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FBI bietet hohe Belohnungen Die meistgesuchten Hacker der Welt

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Das FBI sucht Hacker per Steckbrief.

(Foto: FBI/kwe)

Die dicksten Fische unter den Cyber-Gangstern haben Millionen Dollar erbeutet, Regierungen angegriffen und große Unternehmen ausspioniert. Das FBI jagt sie und hat hohe Belohnungen auf sie ausgesetzt. Wer sind die meistgesuchten Hacker der Welt?

Auch wenn es die Wortwahl in der Berichterstattung manchmal so aussehen lässt: Die meisten Hacker sind keine Kriminellen, sondern lediglich Technikenthusiasten, die großen Spaß daran haben, ein System bis zum Kern zu erkunden und mögliche Hindernisse zu überwinden. Viele von ihnen arbeiten für die "Gegenseite", entwickeln Antivirus-Software oder sichern Unternehmens-IT ab. Aber es gibt sie natürlich, die kriminellen Hacker, die für Geld oder Vaterland Firmen ausspionieren, Regierungen und Behörden angreifen oder Anschläge auf Infrastrukturen verüben. Das FBI jagt einige besonders gefährliche Cyberkriminelle per Steckbrief und hat Belohnungen in Höhe von bis zu 3 Millionen Euro ausgesetzt.

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Nummer 1 auf der Fahndungsliste: Für die Ergreifung von Evgeniy Bogachev hat das FBI eine Belohnung in Höhe von 3 Millionen Dollar ausgesetzt.

(Foto: FBI)

Hinter dem aus Pakistan stammenden Farhan Ul Arshad ist das FBI laut "Welivesecurity" seit 2012 her. Er soll Unternehmen und Regierungen um zusammen über 50 Millionen Dollar geprellt haben, indem er Computersysteme für Betrügereien kompromittierte. Zu seinen Komplizen gehörten offenbar Mitglieder einer kriminellen Organisation, die sich über Pakistan, die Philippinen, Saudi-Arabien, die Schweiz, Spanien, Italien, Singapur, Malaysia und viele andere Länder erstreckte. Die Belohnung: 50.000 Dollar.

Windows-Rechner im Visier

Der Syrer Andrey Nabilevich Taame soll an der Kampagne "Operation Ghost Click" beteiligt gewesen sein, bei der zwischen 2007 und 2011 mehr als 4 Millionen Computer in über 100 Ländern infiziert wurden. Die Malware "DNS Charger" ermöglicht Hackern, Browsereinstellungen auf Windows-Computern so zu modifizieren, dass der Traffic auf Webseiten mit schädlichen Werbeanzeigen umgeleitet wird. Die Malware wurde zuerst auf dem Computernetzwerk der US-Weltraumbehörde Nasa gefunden. Bis auf Taame wurden 2011 alle Mitglieder der Kampagne festgenommen.

Ercan Findikoğlu wird indes verdächtigt, durch Kartenbetrug 60 Millionen Dollar gestohlen zu haben. Ihn erwartet eine Gefängnisstrafe von bis zu 247 Jahren, sollte er gefasst werden. Zusammen mit Komplizen drang er in Datenbanken ein und griff Kreditkartendaten und Pin-Nummern ab. Damit wurden Blankokarten gefüttert, mit denen dann weltweit Geld abgehoben wurde. Im Dezember 2013 schnappten Ermittler Findikoğlu in Frankfurt, er sollte ausgeliefert werden. Der Bundesgerichtshof revidierte diese Entscheidung aber mit der Begründung, es gäbe keine Garantie, dass der Türke in den USA keine unangemessen hohe Strafe erhalte.

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Sun Kailiang soll ein Offizier von Chinas Cyber-Armee "Einheit 61398" sein.

(Foto: FBI)

Fünf der vom FBI meistgesuchten Cybergangster sind Chinesen, die zur "Einheit 61398" gehören sollen. Fachleute halten sie für Pekings Cyber-Armee. Wang Dong, Sun Kailiang, Wen Xinyu, Huang Zhenyu und Gu Chunhui haben angeblich als Offiziere der Einheit zwischen 2006 und 2014 Angriffe auf die Computernetzwerke von sechs US-Unternehmen durchgeführt, während diese sich in Verhandlungen, Joint Ventures oder anderen legalen Aktivitäten mit oder gegen staatliche Unternehmen in China befanden. Unter anderem sollen sie Informationen zum Bau von Atomkraftwerken gestohlen haben. Ihnen drohen Haftstrafen von jeweils bis zu 217 Jahren.

Luxus-Auktionen bringen Millionen

Für Hinweise. die zur Ergreifung von Nicolae Popescu führen, zahlt das FBI bis zu 1 Million Dollar Belohnung. Der Rumäne wird beschuldigt, mit falschen Internetauktionen für Luxus-Uhren, Autos, Yachten oder Privatjets weltweit rund 800 Opfer um mehr als 3 Millionen Dollar erleichtert zu haben - auch in Deutschland. Zwar wurde Popescu in Rumänien festgenommen, musste aber wegen formaler Fehler wieder freigelassen werden.

100.000 Dollar beträgt die Belohnung für den russischen Hacker Alexsey Belan. Er soll sich 2012 und 2013 in die Netzwerke von drei großen E-Commerce-Firmen gehackt haben, um Datenbanken zu plündern. Es wird vermutet, dass Belan Nutzerdaten und zugehörige verschlüsselte Passwörter gestohlen hatte, bevor er die Datenbanken auf dem Cyber-Schwarzmarkt verkaufte.

Ganz oben auf der FBI-Liste steht Evgeniy Bogachev, für dessen Ergreifung die US-Behörde bis zu 3 Millionen Dollar hinblättern würde. Der Russe steht im Verdacht, Autor, Entwickler und Drahtzieher hinter dem Botnet GameOver Zeus zu sein, das zusammen mit der Ransomware CryptoLocker weltweit eine halbe Million Rechner infizierte. Bogachev soll Zugänge zu Bankkonten gestohlen und auf Computern Erpresser-Software (Ransomware) installiert haben, um von den Opfern Lösegeld zu kassieren. Vermutlich hat der Russe mit dem Pseudonymen "lucky12345" und "slavic" rund 100 Millionen Dollar erbeutet.

Quelle: n-tv.de, kwe

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