Technik

Diebstahlschutz per Bluetooth Dieses Schloss sichert smart das Rad

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Das iLockit GPS passt an die meisten handelsüblichen Fahrräder.

(Foto: kwe)

Das iLockit GPS ist ein smartes Bluetooth-Fahrradschloss aus Brandenburg, das Dieben das Handwerk erschweren und Nutzern das Leben erleichtern soll. ntv.de hat ausprobiert, wie gut das klappt.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 280.000 Fahrraddiebstähle angezeigt, die Dunkelziffer ist wahrscheinlich weit höher. Laut ADFC betrug die Aufklärungsquote 2018 nur 9,3 Prozent. Große Hoffnungen, einen gestohlenen Drahtesel zurückzubekommen, kann man sich also nicht machen. Deshalb ist es ratsam, ein Fahrrad gut zu sichern. Das ist aber gerade bei kleinen Stopps etwas mühsam und nicht wenige Radler vertrauen daher beispielsweise beim kurzen Einkauf auf ihr Glück. Besonders praktisch in solchen Fällen ist das smarte Fahrradschloss iLockit, das sich auf Wunsch ganz von alleine schließt und öffnet und Langfingern auch mit GPS-Technik die Arbeit schwer macht. ntv.de hat es ausprobiert.

Schnell montiert

Bevor man das Schloss anschraubt, lädt man zunächst den integrierten Akku und verbindet das Schloss über die iLockit-App mit dem Smartphone. Das Gerät selbst ist dann schnell montiert, eine deutsche Anleitung gibt klare Anweisungen. Das Schloss wird an die Rahmenstreben des Hinterrads an die Bohrungen geschraubt, die sich dort üblicherweise befinden. Dazu benötigt man lediglich die mitgelieferten Adapter und Inbusschrauben. Im Test hat das alles nicht länger als 15 Minuten gedauert. Um sicherzugehen, dass das Fahrrad kompatibel ist, bietet der Brandenburger Hersteller einen Montage-Check an.

Ist das Schloss dran, könnte man eigentlich schon losradeln, aber vorher sollte man in der übersichtlichen App einige Einstellungen verändern. So kann unter anderem festgelegt werden, dass sich das Schloss automatisch schließt oder öffnet, wenn man sich vom Fahrrad entfernt oder sich ihm nähert. Die voreingestellten Werte sind etwas zu großzügig gewählt.

Kurze Distanzen für die Automatik

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In der App ist zu sehen, wie voll der Akku ist.

(Foto: kwe)

Vor allem sollte man die Distanz zum Schließen auf möglichst nah stellen, damit man auch flinken Dieben keine Chance gibt. Ist ein Langfinger erst unterwegs, schließt sich das Schloss nämlich nicht. Solange sich das Fahrrad bewegt, ist dies aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen. Eine kürzere Distanz empfiehlt sich aber auch bei der Annäherung, denn das Schloss könnte sich sonst auch schon öffnen, bevor man das Fahrrad sieht, beispielsweise wenn es um die Ecke steht.

Die Automatik hat im Test einwandfrei funktioniert, aber man muss sich nicht auf sie verlassen. Fast ebenso unkompliziert ist es, das Schloss über die App zu bedienen. Und der Hersteller hat auch an den Fall gedacht, dass das Smartphone keinen Saft mehr hat oder aus anderen Gründen keine Verbindung mehr herstellen kann. Denn zur Not kann man das Schloss auch mit einem Farbcode öffnen, den man über eine Taste eingibt. Zum Schließen hält man sie länger gedrückt.

Falls ein Ventil oder irgendetwas anderes dem Bügel im Weg ist, schließt sich das Schloss nicht. Das bleibt aber nicht unbemerkt, der Nutzer erhält in diesem Fall eine Warnung auf sein Smartphone. Speichen sind für das leicht flexibel angebrachte Schloss normalerweise kein Hindernis.

Alarm und GPS-Tracking

So weit, so gut. Aber was passiert, wenn ein Dieb das Rad einfach wegträgt oder das Schloss mit roher Gewalt entfernt? Dann geht ein ziemlich lauter Alarm los, der nicht nur nachts weit zu hören ist, denn das Schloss reagiert auf Erschütterungen. Auch hier kann man die Empfindlichkeit einstellen und das Gerät begnügt sich zunächst mit einem etwas unauffälligeren Voralarm, bevor es richtig Radau macht. Hat man die Töne deaktiviert, schickt das Schloss immer noch eine Warnung aufs Handy.

Ist man in Bluetooth-Nähe, kann man den Alarm deaktivieren, falls alles in Ordnung ist. Wird das Fahrrad nicht weiterbewegt, schaltet er sich nach 30 Sekunden automatisch ab. Auch wenn sich Diebe durch den schrillen Alarm nicht abschrecken lassen, ist noch nicht alles verloren. Denn macht sich jemand am Fahrrad zu schaffen, aktiviert sich die GPS-Ortung des iLockit. Wenn es dann auf eine unerwünschte Reise geht, kann man es in der App verfolgen. Für Warn-E-Mails und die Lokalisierung nutzt das iLockit GPS eine integrierte Sim-Karte, die über einen Server in Großbritannien mit dem Smartphone kommuniziert.

Akku besser regelmäßig laden

Die GPS-Ortung verbraucht viel Strom, weswegen der Hersteller empfiehlt, den Akku regelmäßig zu laden. Man kann ihn dafür allerdings nicht entnehmen, sondern muss ihn am Fahrrad volltanken - notfalls mit einem Powerpack, falls keine Steckdose in der Nähe ist. Ansonsten hält die Batterie laut iLockit bis zu sieben Monate durch.

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Im Test hat das iLockit GPS weitgehend überzeugt, lediglich einige Bluetooth-Probleme, die nach Pausen Neuverbindungen nötig machten, nervten gelegentlich. Bei einem vorübergehenden Stopp oder als zusätzlicher Schutz im Fahrradkeller ist das smarte Schloss ein sehr nützlicher Helfer. Allerdings kostet es rund 200 Euro, weshalb ein Einsatz nur an hochwertigeren Fahrrädern Sinn ergibt. Man kann das Schloss aber auch ohne GPS für 50 Euro weniger oder als Classic-Variante für 100 Euro kaufen, falls man auf die GPS-Ortung verzichten kann.

So oder so lohnt es sich, zusätzlich eine optionale Kette (30 Euro) oder wenigstens ein Kabel (18 Euro) dazuzukaufen, mit dem man das Fahrrad an Ständern oder Laternen anschließen kann. Sie öffnen sich automatisch mit dem iLockit. Für das Geld, das man insgesamt ausgibt, bekommt man allerdings auch ein sehr gutes herkömmliches Schloss, beispielsweise einen der Testsieger von Stiftung Warentest.

Quelle: ntv.de