Olympia

Skeletoni muss Helm wechselnIOC verbietet Erinnerung an im Krieg gefallene Athleten

10.02.2026, 13:56 Uhr
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Wladislaw Heraskewytsch wird gezwungen, einen anderen Helm zu tragen. (Foto: picture alliance / empics)

Bilder zahlreicher getöteter Sportlerinnen und Sportler trägt der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch beim Training auf dem Helm. Für den Wettkampf wird ihm dieser aber verboten. Das IOC sieht einen Regelverstoß.

Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch darf bei den Winterspielen einen Helm mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen nicht mehr tragen. Der Kopfschutz widerspreche den Regeln der Olympischen Charta, sagte ein Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Heraskewytsch dürfe jedoch ausnahmsweise im Wettbewerb ein schwarzes Armband tragen und in Interviews danach seine Meinung frei äußern.

Vorausgegangen war ein Treffen mit dem Trainer des Athleten und der ukrainischen Delegation. Heraskewytsch hatte den Helm im Training auf der Olympia-Bahn in Cortina d'Ampezzo getragen und später einen offiziellen Antrag beim IOC gestellt, um eine Erlaubnis für den Kopfschutz zu erhalten.

Der Helm sei "eine Hommage an Athleten und einige von ihnen waren Medaillengewinner bei den Olympischen Jugendspielen. Das bedeutet, sie gehören zur olympischen Familie", erklärte der 27-Jährige. Auf dem Helm sind die Bilder von rund einem halben Dutzend Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind. Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion.

Politische Botschaften sind untersagt

Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) der Ukraine, Wadym Gutzajt, sagte, er habe am Dienstag noch einmal das IOC gebeten, den Helm zu erlauben. Unterstützung bekam der Sportler auch vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Heraskewytsch erinnere an den Preis, den die Ukraine in ihrem Abwehrkampf zu zahlen habe, schrieb Selenskyj auf Telegram. Eine solche Wahrheit könne nicht unbequem oder unangebracht sein. Die Ukraine halte sich an den Geist von Olympia, Angreifer Russland nicht.

Das IOC verwies jedoch auf sein Regelwerk für politische Botschaften. Diese seien mit der Athletengemeinde abgestimmt. Es müsse allen Sportlerinnen und Sportlern möglich sein, sich in einem sicheren Umfeld auf ihre Leistung zu konzentrieren, unbeeinflusst von den zahlreichen Konflikten auf der Welt, erklärte die Dachorganisation.

Heraskewytsch habe den Helm bei ersten Trainingsfahrten tragen können und seine Trauer auch über seine Kanäle in sozialen Netzwerken geäußert. Dass er nun zumindest ein schwarzes Armband tragen dürfe, sei "ein guter Kompromiss", sagte der IOC-Sprecher.

Das bringt der Olympia-Dienstag - 10. Februar

Langlauf: Sprint klassisch der Frauen, ab 09.15 Uhr - mit Laura GImmler, Coletta Rydzek, Katherine Sauerbrey und Sofie Krehl

Langlauf: Sprint klassisch der Männer, ab 09.57 Uhr - mit Jan Stölben und Janosch Brugger

Ski alpin: Team-Kombination der Frauen, 10.30 und 14.00 Uhr - mit Kira Weidle-Winkelmann und Emma Aicher

Ski Freestyle: Slopestyle der Männer, Finale 12.30 Uhr - ohne deutsche Beteiligung

Shorttrack: 2000-Meter-Staffel Mixed, Finale 13.03 Uhr - ohne deutsche Beteiligung

Biathlon: Einzel der Männer, 13.30 Uhr - mit Philipp Nawrath, Philipp Horn, David Zobel und Lucas Fratzscher

Rodeln: Einsitzer der Frauen, 3. und 4. Durchgang, ab 17.00 Uhr - mit Merle Fräbel, Julia Taubitz und Anna Berreiter

Curling: Mixed, Finale 18.05 Uhr - ohne deutsche Beteiligung

Skispringen: Team Mixed, ab 18.45 Uhr - mit Philipp Raimund, Felix Hoffmann, Agnes Reisch und Selina Freitag 

Nach Angaben des Skeleton-Piloten hatte ihm ein IOC-Vertreter bereits vor seiner offiziellen Anfrage die weitere Nutzung des Helms verboten. "Eine Entscheidung, die mir einfach das Herz bricht", schrieb er zu einem Video bei Instagram.

Er verwies darauf, dass der deutsche Gewichtheber Matthias Steiner nach seinem Olympiasieg 2008 in Peking auf dem Siegerpodest ein Foto seiner bei einem Verkehrsunfall getöteten Frau gezeigt hatte. Dies sei ein Präzedenzfall. Dem IOC-Sprecher zufolge habe sich das Regelwerk jedoch inzwischen weiterentwickelt. Die beiden Fälle seien daher schwerlich vergleichbar, selbst wenn Steiner damals keine Sanktion erhielt.

Quelle: ntv.de, ara/dpa

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