Technik

Automatische Datenübermittlung Facebook gibt Nutzer weiter

Die Facebook-Betreiber wollen Profil-Daten künftig automatisch an Partner-Webseiten weiterleiten, die eingeloggte Nutzer besuchen. Dazu gehören Namen, Geschlecht und Profilbilder. Datenschützer werden sich die Haare raufen.

Bei Online-Netzwerken wie Facebook können Nutzer eigene Profile anlegen und miteinander kommunizieren.

Die Facebook-Betreiber wollen Profil-Daten künftig automatisch an "überprüfte" Partner-Webseiten weitergeben, die eingeloggte Nutzer besuchen. In dem Entwurf für neue Datenschutzrichtlinien wird dies sehr schwammig so formuliert:

Um dir die Möglichkeit zu geben, auch außerhalb von Facebook nützliche Erfahrungen im sozialen Bereich machen zu können, sind wir gelegentlich gezwungen, anderen überprüften Webseiten und Anwendungen, die sich auf die Facebook-Plattform stützen, allgemeine Daten über dich zur Verfügung zu stellen, wenn du diese besuchst (wenn du noch bei Facebook angemeldet bist).

Die (gewollte) Weitergabe beziehungsweise Mitnahme von Nutzerdaten funktioniert bei dem sozialen Netzwerk über den Dienst Connect. Laut Facebook unterstützen ihn mehr als 80.000 Webseiten und Geräte. Dazu gehören unter anderem Yahoo, Bild.de, die Lufthansa oder die "Washington Post". Auch die Spielekonsolen Xbox 360, Playstation 3 und Nintendo DSi verwenden den Anmeldedienst. Mit der Playstation können Spieler beispielsweise mit errungenen Trophäen auf ihrer Facebook-Seite angeben. Laut Facebook-Sprecher Barry Schnitt soll der neue Dienst "ähnlich wie Connect" funktionieren. Details könne er aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht nennen.

Partnersuche läuft

Welche Partner automatisch mit Nutzerdaten versorgt werden sollen, will Facebook vorerst nicht verraten. Noch sei man auf der Suche nach passenden, vertrauenswürdigen Partnern, sagt Schnitt. Auf der Infoseite About Platform soll künftig eine "vollständige Liste" der überprüften Webseiten zu finden sein. Bisher steht dort aber noch nichts. Zu sehen ist aber schon, welche Informationen weitergegeben werden könnten: Name, Geschlecht, Geburtstag, Wohnort und viele weitere persönliche Daten.

Wie bei Facebook leider üblich, sitzt nach der Umstellung zunächst jeder Facebook-Nutzer im Boot. Falls sich aber Netzwerker dazu entschließen sollten, "die angebotene Erfahrung nicht machen zu wollen", können sie die automatische Weitergabe unterbinden. Datenschützer werden sich die Haare raufen. Eigentlich sollte es genau umgekehrt sein. Wer seine Informationen automatisch weitergeben möchte, sollte dies bewusst aktivieren müssen.

"Hat nichts mit Werbung zu tun"

Es liegt nahe, zu vermuten, dass die Änderung der Datenschutzrichtlinien dazu dienen soll, gezielte Werbung zu platzieren. Facebook-Sprecher Barry Schnitt widerspricht dem energisch. Die Sache hätte "überhaupt nichts mit Werbung zu tun", sagte er dem Online-Magazin VentureBeat. "Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein."

Bis 3. April können Facebook-Nutzer noch ihren Kommentar zu den geplanten Änderungen geben. An der Resonanz wird zu erkennen sein, ob sie tatsächlich glauben, dass der neue Dienst nur zur ihrem Nutzen da sein soll.

Quelle: n-tv.de

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