Wer, was und wie viel überträgtTV-Sender setzen auf neue Moderationsteams bei Olympia

ARD, ZDF und Eurosport senden Hunderte Stunden von den Olympischen Winterspielen - mit geänderten Moderationsteams, vielen Experten und erstmals seit 2006 auch wieder ohne Zeitverschiebung.
Viele Millionen deutscher Fernsehzuschauer sind Wintersportfans. Während der Olympischen Spiele in Mailand und Cortina kommen sie auf ihre Kosten und haben eine riesige Auswahl bei drei Sendern. Ein Teil des TV-Angebots ist kostenpflichtig. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
Was zeigen ARD und ZDF?
220 Stunden Olympia zeigen die beiden öffentlich-rechtlichen Sender in den Hauptprogrammen. Am Freitag startet das Erste mit der Eröffnungsfeier (20 Uhr). Kommentator Tom Bartels bekommt im Fußballstadion San Siro in Mailand Unterstützung von Giovanni di Lorenzo. Der Chefredakteur der "Zeit" und Moderator der Talkshow "3nach9" von Radio Bremen erlebt bei der Eröffnungsfeier seine Sport-Premiere in der ARD.
Das sportliche Programm in den Hauptprogrammen beginnt schon einen Tag vorher im ZDF mit einem Eishockeyspiel. Ab 12 Uhr zeigt das Zweite am Donnerstag das erste Spiel der deutschen Frauen gegen Schweden. Der erste komplette Olympia-Tag ist Samstag, wenn die ARD um 10 Uhr startet und bis 23 Uhr sendet. An den meisten Tagen beginnen die Übertragungen bereits um 9 Uhr.
Die Olympia-Übertragungen enden am 22. Februar mit der Schlussfeier ab 20.30 Uhr, die Stefan Bier in Verona für das ZDF kommentiert. Bis dahin gibt es nach Angaben der öffentlich-rechtlichen Sender alle Entscheidungen mit deutschen Medaillenchancen live, im Fall paralleler Wettbewerbe in Form von Konferenzschalten.
Was bieten die öffentlich-rechtlichen TV-Sender im Internet?
Das Erste und Zweite haben zudem ein gemeinsames Angebot von insgesamt 1400 Stunden mit bis zu sieben parallelen Kanälen im Internet auf "sportschau.de" und "sportstudio.de" sowie in den Mediatheken. Das Livestream-Angebot beginnt am Mittwoch ab 19.05 Uhr mit Curling. "Bei diesem ersten großen Highlight im Sportjahr 2026 verpassen die Zuschauerinnen und Zuschauer nichts", sagte ZDF-Sportchef Yorck Polus.
Wie viele Menschen schauen zu?
Die deutschen TV-Zuschauer sind Wintersportfans, vor allem beim Biathlon und Skispringen schauen regelmäßig mehrere Millionen Menschen zu. Und nach 20 Jahren gibt es wieder Übertagungen von den Winterspielen ohne Zeitverschiebung. "Gerade bei Olympia in Peking waren wir mitten in der Nacht auf Sendung, das war ein bisschen schade, weil dann der Sport an den Sehgewohnheiten vorbeigeht", sagte ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein. "Dieses Mal können wir von vorne bis hinten alles live erleben."
ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky sagte: "Vor zwei Jahren in Paris haben wir gesehen, welch einen großen Unterschied es für die Begeisterung der Menschen in Deutschland ausmacht, ob Olympia in der Ferne oder quasi vor unserer Haustür stattfindet. Und wir haben gesehen, dass das Interesse an Olympia beim TV-Publikum ungebrochen hoch ist." Die Eröffnungsfeier der Sommerspiele in Paris sahen 10,44 Millionen Menschen in der ARD.
Balkausky geht bei den Winterspielen in Norditalien "davon aus, dass die absoluten Zuschauerzahlen deutlich über denen von Peking 2022 liegen werden. Schließlich haben wir dieses Mal großartige Höhepunkte auch im Vor- und Hauptabendprogramm".
Wie überträgt WBD?
Olympiarechte hält auch Warner Bros. Discovery (WBD). Im frei empfangbaren Fernsehen wird der zum US-Konzern gehörende Spartensender Eurosport 260 Stunden Olympia live senden. Zum Angebot gehören auch der jüngst in Deutschland gestartete Streaminganbieter HBO Max sowie die ebenfalls kostenpflichtige Plattform discovery+. Sie bieten 850 Stunden Live-Sport, davon 680 Stunden mit deutschsprachigem Kommentator.
Wer moderiert?
Bei der Moderation gibt es im Vergleich zu den bisher letzten Spielen in Peking gleich mehrere Änderungen. Die ARD setzt bei der Moderation dabei wieder auf ein reines Frauen-Team: Esther Sedlaczek und Stephanie Müller-Spirra sind die Nachfolgerinnen von Jessy Wellmer und Julia Scharf, sie präsentieren das Olympia-Programm des Ersten aus dem gemeinsamen Studio der öffentlich-rechtlichen Sender in Mainz. Für das Zweite moderieren Katrin Müller-Hohenstein und Jochen Breyer, der Rudi Cerne nachfolgt. Bei Eurosport führen Birgit Nössing, Oliver Sequenz und Fabian Hambüchen durch das Programm.
Welche Experten sind im Einsatz?
Alle Sender setzen auf ehemalige Sportler und Trainer als Experten, die teilweise auch als Co-Kommentatoren zum Einsatz kommen. Für das Erste arbeiten Katarina Witt (Eiskunstlauf), Erik Lesser (Biathlon), Arnd Peiffer (Biathlon), Mariama Jamanka (Bob, Rodeln, Skeleton), Sven Hannawald (Skispringen) und Felix Neureuther (Ski Alpin).
Das Zweite setzt auf Sven Fischer und Denise Herrmann-Wick (Biathlon), Ronja Jenike (Eishockey), Benedikt Mayr (Freestyle Ski), Johannes Ludwig (Rodeln), Marco Büchel (Ski alpin) und Severin Freund (Skispringen). Das größte Expertenteam bietet Warner Bros. Discovery mit rund 30 ehemaligen Athleten.