Olympia

Unschlagbar vielseitig bei Olympia Reit-Equipe krönt sich mit Gold

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Einer von fünf deutschen Olympiasiegern ist Dirk Schrade.

(Foto: dpa)

In der 39. Olympia-Entscheidung bricht der Bann: Die Vielseitigkeitsreiter bescheren dem deutschen Team die erste Goldmedaille in London. Schon vor den letzten Reitern steht der Triumph der deutschen Equipe fest. Der obligatorische Umtrunk in einem Pub dürfte diesmal etwas fröhlicher ausfallen.

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Michael Jung bescherte seinem Team mit seinem Nullfehlerritt auf Sam vorzeitig Gold.

(Foto: dapd)

Als Michael Jung mit Sam das letzte Hindernis überwunden hatte, kannte bei den deutschen Vielseitigkeitsreitern der Jubel keine Grenzen mehr. Vor den Augen der Pferdesport-begeisterten britischen Königsfamilie bestieg die deutsche Equipe wie schon 2008 in Hongkong den Olympia-Thron. Souverän und überlegen ließ das schwarz-rot-goldene Team die Konkurrenz hinter sich und behielt auch im abschließenden Springen die Nerven.

Mit seinem Null-Fehler-Ritt im Greenwich Park machte Welt- und Europameister Jung an seinem 30. Geburtstag den Olympiasieg vorzeitig perfekt und sicherte der deutschen Olympia-Mannschaft die erste Goldmedaille in London. Schlussreiterin Ingrid Klimke aus Münster mit Abraxxas konnte sich ganz auf die Einzelwertung konzentrieren, leistete sich aber zwei Abwürfe, fiel von Rang eins auf acht zurück und trat im Einzel nicht mehr an. Dort krönte sich Jung schließlich zum Doppel-Olympiasieger.

Jung im Ungewissen zu Gold

Vor seinem ersten Gold-Ritt war Jung von Bundestrainer Hans Melzer Jung nicht gesagt worden, dass er schon den Team-Olympiasieg sichern könnte. Deshalb wusste der Ausnahmereiter aus Horb zunächst auch nicht, was seine Glanzvorstellung bedeutete. "Ich musste erst noch einmal nachfragen", sagte er. "Das ist fantastisch. Die Anspannung war schon groß."

Die große Stärke der deutschen Vielseitigkeitsreiter ist der Zusammenhalt. "Wir sind einfach ein Super-Team", schwärmte Ingrid Klimke, die auch 2008 schon dabei war. Die Equipe hat seit mehreren Jahren einige feste Rituale, die sie schon beim WM-Sieg 2006 und beim Olympiasieg 2008 gepflegt haben. "Wir haben jedes Mal eine Musik-CD aufgenommen, auf der jeder Reiter zwei Lieblingslieder drauf hat", berichtete die 44-Jährige. Das Lied "I am what I am" gehöre jedes Mal zum Repertoire: "Und natürlich 'We are the champions', das darf nie fehlen."

Lockerheit ist Trumpf

Zu den Besonderheiten des deutschen Teams gehört auch die Lockerheit. Nach jedem Wettkampf-Tag trafen sich die Reiter und ihre mitgereisten Angehörigen in einem Pub um die Ecke zu einem kleinen Umtrunk. Später am Abend gab es im olympischen Dorf noch ein letztes Bier. "Der Teamchef hat irgendwo im Keller etwas versteckt und stellt dann ein Sixpack auf den Tisch", verriet Klimke: "Mehr als eins für jeden gibt es aber nicht."

Die sportliche Voraussetzung für die Medaille schaffte das Team schon mit der Führung nach der ersten von drei Teilprüfungen. "Die Dressur ist immer die Grundlage", erklärte Michael Jung. "Wenn man da führt, müssen die anderen hinterher reiten."

Obwohl ausgerechnet der allererste von insgesamt 15 Ritten für die Team-Wertung daneben ging und Peter Thomsen mit Barny in der Dressur Probleme hatte, führte das deutsche Team von Beginn an. Auch im Gelände blieb jeder der fünf Starter ohne Springfehler. "Das ist eine klasse Mannschaftsleistung", lobte Bundestrainer Melzer.

Quelle: n-tv.de, dpa

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