigen Ausscheiden ihres Teams im olympischen Mixed-Wettbewerb massiv in sozialen Netzwerken angefeindet worden. Die 19 Jahre alte Olympia-Debütantin war als erste Springerin ihres Teams mit 82 Metern die Schwächste in ihrer Gruppe gewesen.

"Ich lese keine Kommentare im Netz, aber ich bekomme solche Privatnachrichten, dass es einfach ungeheuerlich ist. Das ist so ein Hass, ich hätte nicht erwartet, dass Menschen so viel Hass gegen mich hegen können. Ich mache das nicht mit Absicht, aber ich werde von oben bis unten fertiggemacht", sagte Beltowska zu polnischen Medien.

Ihr Team verpasste den Einzug in den zweiten Durchgang. Auch Einzelmedaillengewinner Kacper Tomasiak, der von der kleinen Schanze Silber hinter dem Deutschen Philipp Raimund gewonnen hatte, als Schlusspringer konnte daran nichts mehr ändern. Nur das Team aus Rumänien landete im ersten Durchgang noch hinter den Polen. Das deutsche Team sprang um 1,2 Punkte an einer Medaille vorbei, den souveränen Olympiasieg feierten die favorisierten Slowenen mit den Geschwistern Nika und Domen Prevc. Silber ging an Norwegen, das sich gegen Japan durchsetzte.

"Ich wollte nicht enttäuschen"

Beltowska hatte am Samstag beim Einzelspringen von der Normalschanze ihr Olympiadebüt gegeben. Dort war sie ebenfalls Letzte geworden. Weil die Polinnen aber mit Anna Twardosz, die im Einzel Zehnte wurde, nur eine konkurrenzfähige Springerin im Kader haben, durfte Beltowska auch im Team mit ran. Twardosz verteidigte ihre Teamkollegin: "Sie hat hart dafür gearbeitet, hier zu sein. Ich weiß, dass Pola gestresst ist und sich von ihrer besten Seite zeigen will. Sie steckt enorm viel Arbeit hinein und ich glaube, dass das noch Früchte tragen wird."

Die junge Springerin nahm die Schuld für das Ausscheiden der Polen auf sich. "Mir ist bewusst, dass mein Sprung uns den Platz im zweiten Durchgang gekostet hat. Ich hatte Angst vor diesem Sprung. Ich wollte nicht enttäuschen, aber es hat nicht geklappt", sagte sie.

Skiverbände verteidigen Beltowska

Die Beschimpfungen waren derart massiv, dass sich der polnische Skiverband zu einer Stellungnahme genötigt sah. "Wir billigen den verwerflichen Hass gegen Pola Beltowska nicht und werden ihn niemals billigen. Was wir hier erleben, überschreitet alle Grenzen der Sportkritik. Es handelt sich um einen persönlichen Angriff, der nicht nur der Sportlerin, sondern auch ihren Angehörigen Leid zufügt", hieß es in dem Statement. Beltowska erhält professionelle Betreuung durch den Team-Psychologen.

Der Verband betonte zudem den sportlichen Wert Beltowskas: "Sie hat sich ihren Platz bei den Olympischen Spielen durch harte Arbeit im Training und im Weltcup erkämpft. Sie ist eine der besten Springerinnen des Landes und gehört zum Kreis der 50 besten Skispringerinnen der Welt beim wichtigsten Ereignis der letzten vier Jahre. Das sind Fakten, die kein anonymer Hass ändern wird." Der Verband stehe hinter all seinen Athleten: "Wir unterstützen sie nicht nur im Triumph, sondern insbesondere dann, wenn sie Zielscheibe rücksichtsloser Angriffe werden."

Auch der Internationale Skiverband FIS reagierte auf den Hass: "Wir unterstützen Pola Beltowska nachdrücklich und werden uns stets gegen jeglichen Hass gegenüber großartigen Athletinnen und Athleten stellen, die an den Olympischen Spielen teilnehmen."

Quelle: ntv.de, ara/dpa

SkispringenOlympische Winterspiele 2026Wintersport