Technik

Aufbauspiel nach Atomkatastrophe "Endzone - A World Apart" - schön verstrahlt

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So idyllisch wie auf dem Bild geht es in "Endzone" nicht immer zu.

(Foto: Assemble Entertainment)

Aufbausimulationen aus Deutschland haben seit der Anno-Serie viele Fans. Die Wiesbadener Entwickler von Gentlymad Studios verpassen dem Genre nun einen radioaktiven Anstrich. Nach der Nuklearkatastrophe muss in "Endzone - A World Apart" eine neue Zivilisation aufgebaut werden.

Die Welt in Trümmern, saurer Regen zieht über die Landschaft. Eine globale Nuklearkatastrophe hat das menschliche Leben für über 100 Jahre in Atomschutzbunker verbannt. In "Endzone - A World Apart" gilt es nun, das Trümmerfeld Erde wieder neu zu besiedeln und zu zivilisieren. Die Aufbausimulation der deutschen Entwickler Gentlymad Studios verpackt Survival-Elemente in einer detailreichen Wirtschafts- und Aufbausimulation, bei der der Geigerzähler ordentlich ausschlägt.

Die Überlebenden starten in einem abgeranzten Bus in die neue Welt, die vor allem von zwei Dingen geprägt ist: Einer nicht gerade menschenfreundlichen Umwelt und Schrott. Dort wo einst Metropolen, Städte und Infrastruktur waren, steht zu Spielbeginn eine Landschaft aus verrottendem Blech, Beton, Plastik und so ziemlich allem, was nicht der Verwesung zum Opfer gefallen ist und dem radioaktiven Zerfall trotzen konnte.

Das macht die Produktionsketten in "Endzone" aber vom Grundprinzip überschaubar: Schrott liefert Baustoffe für Gebäude, Werkzeug und Schutzkleidung. Die Natur sorgt für Wasser und Nahrung. In einem sehr umfangreichen Tutorial wird der Spieler Schritt für Schritt durch die einzelnen Produktionsstätten und Gestaltungsmöglichkeiten der neuen menschlichen Enklave geführt und auch mit den Umweltextremen vertraut gemacht.

Während die eigene Bevölkerung ständig einem gewissen Maß an radioaktiver Strahlung - gegen die es jedoch entsprechenden Schutzkleidung gibt - ausgesetzt ist, sorgen saurer Regen, Dürreperioden und Sandstürme für gelegentliche Herausforderungen, welche die Siedlung auch in Existenznöte treiben können. Der Spieler muss sowohl dafür sorgen, dass die nötigen Rohstoffe und Nahrungsquellen nicht ausgehen, als auch bei Katastrophen eingreifen und wenn nötig, Siedlung und Produktionsketten umstrukturieren.

Herumlungern verboten!

Neben dem stetigen Abwägen von Wachstum und Überlebenschancen wird der Spieler immer wieder mit kleinen Nebenszenarien bei Laune gehalten. Einzelne Wünsche nach Ressourcen oder Annehmlichkeiten von Lagerfeuer bis Kneipe steigern das Allgemeinwohl der post-nuklearen Siedler, Expeditionen bringen Storyhintergründe ans Tageslicht und dienen dem wissenschaftlichen Fortschritt. So entwickelt sich die Siedlung langsam von Blechbuden zu Backsteinhäusern und von Fackeln zu elektrischem Licht. Tiefgreifendere Aspekte wie Geburtenkontrolle (weniger Privatsphäre gleich weniger Nachwuchs) und Gesetze (Herumlungern verboten!) spielen erst im späteren Verlauf eine Rolle.

Das Gameplay in "Endzone" ist gut ausbalanciert. Man hat selbst bei gravierender Ressourcenknappheit oder Gefahren durch Kontamination immer das Gefühl, das Ruder des drohenden Untergangs der Siedlung noch herumreißen zu können.

Was in Endzone fehlt, ist eine strukturierte Storyline oder eine Art Kampagne. Das Setting der Nuklearkatastrophe hätte das aber sicher hergegeben. Dabei ist das Prinzip nicht wirklich neu - gerade "Frostpunk" hat mit dem Endzeitszenario in Aufbauspielen vor ein paar Jahren bereits ordentlich abgeliefert. Verstecken muss sich "Endzone" dennoch nicht, in Sachen Möglichkeiten und Schwierigkeitsgrad ist das Spielewerk aus Wiesbaden deutlich zugänglicher.

Die Vollversion von "Endzone - A World Apart" für PC ist auf Steam erhältlich. Bis einschließlich 25. März für den Einstiegspreis von knapp 24 Euro (danach 30 Euro) - ein solides Investment für unzählige Stunden Spielspaß. Auch wenn "Endzone - A World Apart" das Genre nicht revolutioniert, werden Fans von Aufbauspielen an dieser schön verstrahlten Anno-Variante ihre Freude haben.

Quelle: ntv.de

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