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iPads mit Super-Displays Apple bereitet Mini-LED-Geräte vor

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iPads mit Mini-LED-Display könnten noch dünner als die aktuellen Pro-Modelle ausfallen.

(Foto: Apple)

Schon in diesem Jahr soll Apple Geräte mit Mini-LED-Displays auf den Markt bringen. Zu den ersten kontraststarken Neulingen gehören vermutlich iPads.

Der bekannteste Apple-Analyst hat eine spannende Prognose veröffentlicht. Laut "MacRumors" schreibt Ming-Chi Kuo, dass der iPhone-Hersteller aktuell sechs Geräte entwickelt, die Bildschirme mit Mini-LEDs besitzen werden. Dabei soll es sich um einen iMac Pro mit 27-Zoll-Display, ein 14,1-Zoll-MacBook Pro, ein 16-Zoll-MacBook Pro, ein iPad Pro mit 12,9 Zoll großem Bildschirm, ein 10,2-Zoll-iPad und auch ein neues iPad mini handeln.

Kuo rechnet nicht damit, dass die Coronavirus-Epidemie die Entwicklung der Mini-LED-Geräte verzögern wird. Er erwartet, dass sie in diesem und im kommenden Jahr auf den Markt kommen werden. Genaue Termine nannte der Analyst in seiner jüngsten Prognose nicht. "MacRumors" weist allerdings darauf hin, dass Kuo in vorangegangenen Mitteilungen schrieb, das 16-Zoll-MacBook Pro werde im vierten Quartal dieses Jahres auf den Markt kommen. Damit wäre auch ein Verkaufsstart der 14,1-Zoll-Variante wahrscheinlich.

Ähnlich sieht es bei den neuen Mini-LED-iPads aus. Laut Kuo erscheint das Pro-Modell mit 12,9-Zoll-Display im Herbst 2020. "MacRumors" schreibt, in Gerüchten hieß es bisher, Apple stelle die große Pro-Variante im Herbst vor, nachdem andere Pro-Modelle im Frühjahr Upgrades erhalten hätten.

Was sind eigentlich Mini-LED-Displays?

Die Mini-LED-Technologie ist im Prinzip eine Verbesserung herkömmlicher LCDs mit Hintergrundbeleuchtung. Bei den neuen Displays verteilen sich auf gleicher Fläche deutlich mehr und bis zu 1000 Mal kleinere Leuchtdioden (LEDs). Sie bilden zwar immer noch eine Haupt-Lichtquelle, allerdings können durch die Miniaturisierung die LEDs in kleinere Bereiche gruppiert werden, die einzeln präzise ansteuerbar sind. Ming-Chi Kuo vermutet, dass die neuen iPad- und MacBook-Pro-Panels rund 10.000 LEDs besitzen werden, die kleiner als 200 Mikrometer sein sollen. Zum Vergleich: Apples über 5000 Euro teures, 32 Zoll großes Pro Display XDR hat lediglich 500 LEDs.

Damit kommen Mini-LED-Bildschirme den hohen Kontrasten von OLED-Displays sehr nahe, bei denen jede der selbstleuchtenden organischen LEDs an- und-ausgeschaltet werden kann. Gleichzeitig können sie wie andere LCDs sehr hell leuchten. Laut "ITIGC" erreichen sie normalerweise 1500 Nits, bis zu 4000 Nits sind möglich.

Micro-LEDs noch nicht reif für die Masse

Mini-LEDs gelten als Zwischenschritt zu Micro-LEDs, die tatsächlich wie OLEDs selbstleuchtend sind. Auch solche Displays gibt es schon, das vielleicht spektakulärste ist der 146 Zoll große Riesen-Fernseher "The Wall", den Samsung Anfang 2018 vorstellte. Ein Jahr später präsentierten die Südkoreaner 75 Zoll große Module, die durch stark verkleinerte Chips möglich wurden.

Apple arbeitet wohl schon länger an Micro-LED-Bildschirmen, wie aus einem "Bloomberg"-Bericht von 2018 hervorgeht. Demnach soll es dafür in Kalifornien eine geheime Anlage geben. Vorerst setzt Apple aber offensichtlich auf die Mini-LED-Technologie. Das ergibt Sinn, Experten gehen davon aus, dass Micro-LED-Bildschirme nicht vor 2026 in Massenproduktion gehen können.

Quelle: ntv.de, kwe