X-Sense XC0C-iR ausprobiertDieses kleine, günstige Gerät kann Leben retten
Von Klaus Wedekind.webp)
Kohlenmonoxid kann man nicht sehen, schmecken oder riechen. Die einzige Möglichkeit, eine tödliche Konzentration des Gases rechtzeitig zu bemerken, sind CO-Melder wie der X-Sense XC0C-iR. Das Gerät schlägt nicht nur akustisch Alarm, sondern warnt auch per App und bereits bevor eine Situation gefährlich wird.
Der X-Sense XC0C-iR ist ein Kohlenmonoxidmelder mit WLAN-Einbindung, der weniger als 25 Euro kostet. Im Praxistest ließ er sich in wenigen Minuten installieren und ist einfach zu bedienen. Im Ernstfall macht er nicht nur Lärm, sondern alarmiert zusätzlich über die zugehörige App. So erhält man auch Warnungen, bevor eine Gaskonzentration kritisch wird und wenn man selbst nicht vor Ort ist. Die kleine Investition lohnt sich, auch wenn CO-Melder nicht wie Rauchmelder gesetzlich vorgeschrieben sind.
Ohne Melder ist es schnell zu spät
Eigentlich sollte es aber so sein, denn im Ernstfall sind sie eigentlich noch wichtiger, da Kohlenmonoxid (CO) im Gegensatz zu Rauch nicht zu sehen, zu riechen oder zu schmecken ist. Auch wenn man nicht schläft, kann das Gas tödlich sein, da erste Warnzeichen wie Kopfschmerzen oder Benommenheit nicht eindeutig sind und es bereits nach wenigen Minuten zu spät sein kann, um sich oder andere zu retten.
In vielen Haushalten schlummern Gefahrenquellen. Dies können beispielsweise Gasthermen, -heizungen, -durchlauferhitzer oder -herde, aber auch Kamine und Pelletheizungen sein. Sie setzen bei unvollständiger Verbrennung oder Abgas-Rückstau Kohlenmonoxid in größeren Mengen frei. Kritisch sind möglicherweise aber auch integrierte Garagen, unter anderem, wenn dort bei einem Blackout ein Notstromaggregat betrieben wird.
Klein und einfach zu platzieren
Viel Platz nimmt ein Melder wie der X-Sense XC0C-iR nicht weg. Das 148 Gramm leichte Gerät misst gerade mal 14,2 × 7,5 × 3,2 Zentimeter. Es lässt sich an die Wand schrauben, wofür der Hersteller eine Schablone sowie Schrauben und Dübel mitliefert. Man kann es aber auch einfach ins Regal stellen.
Wichtig ist dabei, den Standort richtig zu wählen. Da Kohlendioxid nicht wie Rauch aufsteigt, sondern sich gleichmäßig im Raum verteilt, gilt eine Höhe von 1,5 bis zwei Metern als ideal. In der kleingedruckten, aber ansonsten guten Anleitung des XC0C-iR heißt es, das Gerät solle höher als eine Tür oder ein Fenster, aber mindestens 15 Zentimeter unterhalb der Decke installiert werden. Außerdem sollte der CO-Melder etwa ein bis drei Meter entfernt von der potenziellen Gefahrenquelle angebracht werden.
Unkomplizierte Inbetriebnahme
Die Inbetriebnahme ist denkbar einfach. Man zieht eine isolierende Plastiklasche von der Batterie und drückt nach einem Bestätigungston für fünf Sekunden die Test-Taste. Danach sucht man den Melder in der zuvor installierten App. Im Test hat dies nur einen Augenblick gedauert.
Nachdem man einen Namen vergeben und einen Raum zugeordnet hat, ist noch wichtig, das Ablaufdatum einzutragen, damit man informiert wird, wenn es Zeit ist, nach zehn Jahren das Gerät auszutauschen. Man findet es zusammen mit dem Herstellungsdatum gut lesbar auf einem Aufkleber an der Unterseite.
Langlebiger Sensor, kleine WLAN-Hürde
Wenn das Lebensende seines Sensors erreicht ist, wird der Melder aber auch selbst aktiv, indem er dies mit Piepstönen und blinkender LED signalisiert. Bei dem Bauteil handelt es sich um einen elektrochemischen Sensor, der als schnellste, genaueste und langlebigste Lösung gilt.
Das einzige mögliche Problem bei der Inbetriebnahme ist, dass das Gerät nur mit 2,4 Gigahertz (GHz) und nicht mit 5 GHz funkt. Haben beide Frequenzen im heimischen WLAN die gleiche SSID, ist es unter Umständen nötig, ihnen unterschiedliche Namen zu geben. Das ist bei etlichen Geräten des sogenannten Internets der Dinge nicht anders.
Laut und zertifiziert, nützliche App
Um die allgemeine Betriebsbereitschaft zu überprüfen, drückt man einmal kurz auf die Test-Taste. Dann hört man, dass der Melder mit mindestens 85 Dezibel in drei Metern Entfernung ausreichend laut ist. In unmittelbarer Nähe ist der Alarmton sogar schmerzhaft für die Ohren, weshalb ein Test mit Stöpseln keine schlechte Idee ist. Auch ansonsten erfüllt der X-Sense XC0C-iR die Anforderungen der europäischen Norm EN 50291 und wurde laut Hersteller vom Tüv Rheinland zertifiziert.
Zusätzlich zum Probealarm erhält man eine Benachrichtigung aufs Smartphone. Im Testfall lautet sie "CO2-Melder in Küche wurde geprüft und befindet sich in gutem Zustand". Im Ernstfall erhält man nicht nur eine Benachrichtigung, sondern auch das (stummgeschaltete) Telefon gibt einen Alarmton von sich, dessen Lautstärke man in der App einstellen kann. Alle Benachrichtigungen werden gespeichert.
Drei Warnstufen
Außerdem rührt sich der Melder nicht erst, wenn die CO-Konzentration für vier bis 15 Minuten lebensgefährliche 400 ppm (parts per million/Teile pro Million) erreicht hat. Der X-Sense XC0C-iR warnt bereits, wenn der Wert 60 bis 240 Minuten bei 70 ppm oder zehn bis 50 Minuten bei 150 ppm liegt. Zusätzlich wird man benachrichtigt, wenn die Batterie zu schwach ist, was etwa jährlich der Fall ist, sowie bei Störungen.
Handelt es sich um eine Vorstufe, kann man den Alarm über die App abschalten. Bei lebensgefährlichen Werten muss man die Test-Taste am Gerät betätigen. Drückt man die kleinere Taste des Melders, kann man die höchste bisher gemessene CO-Konzentration abrufen.
Räucherstäbchen-Test bestanden
Wie schnell und genau der X-Sense XC0C-iR auf Kohlenmonoxid reagiert, lässt sich nur im Labor exakt messen. Um ungefähr zu prüfen, ob der Melder tut, wozu er da ist, hat ntv.de einen von Kohlenmonoxidmelder.com beschriebenen Test durchgeführt. Dabei wird das Gerät in eine Frischhaltebox mit einem glühenden Stück eines Räucherstäbchens gelegt.
Den Test hat der CO-Melder mit Bravour bestanden, wie der gespeicherte Benachrichtigungsverlauf beweist. Wegen der extrem schnell ansteigenden Kohlenmonoxidkonzentration wurde allerdings die erste Warnstufe bei den Benachrichtigungen übersprungen. Bei 292 ppm wurde eine "CO-Alarm-Vorkehrung" mit dem Hinweis, aus Sicherheitsgründen sofort etwas zu unternehmen, angezeigt. Bereits eine Minute später löste der Melder bei 488 ppm den höchsten CO-Alarm aus.
Fazit
Mit dem X-Sense XC0C-iR erhält man einen günstigen, aber zuverlässigen CO-Melder. Durch die Einbindung ins WLAN bietet er außerdem über App-Benachrichtigungen einen zusätzlichen Schutz sowie eine komfortable Bedienung. Falls noch kein Rauchmelder vorhanden ist oder ersetzt werden muss, bietet sich auch das Kombi-Gerät SC07-WX des Herstellers an, das man im Doppelpack für rund 65 Euro erhält. Dass dessen Rauchmelder-Funktion einwandfrei funktioniert, erwies sich in der Test-Wohnung bei (natürlich absichtlich) angebrannten Bratkartoffeln.

