Technik
Wenn bei iPhones der Akku altert, drosselt iOS die Leistung.
Wenn bei iPhones der Akku altert, drosselt iOS die Leistung.(Foto: kwe)
Dienstag, 19. Dezember 2017

Apple schraubt im Hintergrund: Darum werden ältere iPhones langsamer

Viele Nutzer haben das Gefühl, dass ihr iPhone mit den Jahren immer langsamer wird. Ein Test zeigt: Ihr Gefühl trügt nicht und die Altersschwäche ist offenbar von Apple geplant.

Kürzlich verursachte eine Reddit-Diskussion viel Wirbel, wonach bei älteren iPhones offenbar die Leistung deutlich nachlässt. Auch "iPhone-Ticker" berichtete darüber. Ein Nutzer stellte fest, dass der Leistungsabfall offenbar etwas mit dem Zustand des Akkus zu tun hat. Nachdem er die Batterie seines iPhone 6s austauschen ließ, seien die Resultate im Benchmark-Test Geekbench wieder normal hoch gewesen, schreibt er.

Dass ein Akku im Laufe der Jahre an Kapazität verliert, ist nicht ungewöhnlich. Das darf allerdings die Leistung des Chips nicht weiter beeinflussen. Obwohl auch ein Prozessor Alterserscheinungen zeigen kann, sollten Benchmark-Resultate eines iPhones nach zwei Jahren nicht signifikant abfallen, so lange der Chip nicht beschädigt ist.

Mit iOS 10.2.1 ging's los

Ein Entwickler ist der Sache jetzt auf den Grund gegangen und hat die Ergebnisse im Geekbench-Blog veröffentlicht. Er verglich die vom Benchmark-Anbieter gespeicherten Testresultate des iPhone 6s und des iPhone 7 unter verschiedenen iOS-Versionen. Dabei stellte er fest, dass bis inklusive Version 10.2.0, von wenigen Ausreißer abgesehen, praktisch alle getesteten iPhone 6 annähernd die gleichen Resultate erzielten.

Nach dem Update auf iOS 10.2.1 gab es dann aber plötzlich viele Geräte mit deutlich schwächeren Testergebnissen. Unter iOS 11.2.0 war die Anzahl der erlahmten Geräte nochmal deutlich höher. Beim jüngeren iPhone 7 waren die gemessenen Leistungen bis auf einen kleinen Ausschlag beim Wechsel auf iOS 10.2.1 gleich. Hier gibt es seit Version 11.2.0 eine wachsende Anzahl von schwächeren Testergebnissen.

Der Nutzer weiß von nichts

Dass das Phänomen mit iOS 10.2.1 auftaucht, lässt darauf schließen, dass der Leistungsabfall etwas mit Apples Versuch zu tun hat, ein Problem zu beheben, das zu diesem Zeitpunkt viele Nutzer nervte: Zahlreiche iPhones schalteten sich trotz mehr als ausreichender Batterie-Füllung einfach ab. Jetzt scheint klar zu sein, dass das Update das Problem nicht wirklich beseitigen konnte, sondern lediglich kaschiert. Es gibt seit der Aktualisierung offenbar einen Mechanismus, der die CPU drosselt, wenn der Akku nicht mehr im besten Zustand ist.

Das mag im Alltag keinen allzu großen Unterschied machen und iPhones mit gebrechlicher Batterie halten so länger durch. Der Entwickler kritisiert aber, dass Nutzer nicht darauf hingewiesen werden, dass ihr Gerät in den Stromsparmodus geht. Das ließe sie vielleicht auch glauben, sie sollten sich ein neues Gerät zulegen, obwohl ein Akku-Austausch ausreichen würde. Die Gerüchte über von Apple "geplante Obsoleszenz" erhielten so neue Nahrung, schreibt er.

Quelle: n-tv.de