Olympia

Silber im Para-Klassik-SprintLinn Kazmaier verweigert Sieger-Selfie mit Russin

10.03.2026, 16:44 Uhr
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Linn Kazmaier sprintete zur Silbermedaille. (Foto: dpa)

Langläufer Sebastian Marburger erfüllt sich bei den Paralympischen Winterspielen einen Traum. Der 28-Jährige holt im Klassik-Sprint Silber - ebenso wie Teamkollegin Linn Kazmaier. Die verzichtet später auf das obligatorische Sieger-Selfie.

Anastasija Bagijan hat für die zweite Goldmedaille für Russland bei den Paralympischen Winterspielen gesorgt. Die sehbehinderte Langläuferin setzte sich in Tesero im Klassik-Sprint gegen die Deutsche Linn Kazmaier durch. Bei der späteren Medaillenzeremonie verzichtete Kazmaier mit Guide Florian Baumann auf das obligatorische Sieger-Selfie mit Bagijan und der Chinesin Jihong Cong. Grund dafür dürfte ein Protest gegen die Wiederzulassung der russischen Sporler trotz des Kriegs in der Ukraine sein.

Die 19-Jährige profitierte bei ihrem Erfolg von der Strafe gegen ihre Teamkollegin Leonie Walter, die in Tesero schon Bronze im Biathlon geholt hatte. Die 22-Jährige, die eigentlich Zweite geworden war, wurde kurz nach dem Rennen nach einem Technik-Verstoß auf Rang vier zurückgesetzt. Kazmaier gewann damit ihre insgesamt sechste Para-Medaille.

"Es war schon sehr grenzwertig"

Nach dem Triumph von Warwara Worontschichina im Super-G wurde somit am zweiten Tag nacheinander bei der Siegerehrung die russische Hymne gespielt. Zudem triumphierte Raman Swirydsenka aus Belarus im Klassik-Sprint der stehenden Klasse vor Sebastian Marburger vom Deutschen Behindertensportverband (DBS). In der Qualifikation am Morgen waren zudem erstmals seit der Wiederzulassung wieder russische und ukrainische Athletinnen aufeinandergetroffen.

"Ich bin einfach mega happy. Ich habe nicht geglaubt, dass es so gut aufgeht. Es war schon sehr grenzwertig. Deswegen überlege ich, ob das sinnvoll ist, morgen an den Start zu gehen. Ich muss erst mal schauen, wie das Rennen angeschlagen hat", sagte der völlig erschöpfte Marburger mit Blick auf die 10 Kilometer am Mittwoch.

Worontschichina war im Super-G am Montag zu Gold gerast, die 23-Jährige hatte ihrem Land damit die erste Goldmedaille unter eigener Flagge seit den Heimspielen von Sotschi 2014 beschert. Insgesamt kommt Russland auf vier Medaillen. Die Suspendierung Russlands und von Belarus war Ende September vergangenen Jahres vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) aufgehoben worden.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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