Technik
Das Doro 8040 hat eine Notfalltaste.
Das Doro 8040 hat eine Notfalltaste.(Foto: kwe)
Montag, 04. Dezember 2017

Doro 8040 mit Fernsteuerung: Das fast ideale Smartphone für Oma und Opa

Von Klaus Wedekind

Das Doro 8040 ist ein Smartphone, das speziell auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnitten ist. Davon sollen auch Verwandte und Bekannte profitieren, die Probleme nicht am Telefon, sondern am Computer lösen können. Ist das so?

Für jüngere Menschen gehört ein Smartphone zum Alltag und der Umgang mit ihm ist für sie selbstverständlich und nicht weiter kompliziert. Doch für Senioren ist es oft überhaupt nicht so einfach, mit so einem Gerät klarzukommen. Sie sehen nicht mehr so gut und auch ihre Finger sind nicht mehr so zielsicher wie früher. Außerdem sind Touchscreens, Apps und Online-Dienste für sie oft völlig neue Techniken. So verzichten viele ältere Menschen komplett auf ein Smartphone oder legen es frustriert zur Seite, weil sie damit nicht zurechtkommen. Das speziell für Senioren konzipierte Doro 8040 soll solche Frustmomente vermeiden und auch Verwandten und Bekannten das Leben leichter machen.

Solide Technik für 210 Euro

Das Smartphone ist kein High-End-Gerät, aber für einen Preis von rund 210 Euro bietet es durchaus vernünftige Technik. Es hat ein 5 Zoll großes LCD, das mit HD-Auflösung eine Pixeldichte von 294 erreicht. Das ist auch für jüngere Augen noch scharf genug. Die Kontraste und Farben sind ebenfalls recht gut. Das Display kann allerdings nicht allzu hell leuchten, was bei Sonnenschein ein Problem ist, zumal das Abdeckglas ziemlich stark spiegelt. Prozessor und 2 Gigabyte Arbeitsspeicher sind gemeinsam stark genug, um im Alltag eine flüssige Bedienung zu gewährleisten.

Eine Dockingstation ist weniger fummelig als ein Ladekabel.
Eine Dockingstation ist weniger fummelig als ein Ladekabel.(Foto: kwe)

Der interne Speicher ist mit 16 Gigabyte nicht allzu üppig bemessen, aber für Fotos und Videos kann man eine microSD-Karte einstecken. Der fest verbaute Akku hat eine ordentliche Kapazität von 1920 Milliamperestunden und bringt das genügsame Smartphone locker über den Tag. Die Kameraausstattung ist für diese Preisklasse ebenfalls in Ordnung. Unter normalen Bedingungen nimmt sie durchaus ansehbare Fotos und Videos auf, bei wenig Licht rauschen die Bilder aber stark. Die Frontkamera ist für Videogespräche völlig ausreichend.

Das Doro 8040 kann sich sehen lassen, auch wenn sein Gehäuse vollständig aus Kunststoff besteht. Es ist gut verarbeitet und was hier wichtiger als Design ist: Es liegt gut und sicher in der Hand und kann auch mal einen Sturz auf den Boden unbeschadet überstehen. Es könnte allerdings noch etwas griffiger sein, wenn die Seiten leicht gummiert wären.

Richtige Tasten und Dockingstation

Technische Daten
  • System: Android 7.0, Sicherheitspatch September
  • Display: 5 Zoll, LCD, HD (1280x720p), 294 ppi
  • Prozessor: MTK MT6738, 1,3 GHz
  • Arbeitsspeicher: 2 GB
  • Interner Speicher: 16 GB
  • Kamera: 8 MP
  • Frontkamera: 2 MP
  • LTE, WLAN n, Bluetooth 4.0
  • SAR: 0.57
  • Maße: 148,6 x 70,1 x 9,48 mm
  • Gewicht: 165 g

Die Tastenausstattung ist absolut seniorengerecht. Der Einschalter sitzt auf der Oberseite und wird so nicht versehentlich gedrückt, wenn die Lautstärke-Wippe bedient wird, die auf der linken Seite gut ertastbar sitzt. Wichtig: Statt Sensor-Tasten hat das Gerät unterm Display physische Knöpfe mit einem gut wahrnehmbaren Druckpunkt. Auch bei Fotos müssen Oma und Opa sich nicht mit einem Touch-Auslöser herumquälen, sondern haben dafür eine eigene Taste. Auf komplizierte Mehrfachbelegungen haben die Hersteller verzichtet. Wichtig: Neben der Kamera hat das Gerät eine große Notfall-Taste, die mit einem Kontakt nach Wahl belegt werden kann. Der Klang des Smartphones ist klar und laut und das Doro 8040 ist mit Hörgeräten kompatibel.

Schick ist, dass Senioren sich zum Aufladen nicht mit einem Kabel abmühen müssen, sondern eine Dockingstation mitgeliefert wird. Wenn man möchte, kann man eine Diashow und/oder die Uhrzeit anzeigen lassen, wenn das Gerät geparkt ist. Blöd ist aber, dass sich der Dockmodus auch aktiviert, wenn man das Gerät einsteckt, um Videos anzusehen. Man muss ihn erst über die Home-Taste verlassen, bevor man einen Film startet.

Schritt-für-Schritt-Oberfläche

Wichtig ist die spezielle Oberfläche des Doro 8040, die für Senioren wesentlich einfacher zu bedienen ist als die von herkömmlichen Smartphones. So zeigt der Startbildschirm drei große Symbole für "Anrufen", "Anzeigen" und "Senden" an, womit die wichtigsten Einsatzmöglichkeiten abgedeckt sind. Tippt man beispielsweise auf "Anzeigen", öffnet sich eine sauber gegliederte Auswahl mit Dingen, die man auf einem Smartphone anzeigen lassen kann. Wählt man etwas aus, kann man sich die möglichen Optionen anzeigen lassen, indem man "Ich möchte" ansteuert. Verwirrende Drei-Punkte-Menüs oder Auswahl durch langes oder festeres Drücken gibt's beim Doro nicht, was es den älteren Nutzern viel leichter macht. Im Prinzip erhalten sie immer eine logische Schritt-für-Schritt-Anleitung, die sie ans Ziel führt. Die grundsätzliche Bedienung eines Smartphones wird bei der Ersteinrichtung gezeigt.

Die Benutzeroberfläche macht es Senioren einfach.
Die Benutzeroberfläche macht es Senioren einfach.(Foto: kwe)

Über den drei Symbolen können vier Verknüpfungen platziert werden. Mehr nicht, damit der Startbildschirm übersichtlich bleibt. Ordner sind hier eigentlich nicht vorgesehen. Die Ausnahme ist die Sammlung mit Google-Apps. Man kann ihn über "Ich möchte" umbenennen und Verknüpfungen eigener Wahl einfügen. Wischt man über dem Home-Button auf dem Display nach oben, öffnet sich eine weitere Auswahl. Ein weiterer Wischer führt zur App-Sammlung. Dazu gibt es noch einen zweiten Startbildschirm mit Widgets und Schnellaktionen. Versiertere Nutzer können auch einen Standardmodus einstellen. Er bietet aber wenig mehr als eine dezentere Optik.

Auch wenn die Benutzeroberfläche logisch und einfach gestaltet ist, gibt es noch Probleme, mit denen Senioren nicht alleine klar kommen. So existieren wichtige Funktionen und Einstellungen, die im Android-Betriebssystem vorgenommen werden müssen. Und manchmal ist eben einfach noch nicht einfach genug. Wenn das Gerät in Betrieb genommen wird, sollte möglichst eine helfende Hand anwesend sein. Beispielsweise kann schon die Prozedur, ein sicheres Google-Konto einzurichten, ältere Menschen überfordern. Am besten geht man dann auch noch die wichtigsten Elemente gemeinsam durch.

Manager hilft

Danach sollte ein Senior mit dem Doro 8040 weitgehend alleine klarkommen - was auch gut fürs Selbstbewusstsein ist. Wenn doch einmal etwas nicht klappt, müssen Helfer aber nicht unbedingt versuchen, Probleme am Telefon zu lösen. Denn Doro bietet die Möglichkeit, übers Internet mit dem Computer auf das Smartphone zuzugreifen.

Leider kann man über den Doro-Manager ein Smartphone nicht komplett fernsteuern, sondern nur einige Einstellungen vornehmen. So kann man den Startbildschirm beispielsweise nicht am Rechner einrichten, sondern lediglich das Hintergrundbild auswählen. Aber es gibt einige wichtige Dinge, die man im Doro-Manager erledigen kann, beispielsweise E-Mail-Konten hinzufügen, Kontakte und den Kalender organisieren oder Fotos übertragen. Außerdem kann man ein verlorenes Handy orten, klingeln lassen oder sperren. Insgesamt ist der Doro-Manager eine willkommene Unterstützung, kann den ausführlichen Telefon-Support oder einen persönlichen Besuch beim Besitzer aber nicht ganz ersetzen.

Unterm Strich ist das Doro 8040 das fast ideale Smartphones für Senioren, das weit einfacher zu bedienen ist als ein in die Jahre gekommenes Top-Smartphone oder ein anderes aktuelles Handy zu diesem Preis. Es ermöglicht älteren Menschen den Zugang zu einer Technologie, die sie anders vielleicht gar nicht nutzen könnten oder wollten. Und auch wenn keine echte Remote-Kontrolle möglich ist, erleichtert es der Doro-Manager doch, ihnen dabei zu helfen.

Quelle: n-tv.de

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