Olympia

Marco Sturm über den Triumph "Hut ab und ich kann nur stolz sein"

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Bundestrainer Marco Sturm geht im Jubel seiner Spieler fast vollkommen unter.

(Foto: dpa)

Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm ist ein ruhiger Zeitgenosse. Während seine Spieler sich nach dem Sieg gegen Kanada im Siegestaumel wiegen, bleibt er fast regungslos an der Bande stehen. "Alles ist möglich", sagt er zum Finale gegen Russland. Wir haben die ersten Emotionen in der Mixed Zone aufgezeichnet.

Herr Sturm, olympisches Finale, wie fühlt sich das an?
Wir haben es alle nicht fassen können, ich auch nicht. Es war Jubel pur, nicht nur bei uns auf der Bank, auch bei den Spielern, bei unseren Zuschauern, unseren Fans zuhause. Es ist unglaublich.

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Der Wahnsinn hat Methode - aber Bundestrainer Marco Sturm kann den Finaleinzug nicht fassen.

(Foto: dpa)

Sie sind immer recht ruhig am Spielfeldrand. Können Sie sich beim Stand von 3:0 oder 4:1 erlauben zu denken, dass es reichen könnte?
Leider nicht. Ich war mehrmals in der Situation, vor allem in den Play-offs. Und es sind eben Play-off-Spiele. Das einzige Ziel, das ich hatte, war in den ersten fünf Minuten des letzten Drittels kein Gegentor zu kassieren. Leider ist das nicht passiert, wir haben ein Tor kassiert, wir haben dann nochmal eins bekommen. Und dann hatte Kanada das Momentum und es wird schwierig. So richtig gut gefühlt habe ich mich in den letzten sechs Minuten, weil wir dann wieder unser Spiel gefunden haben. In der Unterzahl haben wir gut gespielt und dann war da der verdiente Sieg.

Es war niemals eine deutsche Mannschaft besser bei Olympia. Wie hört sich das für Sie an?Hach, ja, das weiß ich jetzt selbst nicht. Das ist unglaublich. Wir haben nicht gewusst, was auf uns zukommt. Natürlich wissen wir, dass Kanada ein guter Gegner ist, wie alle anderen auch. Aber wie reagieren wir darauf? Wir waren noch nie in der Situation, um Medaillen zu spielen. Ich dachte die Jungs wären nervös, aber die waren abgeklärt, als hätten sie schon mehrmals im Finale gestanden. Von daher: Hut ab und ich kann nur stolz sein.

Ist so eine Leistung am Sonntag im Finale noch einmal möglich?
Alles ist möglich. Aber es ist noch lang hin und wir werden das heute erstmal genießen. Morgen haben wir einen Tag frei und dann schauen wir weiter.

Bekommen Sie mit, was zuhause los ist? Hier sitzen die anderen Olympiasieger auf der Tribüne und feuern Sie an.
Ich hoffe Einiges. Ich habe in den vergangenen Tagen schon Einiges mitbekommen. Ich habe immer noch versucht, es ruhig zu halten, was natürlich schwierig ist heutzutage. Dieses Spiel war für das Eishockey, die Jungs, die Nationalmannschaft, die Betreuer und die Zuschauer daheim und alle Athleten, die uns hier täglich unterstützen.

Quelle: n-tv.de, ara/tno

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