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Spektakuläre I/O-Keynote Das ist Googles aufregende Zukunft

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Google Home - ein neuer Assistent für zu Hause.

(Foto: jwa/Screenshot Youtube)

Zur Eröffnung der Entwicklerkonferenz I/O gibt Google einen beeindruckenden Einblick in die Zukunft - mit Virtueller Realität, einem neuen intelligenten Assistenten und starken Messaging-Apps. Und bei Android dürfen Nutzer erstmals mitbestimmen.

Einmal im Jahr lädt Google zur Entwicklerkonferenz I/O nach Kalifornien. Die feierlichen Eröffnungsveranstaltungen, bei denen Google Neuigkeiten aus Hard- und Software präsentiert, werden live im Internet übertragen, damit die ganze Welt zuschauen kann. Bei der Keynote zur I/O 2016 sind gleich zwei Dinge neu: Die Veranstaltung findet unter freiem Himmel im Shoreline Amphitheatre statt. Und erstmals können Zuschauer die Präsentation mittels VR-Brille in 360-Grad-Ansicht verfolgen. Doch Virtuelle Realität ist während der Keynote nicht das einzige große Thema.

Assistant

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Googles I/O-Keynote fand unter freiem Himmel statt.

(Foto: jwa/Screenshot Youtube)

Erste Neuheit ist eine Weiterentwicklung von Googles Sprachsteuerung Google Now: Google Assistant, mit dem Nutzer wie in einer gewöhnlichen Unterhaltung sprechen, Folgefragen stellen und natürliche Antworten bekommen können. Stehen sie vor einer Sehenswürdigkeit, reicht die Frage: "Wer hat das gebaut?" Durch Zusammentragen von verschiedenen Daten wie dem Standort erkennt der Assistent, worum es geht. Kinokarten können ebenfalls direkt aus der "Unterhaltung" heraus gekauft werden. Das Ziel von Google Assistant ist laut Pichai: Ein persönliches Google für jeden Nutzer.

Home

Und wie kommt Assistant ins eigene Zuhause? Die Antwort heißt Google Home - eine zentrale Schnittstelle, die Musik und Medien abspielt, Aufgaben erledigt und dabei lediglich Sprachkommandos braucht. Google Home ist dabei nicht mehr als ein kleiner, runder Zylinder mit Lautsprecher, Mikrofon und LED-Lichtern, komplett ohne Tasten. Google Home unterstützt Google Cast und kann damit auch andere Lautsprecher ansteuern, Multiroom-Systeme kontrollieren oder den Fernseher im Wohnzimmer. Außerdem funktioniert Google Home mit anderen Heimautomationssystemen. Das Sahnehäubchen: Home antwortet auch auf Google-Suchanfragen und hilft auf Wunsch als persönlicher Assistent im Alltag. Google Home soll später in diesem Jahr verfügbar sein.

Allo und Duo

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So sieht Google Home aus.

(Foto: jwa/Screenshot Youtube)

Nächster Punkt auf der vollen Agenda: die Messaging-App Allo. Sie verbindet sich mit den eigenen Kontakten über die Telefonnummern, integriert den Google Assistant und soll besonders sicher sein - Chats sind Ende-zu-Ende verschlüsselt, private Chats können nach einer Zeit automatisch gelöscht werden. Pluspunkt sind Sticker und besondere Formatierungsoptionen, unter anderem, um die Textgröße anzupassen. Fotos können vor dem Verschicken mit Skizzen verziert werden, mögliche Antwortmöglichkeiten werden vorgegeben, sodass im besten Fall ein Fingertipp als Reaktion ausreicht. Stark: Googles Smart Reply erkennt auch die Inhalte von empfangenen Fotos und schlägt Antworten vor. Der Assistant hilft zum Beispiel bei der Planung von Verabredungen zum Essen oder zum Kino.

Passende Begleitung von Allo ist Duo, eine Videochat-App, die wie Allo im Sommer für iOS und Android verfügbar sein wird und die Inhalte ebenfalls komplett verschlüsselt überträgt. Besondere Funktion: Knock Knock. Duo zeigt einen Livestream des Anrufers, bevor man abnimmt - eine Art Vorschau, die nahtlos in den eigentlichen Video-Chat übergeht.  

Android N

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Nutzer können ihre Namensvorschläge für Android N einschicken.

Erst nach diesen neuen Apps geht es bei Google um Android. Die ersten Vorschauversionen von Android N wurden bereits vor der I/O veröffentlicht.  Einen Namen gibt es noch nicht und für die "N"-Version möchte Google nun erstmals die Nutzer mitentscheiden lassen. Sie können ihre eigenen Vorschläge abgeben - die endgültige Entscheidung liegt aber bei Google. Wenig überraschend: Android N bietet bessere Grafikleistung, bessere Performance und soll gleichzeitig weniger Speicherplatz und Akku verbrauchen. Die Sicherheit wird unter anderem durch stärkere Verschlüsselung verbessert. Sicherheits-Updates werden, ähnlich wie bei Windows 10, zukünftig automatisch im Hintergrund heruntergeladen.  

Die Übersicht der zuletzt geöffneten Apps wird aufgeräumt, lange nicht genutzte Apps verschwinden automatisch. Ein Doppeltipp auf den Quadrat-Button springt zurück zur zuletzt geöffneten App. Geteilte Bildschirmansichten sind ebenfalls neu, entweder "Split Screen" oder "Bild in Bild", das für Android TV entwickelt wurde. Benachrichtigungen können besser verwaltet werden. Android N unterstützt zudem die neuen Emojis von Unicode 9.

Virtuelle Realität

Dann, endlich: Virtuelle Realität, das Trendthema des Jahres. Die Plattform Daydream ist die VR-Zentrale für Android-Geräte. Google gibt Spezifikationen für Smartphones vor, integriert einen VR-Modus in Android N, in dem das System perfekt auf das VR-Erlebnis eingestellt wird. Passende Geräte werden als Daydream-Ready zertifiziert, die großen Smartphone-Hersteller sind an Bord. Außerdem gibt Google ein Referenzdesign für Headsets vor. Highlight ist der kleine Controller, der ähnlich wie bei HTCs Vive zwei Bedientasten und einen Bewegungssensor hat. Erste Geräte sind für den Herbst angekündigt.

Android Wear

Auch für Googles Wearable-System Android Wear gibt es ein Update: Android Wear 2.0. Mit dabei sind neue Watchfaces, erweiterte Antwortmöglichkeiten für Benachrichtigungen, Handschrifterkennung auf dem Uhrendisplay und eine verbesserte Fitness-App mit Aktivitätserkennung. Fitness funktioniert auch ohne Smartphone, so dass man beim Sport das Handy zu Hause oder in der Tasche lassen kann. Auch andere Apps sind mit Android Wear 2.0 vom Handy befreit und funktionieren als Stand-Alone-Apps. 

Quelle: n-tv.de

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