Technik
Die Beoplay E8 machen im Ohr wie im Case eine gute Figur.
Die Beoplay E8 machen im Ohr wie im Case eine gute Figur.(Foto: jwa)
Sonntag, 13. Mai 2018

Edle Bluetooth-In-Ears von B&O: Beoplay E8 sind kabellose Stilikonen

Von Johannes Wallat

Die Beoplay E8 gehören unter den True-Wireless-Kopfhörern zu den stilvollsten. Ihr Design ist edel und schlicht, sie klingen ausgezeichnet und selbst die Ladeschale macht was her. Im Test zeigen sie zwar auch Schwächen, doch die sind bauartbedingt.

In-Ear-Kopfhörer ohne Kabel sind unterwegs unschlagbar praktisch - sie nehmen denkbar wenig Platz im Gepäck ein und gewähren maximale Bewegungsfreiheit. Doch der Segen ist immer auch ein bisschen Fluch zugleich, denn die Hersteller müssen alle benötigte Technik direkt in den Ohrhörern unterbringen, und das geht oft nicht ohne Kompromisse - Sound und Akkulaufzeit vieler In-Ear-Bluetooth-Stöpsel sind nicht das Gelbe vom Ei, und Verbindungsabbrüche sind nicht selten. Können die Beoplay E8 von B&O einen besseren Eindruck hinterlassen? n-tv.de hat's ausprobiert.

Wo der Name Bang & Olufsen drauf steht, ist meistens Qualität drin - die Produkte haben ihren Preis, die Kundenerwartungen sind hoch. Das ist auch bei den Beoplay E8 nicht anders. Mit knapp 300 Euro gehören sie nicht gerade zu den günstigsten Modellen, im Netz und im Elektronikmarkt bekommt man Bluetooth-Stöpsel ohne Kabel schon für 50 Euro. Der (vermeintliche) Mehrwert der Beoplay E8 ist schnell erklärt: Sie klingen gut, sehen gut aus, bieten klangliche Anpassungsmöglichkeiten, lassen bei Bedarf Umgebungsgeräusche durch und die Akkulaufzeit stimmt.

12 Stunden Spielzeit - insgesamt

Die gibt der Hersteller mit rund 4 Stunden an, was sich im Test als realistisch erweist. Die kompakte und stilvoll mit schwarzem Leder verkleidete Transportbox ist zugleich Ladeschale und tankt die Stöpsel etwa zweimal wieder voll, sodass man mit vollen Akkus auf Laufzeiten von insgesamt 12 Stunden kommt. Das ist nicht bahnbrechend, geht aber voll in Ordnung. Zwanzig Minuten Ladezeit im Case bringen laut B&O ungefähr eine Stunde Wiedergabezeit.

Bedient werden die Ohrstöpsel durch Touch-Flächen, jeder Hörer hat einen Sensor mit teils unterschiedlichen Funktionen. Deshalb ist es sinnvoll, am Anfang einen Blick in die Bedienungsanleitung zu werfen. Hält man zum Beispiel die Touch-Fläche am rechten Hörer gedrückt, wird die Musik lauter, links wird sie leiser. Zweimal rechts tippen springt ein Lied vor, ein Doppeltipp links springt ein Lied zurück. Das ist erst irritierend, aber wenn man sich einmal an die Bedienung gewöhnt hat, ist sie intuitiv und macht sogar fast Spaß. Eine Kabelfernbedienung vermisst man jedenfalls nicht.  

Die Ladeschale der Beoplay E8 ist mit Leder verkleidet.
Die Ladeschale der Beoplay E8 ist mit Leder verkleidet.(Foto: jwa)

Dafür muss man sich voll auf die drahtlose Funk-Magie der Beoplay verlassen. Und die hält nicht immer, was sie verspricht: Einmal gekoppelt, erkennen die Beoplay E8 im Test das verbundene Gerät nach dem Einschalten erst schnell und zuverlässig. Als die Stöpsel aber mit einem anderen Gerät verbunden werden sollen, streiken sie und lehnen die Verbindung ab, und schließlich wollen sie sich gar nicht mehr koppeln lassen.

Die App bringt's

Immerhin: Wer die Beoplay-App herunterlädt, hat auch gleich Zugriff aufs Handbuch und kann auf Fehlersuche gehen. Eine Antwort liefert die Anleitung aber nicht unbedingt. Im Test ist nach einigem Hin und Her der Schuldige ausgemacht: Ein Software-Update steht an, danach tauchen die Verbindungsprobleme nicht mehr auf.

Apropos App: Käufer der Beoplay E8 sollten sie nutzen, denn mit ihr regelt man den Transparenzmodus und legt fest, ob die Musik noch leise im Hintergrund weiterlaufen soll, wenn man Umgebungsgeräusche durchlässt, oder ob sie ganz pausiert. Auch den Sound kann man auf einer individuellen Matrix ganz an seine Bedürfnisse anpassen, indem man den Regler in eine der vier Richtungen "Warm", "Bright", "Relaxed" und "Excited" schiebt - diese Begriffe ergeben zwar kaum Sinn, doch intuitiver kann ein Equalizer nicht sein.

Nötig sind diese Anpassungen aber eigentlich nicht, denn auch im neutralen Modus mit dem Regler genau im Zentrum zwischen den vier Dimensionen klingen die Beoplay E8 hervorragend. Bässe sind warm und druckvoll, Mitten schön transparent und ausbalanciert und die Höhen klingen glasklar und geben viele Details preis, ohne zu viel Raum einzunehmen. Hier zeigt sich eine der Stärken des teuren E8: Beim Klang können ihm nur wenige Mitbewerber das Wasser reichen. 

Akustik, Optik und Haptik stimmen

Damit erfüllt das Stöpselduo schon die wichtigsten Anforderungen. Doch auch im Bereich Optik und Haptik weiß der E8 zu gefallen. Die Stöpsel sind angenehm kompakt gehalten und sitzen fest im Ohr, sodass man als Trgäer schnell die Sorge verliert, dass die In-Ears unterwegs herausfallen. Das B&O-Logo auf den Touch-Sensorflächen ist dezent in grau auf schwarz gehalten und zugleich gut sichtbar, das Lade-Case macht mit seiner Lederbeschichtung und dem eingeprägten B&O-Logo einen hochwertigen Eindruck.

Der Beoplay E8 ist also - trotz der Verbindungsschwierigkeiten im Test - ein gutes "True Wireless"-Gesamtpaket, das seinem hohen Preis gerecht wird. Hochwertige Bluetooth-In-Ears ohne Kabel kostet derzeit nun mal viel Geld - 200 bis 300 Euro verlangen alle Hersteller mit einem hohen Qualitätsanspruch für ihre Geräte. Natürlich muss man aber nicht so viel investieren: Wer vor allem das kompakte und praktische Element der Bluetooth-In-Ears schätzt, kann sicher auch mit günstigeren Geräten glücklich werden. Wer daneben aber auch Wert auf guten Look legt und tollen Sound legt und das Geld dafür hat, der trifft mit den Beoplay E8 eine gute Wahl.

Quelle: n-tv.de