Technik
Alexa ist unschuldig.
Alexa ist unschuldig.(Foto: kwe)
Freitag, 10. November 2017

Fehler? Hacker? Geister?: Geheimnis der Alexa-Party gelöst

Amazon wertet den Echo-Lautsprecher aus, der angeblich auf eigene Faust eine lautstarke Party gefeiert hat. Das Ergebnis ist eindeutig: Es war weder ein technischer Fehler, noch waren Hacker oder gar Geister am Werk.

Ist dieser verdammten Technik doch nicht zu trauen! Die Meldung, ein außer Kontrolle geratener Amazon-Lautsprecher habe in Pinneberg einen Polizeieinsatz wegen nächtlicher Ruhestörung ausgelöst, verursachte großen Wirbel und war für viele ein Beweis dafür, dass digitalen Assistenten, Cloud-Diensten und schon gar nicht Künstlicher Intelligenz zu trauen ist. Amazons Echo-Lautsprecher wurde entweder durch Hacker manipuliert oder die Technik habe einfach versagt, so die meisten Vermutungen. Und tatsächlich: Wären die Behauptungen des betroffenen Nutzers auf Facebook korrekt, wären dies auch die plausibelsten Erklärungen für "Alexa feiert allein zu Hause" gewesen - es sei denn, ein Poltergeist hat sein Unwesen getrieben. Tatsächlich ist die Lösung aber wesentlich unspektakulärer, wie die Analyse der Alexa-Historie des angeblich durchgedrehten Lautsprechers ergab.

Ein Handy war's

"Gerade einmal drei Minuten, nachdem der Kunde seine Wohnung verlassen hatte, wurde die Musikwiedergabe auf dem Amazon Echo aus der Mobil-App eines Musik-Streaming-Anbieters heraus aktiviert und die Party ging los", teilte Amazon mit, das mit Erlaubnis des Besitzers die Alexa-Daten auswertete. "Kurze Zeit später wurde dann auch noch über diese App die Lautstärke von 77 auf volle 100 Prozent hochgeregelt." Smartphones verbinden sich via Bluetooth mit einem Echo-Lautsprecher, entfernt man sich aus der unmittelbaren Umgebung des Geräts, bricht die Wiedergabe gewöhnlich ab.

Vielleicht war der Pinneberger gar nicht wie behauptet auf Vergnügungstour in Hamburg und suchte einfach eine Ausrede, um die Rechnung für den von der Polizei gerufenen Schlüsseldienst nicht bezahlen zu müssen. Möglicherweise war das Smartphone eines Bekannten oder Nachbarn in Verbindung mit dem Echo - was genau passiert ist, bleibt wohl das Geheimnis des Pinnebergers. Fest steht: Alexa ist unschuldig. Trotzdem hat sich Amazon bereit erklärt, für den entstandenen Schaden aufzukommen - und verwandelt so ein drohendes PR-Desaster in einen PR-Erfolg um.

Quelle: n-tv.de

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