Technik
So ist die Fritzbox perfekt platziert: keine Hindernisse im Weg und erhöhte Position.
So ist die Fritzbox perfekt platziert: keine Hindernisse im Weg und erhöhte Position.(Foto: AVM)
Dienstag, 19. Juni 2018

WLAN im ganzen Haus: Fritzbox optimal platzieren - so geht's

Von Klaus Wedekind

Nur wenn die Fritzbox richtig platziert wird, kann sie ein optimales WLAN-Netz spannen. Mit ein paar einfachen Regeln und einer App findet man den besten Standort für den Router. n-tv.de erklärt, wie es geht.

Egal, wie gut die Antennen einer Fritzbox arbeiten, ihr WLAN hat nur eine beschränkte Reichweite. Gibt es keine Hindernisse zwischen Router und Empfänger, kommen auch mal stabile Verbindungen über 30 Meter oder mehr zustande. In der Realität sieht dies allerdings meistens ganz anders aus. Mauern, Möbel, Elektrogeräte verkürzen die Distanz, die das WLAN der Fritzbox überbrücken kann. Deshalb kommt es darauf an, den Router so gut wie möglich in der Wohnung zu platzieren. Dabei helfen ein paar einfache Regeln und die Fritz-WLAN-App.

- Grundsätzlich sollte die Fritzbox zentral stehen. Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass sie im Zentrum der Wohnung platziert wird. Wichtig ist, dass sie alle Räume erreicht, in denen WLAN-Geräte genutzt werden.

- Die Antennen des Routers strahlen rundherum ab, deshalb wäre es eigentlich optimal, wenn man den Router nicht an einer Wand positioniert. Weil die Fritzbox meistens aber in der Nähe der Internet-Anschlussbuchse aufgestellt wird, ist dies selten möglich. Dann sollte man wenigstens darauf achten, dass sie nicht in einer Zimmerecke steht.

Freie Sicht, freies WLAN

- Im Raum sollte die Fritzbox von allen Positionen aus sichtbar sein und nicht von Möbeln, dem Fernseher oder anderen Einrichtungsgegenständen verdeckt werden. Denn wenn man sie sieht, hat auch das WLAN freie Bahn.

Mit der FritzApp WLAN kann man den Datendurchsatz an verschiedenen Positionen messen und so die optimale Position für die Fritzbox bestimmen.
Mit der FritzApp WLAN kann man den Datendurchsatz an verschiedenen Positionen messen und so die optimale Position für die Fritzbox bestimmen.(Foto: AVM)

- Besonders metallische oder wasserhaltige Objekte wie Heizungskörper, Kühlschrank oder Zimmerpflanzen reduzieren die Qualität des WLAN-Signals deutlich. Das gilt auch für Rigips-Platten. Freifunker haben die Erfahrung gemacht, dass moderne Fenster mit Mehrfachverglasung WLAN sehr stark ausbremsen können.

- Die beste Sicht hat man gewöhnlich von oben, deshalb ist es auch gut, wenn der Router möglichst weit oben auf einem Regal oder Schrank platziert wird.

- Ganz wichtig: Man sollte darauf achten, dass sich keine anderen Funksender in der Nähe der Fritzbox befindet. Das können beispielsweise Bluetooth-Geräte, Funk-Lautsprecher aber auch die Mikrowelle sein.

Signalstärke messen

Wenn man mögliche Positionen für die Fritzbox mit den oben aufgeführten Regeln gefunden hat, kann man mit der Fritz-WLAN-App überprüfen, wie gut die Reichweite des WLANs tatsächlich ist, und noch nachjustieren. Dazu muss man die Anwendung nur installieren und an verschiedenen Positionen WLAN-Durchsatz messen antippen. Außerdem sieht man in Echtzeit die Signalstärke der Fritzbox. Idealerweise ist der gemessene Datendurchsatz immer mindestens so hoch, wie es der Internetanschluss erlaubt.

Die FritzApp WLAN gibt es derzeit aber nur für Android-Geräte im Play Store. iPhone-Nutzer müssen sich noch etwas gedulden, die App ist derzeit in der (geschlossenen) Beta-Phase.

Alternativ kann man auf einem Notebook zur Messung der Signalstärke die kostenlose Software Wireless NetView installieren. Mit der Freeware Ekahau HeatMapper kann man zusätzlich in einem eingescannten Grundriss der Wohnung eine Karte mit guten Empfangspunkten erstellen.

Prioritäten setzen oder verlängern

Im Zweifel muss man Prioritäten setzen, beispielsweise dem Streaming-Stick am Fernseher Vorrang vor dem Empfang im Badezimmer geben. Oder man kauft Zubehör, um die WLAN-Reichweite zu vergrößern. Um kürzere Durststrecken zu überwinden, empfiehlt sich der Einsatz eines Funk-Repeaters, für größere Distanzen der Einsatz von Powerline-Geräten, die Stromleitungen nutzen.

Quelle: n-tv.de