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Biathlon-Ikone Bö rügt Laegreid"Nicht die Show stehlen": Bronze-Sieger bereut Fremdgeh-Geständnis

11.02.2026, 06:10 Uhr
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Sturla Holm Laegreid wurde von seinen Gefühlen wahrlich übermannt. (Foto: IMAGO/NTB)

Im Moment des größten Triumphs seines Teamkollegen reißt Bronzemedaillengewinner Sturla Holm Laegreid mit einem pikanten Interview alle Aufmerksamkeit an sich. Sein Seitensprung-Geständnis überlagert das Sportliche. Er bereut es - und muss Kritik einstecken.

Es hätte eigentlich der große Tag des Johan-Olav Botn sein sollen. Nach der Tragödie um seinen Kumpel Sivert Guttorm Bakken, den er unmittelbar vor Weihnachten tot in einem Hotelzimmer aufgefunden hatte, markierte der epochale Einzel-Olympiasieg des norwegischen Biathleten einen frühen emotionalen Höhepunkt bei den Winterspielen. Doch nur wenige Minuten nach seinem herausragenden sowie bewegenden Erfolg rückte dieser plötzlich völlig in den Hintergrund - weil Teamkollege Sturla Holm Laegreid sehr pikante Details aus seinem Privatleben ausplauderte.

Der Gesamtweltcupsieger der Vorsaison hatte nach dem Gewinn der Bronzemedaille vor einer Fernsehkamera öffentlich gemacht, dass er seine Freundin betrogen hat. Er sei seiner Partnerin, die er erst vor sechs Monaten kennengelernt hatte, vor drei Monaten untreu gewesen. "Ich habe es ihr vor einer Woche gestanden. Es war die schlimmste Woche meines Lebens", sagte er. Die betrogene Frau sei die "Liebe meines Lebens" gewesen, der "schönste und netteste Mensch der Welt". Sein Ziel sei es, sie mit seiner Offenheit zurückzugewinnen, da sich das Paar mittlerweile getrennt habe.

Olympiasieger bleibt ruhig

Das Seitensprung-Geständnis des Bronzemedaillengewinners live im TV beim norwegischen Rundfunk NRK verbreitete sich in Antholz wie ein Lauffeuer. Nachdem Laegreid auf der Pressekonferenz dann mehrere Fragen zu seiner Aktion beantwortet hatte, wandte er sich an Botn. "Ich will dir heute nicht die Show stehlen", sagte der Gesamtweltcupsieger entschuldigend. Er hoffe, "dass es nur die nächsten ein, zwei Tage ein Thema ist", Botns Goldmedaille dagegen sei "für immer". "Es ist Johans Tag, und es war etwas schade, dass ich so viel Aufmerksamkeit bekommen habe."

Der Sieger ließ sich zumindest äußerlich keinen Ärger anmerken. "Sturla kann in der Mixed Zone tun, was er will. Ich entscheide nicht, worüber er sprechen möchte", sagte Botn: "Für mich ist es in erster Linie ein persönlicher und emotionaler Sieg für mich selbst." Er sei "nicht hier, um so viele Schlagzeilen wie möglich zu machen".

Bö äußert Unverständnis über Ausbruch

Doch während sich der glückliche Gewinner auf seinen größten Karriereerfolg fokussierte, hagelte es aus der Heimat Kritik für seinen Landsmann. "Das kam sehr überraschend. Es war eine falsche Handlung, wir sahen einen reuigen Jungen, der dort stand", sagte der mittlerweile zurückgetretene Rekordweltmeister und heutige NRK-Experte Johannes Thingnes Bö über Laegreid.

Sowohl die Zeit als auch der Ort und das Timing seien "leider völlig falsch", führte die norwegische Biathlon-Ikone weiter aus: "Bei Sturla liegen die Gefühle offen zutage. Er kann sie nicht verbergen." Laegreid sagte als Reaktion auf die Kritik: "Ich war ein bisschen in meiner eigenen Welt", so der 28-Jährige. "Ja, das verstehe ich sehr gut, und ich sehe es jetzt selbst im Nachhinein."

Ganz anders klangen dagegen die Worte Bös in Richtung Botn. Was dieser in den letzten anderthalb Monaten durchgemacht habe, "kann keiner von uns nachvollziehen", sagte Bö: "Was er heute erreicht hat, ist eine der größten Leistungen, die wir im norwegischen Wintersport je gesehen haben."

Für die Norweger sei "eine Goldmedaille eine Sache, aber eine andere Sache ist das Gefühl, wenn man an Sivert denkt", sagte Botn, "und ich glaube, jeder im Team hofft einfach, dass er stolz auf das ist, was wir getan und erreicht haben."

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid

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