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Risiko-Begegnung ohne Warnung Corona-Warn-App verwirrt noch immer

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Wenn die Corona-Warn-App ein niedriges Risiko trotz Risiko-Begegnungen anzeigt, ist alles in Ordnung.

(Foto: Klaus Wedekind)

Einige Nutzer der Corona-Warn-App wundern sich, dass sie Risiko-Begegnungen hatten, aber trotzdem keine Warnung erhielten oder kein erhöhtes Risiko angezeigt wird. Tatsächlich ist das kein Fehler, die App tut genau das, was sie soll. Sie erklärt es nur nicht.

Die meisten Nutzer der Corona-Warn-App werden die Anwendung wahrscheinlich nur gelegentlich oder auch nie öffnen. Warum auch, im Ernstfall erhält man ja eine Push-Benachrichtigung. Wenn man dies trotzdem tut, erfährt man gewöhnlich, dass alles im grünen Bereich ist, weil man bisher noch keine Risiko-Begegnung hatte. Einige Nutzer sehen aber die Info, dass sie ein niedriges Risiko haben, obwohl Risiko-Begegnungen angezeigt werden. Funktioniert die App etwa schon wieder nicht richtig?

Im Gegenteil, solche Fälle zeigen, dass die RKI-Anwendung genau das kann, was von ihr verlangt wird. Sie soll nämlich nicht immer Alarm schlagen, sondern nur dann, wenn eine Begegnung so abgelaufen ist, dass tatsächlich ein erhöhtes Infektionsrisiko bestanden hat. Das ist der Fall, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen: Dauer und Distanz. Man muss in den vergangenen 14 Tagen für mindestens zehn Minuten in der Nähe einer Person gewesen sein, die über die App eine Warnung ausgelöst hat. Kommt nicht alles zusammen, wird eine Risiko-Begegnung nicht als riskant genug für eine Warnung bewertet, aber trotzdem in der App angezeigt.

Auch weiter weg kann nah sein

Dafür muss man einer infizierten Person nicht mal wirklich nahe gewesen sein. Denn die App misst Abstand und Dauer von Begegnungen über die Bluetooth-Funktion der Smartphones. Die Zeit kann dabei sehr genau gemessen werden, der Abstand wird aber nur grob über den sogenannten Dämpfungswert ermittelt. Das heißt, das Bluetooth-Signal schwächt sich bei zunehmender Distanz ab, was die App in Meter umrechnet. Weil dies beispielsweise durch Hindernisse nur sehr ungenau ist, werden Begegnungen bis zu einer Entfernung von bis zu acht Metern registriert.

Dass man selbst die Anzeige von risikolosen Risiko-Begegnungen sieht, ist derzeit noch sehr unwahrscheinlich. Rund 17 Millionen Mal wurde die Corona-Warn-App bisher heruntergeladen. Bis zum 4. August wurden nur 1052 Codes zur Verifizierung positiver Testergebnisse verschickt, das heißt, so viele infizierte Nutzer könnten höchstens eine Risiko-Begegnung gewesen sein.

Quelle: ntv.de, kwe