Olympia

Sohn hat Rekord nur kurz inneVater eines Olympia-Pechvogels küsst Helfer die Brille kaputt

20.02.2026, 09:37 Uhr
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Joep Wennemars brach einen olympischen Rekord, aber gewann am Ende keine Medaille. (Foto: IMAGO/ANP)

Der stolze Vater des niederländischen Eisschnellläufers Joep Wennemars weiß nach einem Rekordlauf seines Sohnes nicht, wohin mit seiner Freude. Es trifft einen unbeteiligt auf der Treppe sitzenden Olympia-Helfer - mit Folgen.

Kurioser Olympia-Moment auf der Tribüne: Der Vater des niederländischen Eisschnellläufers Joep Wennemars hat während eines euphorischen Jubellaufs nach dem olympischen Rekord seines Sohnes die Brille eines Olympia-Helfers kaputt geküsst.

Als der 23-Jährige unter dem Jubel vieler mitgereister Oranje-Fans über 1.500 Meter zur vorübergehenden Bestzeit lief, wusste Erben Wennemars auf den Rängen nicht, wohin mit seinem Stolz auf den Sohnemann.

TV-Bilder zeigten dann, wie es zum großen Malheur kam: Der ehemalige Eisschnelllauf-Weltmeister und zweimalige Bronzemedaillengewinner der Winterspiele 2006 hopste aufgeregt auf den Rängen herum, schrie mit wilden Jubelgesten seine Freude heraus und schnappte sich dann kurzerhand einen Volunteer, der nichtsahnend auf einer Treppenstufe herumkauerte. Der 50-Jährige drückte ihm so euphorisch einen Kuss aufs Gesicht, dass die Brille des Mannes zerbrach.

Sohn verpasst Medaille nach Kuss-Malheur

Als Wennemars registrierte, was da gerade passiert war, hielt er sich erschrocken die Hand vors Gesicht, jubelte zwar zwischendurch weiter, bat den verdutzten Helfer aber mehrfach sichtlich um Entschuldigung.

Es kam noch schlimmer: Nach dem Malheur auf den Rängen wendeten sich auch die Ereignisse auf dem Eis gegen die Wennemars-Familie. In den letzten Paarungen zogen tatsächlich noch drei Athleten am Niederländer vorbei: Der Chinese Ning Zhongyan holte mit neuem olympischem Rekord (1:41,98 Minuten) Gold, US-Star Jordan Stolz landete auf Platz zwei und Wennemars' Landsmann Kjeld Nuis gewann Bronze.

"Es ist, als würde man einen schlechten Film anschauen", sagte Wennemars über den undankbaren vierten Platz. Er sei das wahrscheinlich beste Rennen seiner Karriere gelaufen. "Es ist schade, dass es so enden muss."

Bereits über 1.000 Meter der große Pechvogel

Besonders bitter: Bereits einige Tage zuvor über 1.000 Meter lag der 23-Jährige während seines Laufes auf Medaillenkurs, als ihn der dafür später disqualifizierte Chinese Ziwen Lian auf der Bahn behinderte. Der Niederländer wurde schließlich nur Fünfter. Er durfte zwar wegen des Vorfalls unter tosendem Applaus der Oranje-Anhänger noch einmal ran, konnte sich aber nicht verbessern.

Trotz der für ihn unglücklich verlaufenen Wettkämpfe blickt Wennemars kämpferisch nach vorn. "Ich weiß, dass irgendwann mein Tag kommen und sich all die harte Arbeit auszahlen wird." Wenn das passiert, sollten sich die Menschen in der Nähe seines Vaters besser in Acht nehmen.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa

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