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Das bessere Macbook? Asus Zenbook 3 ist ein starker Flachmann

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Das Asus Zenbook 3 ist flach und leistungsstark.

(Foto: jwa)

Das Asus Zenbook 3 ist flach, leicht und leistungsstark. Das geht nicht ohne Opfer einher und hat seinen Preis. Ob das Sub-Notebook das 12-Zoll-Macbook trotzdem aussticht? n-tv.de verrät's.

Wer viel unterwegs ist, möchte möglichst weníg schleppen. Ein leistungsstarkes Notebook wiegt aber oft einiges und ihre kleinen und leichten Geschwister bringen häufig weniger Leistung. Das Asus Zenbook UX390UAK, so die genaue Bezeichnung des n-tv.de-Testgeräts, bietet sich als perfekte Lösung für dieses Dilemma an. Es performt wie ein großes Notebook und ist trotzdem superflach und superleicht.

Flaches Leichtgewicht

Hersteller Asus bekommt beim Zenbook 3 das Gleichgewicht zwischen Leistung und Kompaktheit ausgesprochen gut hin. Die Ränder um das scharfe 12,5-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) sind recht schmal, der Platz wird optimal ausgenutzt. Auch die Chiclet-Tastatur nimmt eine größtmögliche Fläche ein. Die einzelnen Tasten sind angenehm groß, die Abstände zwischen den Tasten beugen allzu häufigem Vertippen vor, links und rechts vom Tastenblock sind nur wenige Millimeter Platz zum Rand des hochwertig verarbeiteten und superflachen Metallgehäuses – es misst lediglich 296 x 191,2 x 11,9 Millimeter und wiegt nur rund 900 Gramm.

Das Touchpad unterhalb der Tastatur ist ebenfalls schön groß und lässt sich angenehm bedienen - es fühlt sich geschmeidig an und reagiert zuverlässig auf Eingaben. In der oberen rechten Ecke sitzt ein Fingerabdruck-Scanner, der für die sichere Anmeldung mit Windows Hello eingesetzt werden kann. Im Test erkannte er den registrierten Finger zwar nicht immer, andere Testberichte bescheinigen ihm aber gute Arbeit. Alternativ ist eine Anmeldung per Zahlencode schnell und problemlos möglich.

Starker Prozessor

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Oberhalb der Tastatur sitzen die Lautsprecher.

(Foto: jwa)

Im Innern des Zenbook UX390U taktet ein kräftiger Intel-Core-i7-7500U oder wahlweise ein i5-7200U. Das unterscheidet das Zenbook von der direkten Konkurrenz, allen voran Apples Macbook 12. Denn das ist etwas schwerer und größer, hat aber trotzdem nur einen schwächeren Y-Prozessor an Bord. Das n-tv.de-Testgerät hat zudem 8 Gigabyte Arbeitsspeicher an Bord, eine kräftigere Variante mit 16 GB Arbeitsspeicher bietet Asus auch an. Auf die interne SSD-Festplatte passen 512 Gigabyte Daten.

Die verbauten Lautsprecher von Harman/Kardon sitzen oberhalb der Tastatur und zwei weitere unterhalb des Gehäuses. Sie sind relativ laut und geben einen für ihre Größe relativ satten Klang wieder, sodass das Zenbook auch gut für Streaming oder zum Musikhören genutzt werden kann, wenn es keine besseren Alternativen gibt. Via Bluetooth lassen sich Drahtlos-Lautsprecher anbinden, ein Audio-Ausgang für 3,5-Millimeter-Klinkenstecker sitzt links oben im Gehäuse.

Macken im Praxiseinsatz

Auf dem Papier ist das Zenbook ein echter Knaller. Auch in der Praxis macht es meistens eine gute Figur – nicht immer aber wird es dem hohen Preis gerecht, im Test zeigte es auch ein paar Schwächen, manche davon bauartbedingt. Einen Einsatz im Freien erschwert das Display, da es stark spiegelt. Zu Glück ist die Bildschirmhelligkeit hoch genug, sodass es nur bei direkter Sonneneinstrahlung zu Problemen mit der Ablesbarkeit kommt.

Das extrem flache Gehäuse lässt nicht viel Platz für den Lüfter, der den Intel-Chipsatz herunterkühlen muss. In der Praxis bedeutet das, dass der Lüfter häufig aktiv ist. Beim Testgerät war das nicht immer der Fall, teilweise schien er aber auch dann auf Hochtouren zu laufen, wenn das Zenbook keinerlei anspruchsvolle Aufgaben zu verrichten hatte.

Das extrem flache Gehäuse hat nur sehr wenig Anschlussmöglichkeiten: Neben dem Audio-Ausgang hat das Zenbook 3 nur einen USB-C-Steckplatz, der auch fürs Ladekabel genutzt wird. Zum produktiven Arbeiten muss also ein Dongle her, der dem Nutzer ein paar mehr Anschlussmöglichkeiten bietet. Diesen Minimalismus haben das Zenbook und Apples Macbook 12 gemeinsam. Einen Adapter legt Asus dem Gerät angeblich bei, das Testgerät kam aber ohne.

Nervige Verbindungsabbrüche

Andere Schwächen sind nicht mit der Konstruktion und dem extrem leichten Gewicht des Zenbook erklärbar. Im Test verlor es immer wieder die Verbindung zum eigentlich stabilen WLAN und wollte sie auch nicht wiederherstellen. Auch andere WLAN-Netze in der Nähe wurden nicht mehr erkannt, die einzige Lösung war ein Neustart. Das Touchpad arbeitete weitgehend fehlerfrei, im Test kam es aber mehrfach vor, dass es gar nicht mehr auf Eingaben reagierte oder dass sich das ganze System aufhängte oder extrem verzögert reagierte. Auch hier half nur ein Neustart nach erzwungenem Herunterfahren durch langes Drücken der Power-Taste.

Diese Aussetzer sind nervig und verhindern ein produktives Arbeiten. Es ist aber kaum denkbar, dass es sich hierbei im serienmäßige Probleme handelt. Denkbar ist viel eher, dass es sich beim Testgerät für n-tv.de noch um ein Vorserienmodell handelt, das mit Kinderkrankheiten zu kämpfen hat. Andererseits berichtet zum Beispiel auch Golem in seinem ausführlichen Test von diversen kleineren Problemen mit dem Zenbook.

Damit bleibt ein zwiegespaltener Eindruck: Eigentlich ist das Zenbook 3 ein klasse Gerät mit starkem Prozessor, gutem Display und guter Akkulaufzeit – sechs bis sieben Stunden sind bei normaler Nutzung durchaus drin, bei weniger Bildschirmhelligkeit und sparsamem Arbeiten auch deutlich mehr. Ein ernst zu nehmender Konkurrent zum Macbook 12 ist das Zenbook 3 damit auf jeden Fall. Es ist fast in allen Bereichen etwas besser als Apples Konkurrent. Die genannten Aussetzer und Probleme sind allerdings ein No-Go für ein Notebook, das beim Hersteller in der getesteten Ausführung 1700 Euro kostet.

Quelle: n-tv.de

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