Fast perfekter VorkomposterDreame SF25 verwandelt Küchenabfälle in duftes Substrat
Von Klaus Wedekind.webp)
Der elektronische Vorkomposter Dreame SF25 begeistert im Test mit einer fast perfekten Leistung. Leise und gründlich verwandelt er sogar übel riechende, matschige oder fasrige Küchenabfälle in nicht oder angenehm duftendes Substrat. Aber der Einsatz des Geräts ist nicht immer ökologisch empfehlenswert.
In einem Haushalt, in dem täglich gekocht wird, fällt viel Küchenabfall an, der speziell jetzt in der warmen Jahreszeit schnell problematisch werden kann. Bringt man ihn nicht sofort zur Biotonne, stinkt er vielleicht schon am nächsten Tag die Bude voll. Sammelt man ihn in Papiertüten, reißen diese gerne beim Anheben an und der Schmodder verteilt sich auf dem Küchenboden. Und auch wenn man Küchenabfälle an jedem Tag zur Tonne bringt, kostet es viel Überwindung, deren Deckel zu öffnen und tapfer der Wolke aus Gestank und Fliegen die Stirn zu bieten - hineinschauen möchte man schon gar nicht.
Wohl dem, der einen Garten mit Komposthaufen hat, aber auch der ist kein Vergnügen, wenn er nicht weit entfernt von Haus und Terrasse ist. Und nur weil man Küchenabfälle auf einen Haufen schüttet, wird daraus noch lange kein wertvoller Kompost.
Substrat für Beete und Kompost
In beiden Fällen kann ein Gerät wie der knapp 400 Euro teure Dreame SF25 die ideale Lösung sein. Denn er verwandelt mit einem Mahlwerk und Hitze fast alles, was beim Kochen an organischen Abfall anfällt, in ein neutral oder sogar angenehm duftendes Substrat. Dieser sogenannte Vorkompost kann unter anderem in die Erde von Gartenbeeten eingearbeitet werden, wo er Struktur und Nährstoffgehalt des Bodens verbessert. Und als Material für den Komposthaufen ist Vorkompost natürlich unschlagbar gut.
Der hochwertig verarbeitete Dreame SF25 hat ein extrem schlichtes Design. Im Prinzip handelt es sich um einen 19,4 × 37,7 × 30,5 cm großen, weißen Kasten. Damit wirkt er auf der Küchentheke wie ein etwas zu großer Toaster und muss sich nicht unbedingt verstecken. Man kann das 8 Kilogramm schwere Gerät aber auch unter die Spüle stellen, wo viele Haushalte ihre Küchenabfälle sammeln, oder in eine finstere Ecke verbannen. Wichtig ist nur, dass eine Steckdose in der Nähe ist, denn sein Stromkabel ist mit etwa 1,3 m nicht besonders lang.
Man riecht nichts
Auf der Oberseite hat der Dreame SF25 zwei Klappen. Die Hintere haftet magnetisch und lässt sich komplett abnehmen. Unter ihr befindet sich der Behälter mit Aktivkohle. Durch sie strömt die Abluft des Vorkomposters, wobei praktisch alle Gerüche vollständig neutralisiert werden. Sogar in unmittelbarer Nähe riecht man nichts.
Ist die Aktivkohle verbraucht, entleert man den Behälter in die Mülltonne und füllt neue nach. Bevor es so weit ist, kann man den Filter zwischendurch mit Wasser reinigen, was die Lebensdauer laut Dreame um bis zu zwei Monate verlängert. Bei täglicher Nutzung ist ein Austausch ansonsten nach etwa einem halben Jahr fällig.
Die andere Klappe wird durch eine Taste einer Touch-Bedienung geöffnet, deren Elemente an der Vorderkante zusammen mit Info-Elementen leuchten. Unter ihr verbirgt sich der Trocknungsbehälter aus Aluminium mit integriertem Mahlwerk. Zum Ausleeren oder Befüllen kann man ihn an einem Klapphenkel herausnehmen. Er fasst etwa 2,5 Liter, weswegen ein täglicher Einsatz nicht unbedingt notwendig ist. Man kann in ihm auch Küchenabfall sammeln, aber es ist besser, man tut dies in einem luftigeren Behälter, in dem die Masse vortrocknet.
Hitze und rotierende Messer
Denn eine der beiden zentralen Verarbeitungsschritte ist die Trocknung durch Hitze. Die Temperatur im Behälter beträgt um die 90 Grad, die ausströmende feuchtheiße Luft spürt man, wenn man eine Hand an die Schlitze auf der Rückseite des Geräts hält. Deshalb nutzt man den Vorkomposter besser nicht in ohnehin zu warmen Räumen.
Während der Abfall trocknet, wird er gleichzeitig durch drei scharfe Messer zerkleinert, wobei die rotierende Masse an einem Metallblock mit weiteren, nach unten gerichteten Klingen abgestreift wird. Das klappt nicht nur mit Obst- und Gemüseresten, auch Eierschalen, kleine Knochen, Fleischabfälle und vieles mehr kann das Gerät verarbeiten. Im Test hatte er auch keine Probleme mit zerrissenem Eierkarton, der dazu diente, gelagerten Küchenabfällen Feuchtigkeit zu entziehen.
Die gesamte Prozedur dauert sechs Stunden. Möchte man das Gerät deshalb über Nacht laufen lassen, ist das kein Problem. Der Dreame SF25 arbeitet so leise, dass man ihn kaum hört. Der Kühlschrank neben ihm war deutlich lauter.
App und LED-Anzeige
Der getestete Dreame SF25 ist netzwerkfähig. Das heißt, man kann ihn über die App des Herstellers schnell und einfach mit dem WLAN verbinden, indem man einen QR-Code auf der Rückseite des Geräts scannt. In der Anwendung sieht man unter anderem, welches Programm läuft und wie lange es noch dauert, bis es beendet ist.
Die gleiche Information erhält man aber auch von der LED-Anzeige auf der Oberseite. Zusätzlich sieht man hier die Temperatur im Inneren, wenn das Programm beendet ist und das Gerät abkühlt - in der App fehlt diese Info. Solange die Verarbeitung läuft und die Temperatur zu hoch ist, um den SF25 sicher zu öffnen, deaktiviert eine Kindersicherung die Sensortasten. Wenn man den Deckel trotzdem aufklappen lassen möchte - etwa, um vergessene Küchenabfälle nachzulegen - muss man zuvor zwei Tasten gleichzeitig halten.
Die Bedienung des Vorkomposters hat man schnell verstanden: Einschalten, Deckel öffnen, Küchenabfälle einfüllen, Deckel schließen, Trockenmodus starten. Überflüssigerweise hört man dazu Sprachansagen. Auf Deutsch sind sie aber lustig, da man der KI-Stimme keine Umlaute beigebracht hat und die Übersetzung nicht ganz gelungen ist: "Tur ist geoffnet".
Ausgezeichnete Resultate
Egal, viel wichtiger ist, was das Gerät aus den Küchenabfällen macht. Um das auszuprobieren, hat ntv.de drei verschiedene Mischungen verarbeitet: eine mit frischen pflanzlichen Abfällen wie Schalen und Strünken, eine Füllung mit vorgetrockneten Gemüse- und Obstresten und eine Ladung mit nassen Überbleibseln der Zubereitung einer Rinderbrühe - inklusive Fleischresten, aber ohne große Knochen.
In allen drei Fällen war das Resultat ein trockenes Substrat - mal etwas feiner, mal gröber, mal fasriger. Die von Dreame angegebene Reduzierung des Abfallvolumens um etwa 90 Prozent wurde immer ungefähr erreicht, und alle drei Mischungen waren auch keine Belästigung für die Nase. Der leichte Geruch erinnerte je nach Mischung eher an Heu oder Röstzwiebeln.
Selbstreinigung eher überflüssig
Schließlich testete ntv.de noch den zweiten Modus, die Hochtemperatur-Selbstreinigung. Dazu füllt man den ausgeleerten Behälter ungefähr zur Hälfte mit Wasser, stellt ihn zurück in die Maschine, schließt den Deckel und startet das Programm. Nach 1,5 Stunden ist es beendet und man kann den Behälter entnehmen und das Spülwasser auskippen.
Eventuell unter den Messern festgesetzte Brocken sind dann aufgelöst, wirklich sauber ist der Behälter dann allerdings nicht. Speziell oberhalb der Wasserkante klebende Substrat-Reste sind größtenteils auch noch nach der sogenannten Selbstreinigung an Ort und Stelle. Ein gründliches Ausspülen tut’s meistens auch, der SF25 ist schließlich kein Thermomix. Außerdem spart man so Energie.
Recht hoher Stromverbrauch
Überhaupt muss man bei dem Gerät den Strombedarf auf der Rechnung haben. Die Selbstreinigung war im Test mit weniger als 0,2 Kilowattstunden (kWh) Verbrauch nicht weiter relevant. Im Trocknungs- und Zerkleinerungs-Modus ist der Dreame SF25 jedoch ziemlich energiehungrig. Je feuchter die Küchenabfälle im Test waren, desto höher war der Stromverbrauch.
Für die trockenste Mischung benötigte das Gerät rund 0,6 kW, für die frischen Küchenabfälle knapp 0,8, für die Reste der Brühe-Zubereitung fast 1 kWh. Durchschnittlich sind das 0,8 kWh pro Einsatz. Das mag wenig erscheinen, bei einem täglichen Gebrauch kommt man aber auf 24 kWh. Laut Bundesnetzagentur betrug 2025 der in Deutschland durchschnittlich bezahlte Preis pro Kilowattstunde rund 40 Cent. Monatlich steigt die Stromrechnung also um fast zehn Euro.
Wenn das Einkommen hoch genug ist, kann man das sicher verkraften. Ob der Einsatz des Dreame SF25 ökologisch Sinn ergibt, hängt vom jeweiligen Haushalt ab. Betreibt man ihn beispielsweise mit der Sonnenenergie eines Balkonkraftwerks oder einer größeren PV-Anlage, idealerweise mit Batteriespeicher, ist das der Fall. Läuft er mit gekauftem Strom aus der Steckdose, eher nicht. Das gilt speziell zu Zeiten, wenn Gaskraftwerke einspringen müssen, beispielsweise in windstillen Sommernächten.
Fazit
Der Dreame SF25 erledigt seinen Job hervorragend. Er zerkleinert und trocknet fast alles, was es an organischen Abfällen in der Küche gibt. Er ist extrem einfach zu handhaben und arbeitet praktisch geruchsfrei und sehr leise. Ob der relativ hohe Stromverbrauch okay ist, hängt vom Einkommen, der Art der Energieversorgung und der ökologischen Einstellung ab.
