Technik
Wer unbedarft Anhänge öffnet, tappt schnell in die Falle.
Wer unbedarft Anhänge öffnet, tappt schnell in die Falle.(Foto: imago/Ikon Images)
Dienstag, 03. Juli 2018

Vorsicht, Rechnungs-Falle!: Fiese Mails setzen Nutzer unter Druck

Das LKA Niedersachsen warnt vor E-Mails mit gefälschten Rechnungen. Wer in die Falle tappt, sollte schnell handeln. Immerhin: Sich zu schützen ist eigentlich einfach.

Wenn es im Internet etwas gibt, das immer Hochkonjunktur hat, dann sind das E-Mails mit gefälschten Anhängen, die in betrügerischer Absicht verschickt werden, um Opfern persönliche Informationen zu entlocken. Diese Mails kommen und gehen in Wellen - aktuell sind wieder vermehrt E-Mails im Umlauf, die ihren Empfängern mit gefälschten Rechnungen im Anhang Unbehagen bereiten sollen. Dass sich hinter den vermeintlichen Rechnungen tatsächlich Schadsoftware verbirgt, kann man sich fast denken - trotzdem tappen immer wieder viele Nutzer in die Falle.

Vor einer "massiven Welle von gefälschten Rechnungen" warnt aktuell das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachen: "Diese Mails kursieren nun seit über 3 Jahren im Netz, täglich", heißt es in der Mitteilung. "Dabei ist die Art der Aufmachung und die Behauptung nahezu gleich geblieben."

Persönliche Anrede

Die Betrüger schreiben ihre Opfer laut LKA persönlich mit Namen an, behaupten, dass eine Zahlung nicht korrekt verbucht werden konnte und drohen bei Nichtzahlung mit einem Mahnbescheid oder einem Gerichtsverfahren. Dabei nutzen die Täter verschiedene Absenderadressen und Firmennamen, darunter auch solche, die tatsächlich existieren. In diesem Fall ist der Betrug umso schwerer zu erkennen.

Um zu erfahren, um welche Kosten es sich genau handelt, sollen die Empfänger den Anhang öffnen. Doch davor warnt das LKA Niedersachsen eindringlich: Der Anhang sei in der Regel eine Zip-Datei und enthalte keine Rechnung, sondern Schadsoftware. Diese sei zwar zumeist auf Windows-Nutzer ausgelegt, doch weil verschiedene Mails dieser Art im Umlauf seien, sollten sie auch von keinem anderen Endgerät aus geöffnet werden. 

Besonders riskant sind die Mails laut der LKA-Mitteilung deshalb, weil die Schadsoftware noch nicht von allen Virenschutzprogrammen erkannt wird. Wer bereits in die Falle getappt ist und die Datei aus dem Anhang auf seinem Windows-Rechner ausgeführt hat, sollte seinen PC umgehend auf Schadsoftware überprüfen. Das LKA empfiehlt zudem die Tools von "botfrei.de", einem Service des Verbands der Internetwirtschaft e.V. Betroffene Nutzer sollten sich vom möglicherweise befallenen PC bis auf Weiteres nicht bei sensiblen Diensten wie Online-Banking, Online-Shopping oder E-Mail-Diensten anmelden. Im schlimmsten Fall sei sogar eine Neuinstallation von Windows empfehlenswert.

Besser ist natürlich, die gefährlichen Anhänge erst gar nicht zu öffnen. Den besten Schutz gegen Betrüger bietet dabei der gesunde Menschenverstand: Nutzer, die eine angebliche Rechnung von unbekannten Anbietern oder von Unternehmen bekommen, bei denen sie nichts bestellt haben, können ziemlich sicher sein, dass hier Betrüger am Werk sind. Im Zweifelsfall lohnt es sich, nach untrüglichen Anzeichen für einen Betrug Ausschau zu halten. Dazu gehören zum Beispiel Rechtschreib- und Grammatikfehler sowie eine E-Mail-Adresse, die nicht zum vermeintlichen Absender passt. Ist die Echtheit der Nachricht danach immer noch nicht geklärt, gibt es immer noch die Option, im Internet nach den Kontaktdaten des Unternehmens zu suchen und telefonisch nachzufragen, was an der vermeintlichen Forderung dran ist. 

Quelle: n-tv.de