Technik
Flickr möchte wieder ein Dienst für zahlende Foto-Enthusiasten sein.
Flickr möchte wieder ein Dienst für zahlende Foto-Enthusiasten sein.(Foto: imago/Science Photo Library)
Freitag, 02. November 2018

Wer mehr will, muss jetzt zahlen: Flickr schockt mit 1000-Foto-Limit

Der Fotodienst Flickr kürzt sein Gratis-Angebot radikal, künftig dürfen Nutzer kostenlos nur noch 1000 Bilder speichern. Und: Wer nicht bezahlen will, muss sich sehr schnell nach einem anderen Platz für sein Online-Fotoarchiv umsehen. Es gibt Alternativen.

Vor rund fünfeinhalb Jahren überraschte der Fotodienst Flickr mit der Ankündigung, seinen Nutzern gratis bis zu 1 Terabyte (TB) Speicherplatz zu geben. "Wir glauben, man sollte alle Bilder in voller Auflösung teilen können, schrieb damals Produktchef Markus Spiering im Flickr-Blog. Im Vergleich zu anderen Angeboten, die selten über 50 Gigabyte (GB) hinausgingen, war das gigantisch. Auch bei der Größe eines einzelnen Bildes kannte Flickr mit einem Höchstmaß von 200 Megabyte (MB) praktisch keine Grenze und ließ die Konkurrenz geizig aussehen. Finanziert werden sollte das kostenlose Terabyte-Angebot über Werbung. Doch letztendlich ging das Konzept nicht auf, jetzt ist Schluss damit.

Ungewollte Kundschaft

Der Fotodienst Smugmug, der Flickr im Frühjahr Yahoo abkaufte, vollzieht eine Kehrtwende. "Kostenlose Accounts sind bald auf 1000 Fotos begrenzt", heißt in einer Ankündigung des Dienstes. In einem englischsprachigen Blogpost erklären die Verantwortlichen die Entscheidung. Das 1-Terabyte-Angebot habe Nutzer angezogen, die lediglich günstigen Speicherplatz gesucht hätten, statt echte Foto-Enthusiasten. Das habe den Community-Charakter von Flicker verändert. Außerdem hätten letztendlich die Interessen der Werbetreibenden das Handeln bestimmt und durch den Gratis-Speicher sei der Eindruck entstanden, Flickr sei es nicht wert, dafür zu bezahlen.

Die Argumente sind nachvollziehbar, aber die Änderung kann manche Nutzer ganz schön hart treffen, vor allem, wenn sie über den automatischen Upload in den vergangenen Jahren ihre Smartphone-Aufnahmen bei Flickr archiviert haben. Sie haben jetzt im Prinzip zwei Möglichkeiten: Sie können ihre Fotos herunterladen und auf einer Festplatte speichern oder sie zahlen künftig 50 Dollar im Jahr für einen unbegrenzten Speicherplatz. Sie müssen sich schnell entscheiden, denn die 1000-Bilder-Grenze gilt bereits ab dem 8. Januar. Danach können Gratis-Kunden keine weiteren Fotos mehr hochladen und Flickr beginnt nach dem 5. Februar Inhalte zu löschen, "um das neue Limit einzuhalten".

Gratis-Angebote bei Google und Amazon

Ein günstigeres Cloud-Angebot als das neue Flickr Pro ist nicht leicht zu finden, 50 Dollar für einen unbegrenzten, werbefreien Speicherplatz für Fotos in voller Auflösung ist ein faires Angebot. Es gibt aber durchaus Alternativen, vor allem für Smartphone-Nutzer. Bei Google kosten demnächst 100 GB 20 Euro, 200 GB 30 Euro oder 2 TB 100 Euro pro Jahr. Das gilt aber nur für Fotos in Originalgröße. Wer damit leben kann, dass Bilder, die mehr als 16 Megapixel haben, komprimiert werden, zahlt für den Speicherplatz ohne weitere Einschränkungen nichts.

Interessant ist auch Amazons Cloud Drive, bei dem Prime-Kunden (70 Euro/Jahr) für Fotos unbegrenzten Speicherplatz erhalten. Ansonsten kosten 100 GB jährlich 20 Euro und 1 TB 100 Euro. In Apples iCloud zahlt man für 50 GB jährlich 12 Euro, für 100 GB 36 und für 2 TB 120 Euro.

Quelle: n-tv.de