Technik

Handy statt Karte Google Pay ist gestartet

Ab sofort steht auch in Deutschland Android-Nutzern Google Pay zur Verfügung. Sie können damit schnell und unkompliziert per App online bezahlen oder halten an Ladenkassen einfach das Gerät an das Zahlungsterminal. Die meisten Nutzer müssen sich aber noch gedulden.

Es hat ein Weilchen gedauert, aber jetzt ist Deutschland das 19. Land, in dem Android-Nutzer mit Google Pay bezahlen können. Das Prinzip ist denkbar simpel: man installiert die App und hinterlegt dort eine Kredit- oder Debitkarte. Wenn das passiert, bestätigt im Hintergrund Google die Identität des Nutzers und die Bank die eingesetzte Karte. Diese wird dann mit einem spezifischen Token an das Gerät gebunden, auf dem sich die App befindet.

Keine Daten gespeichert

Auf dem Smartphone werden keine Daten gespeichert, nicht mal die tatsächliche Kartennummer. Es dient lediglich als Vermittler von Transaktionen, wobei jeder Bezahlvorgang mit einem einmaligen Code bestätigt wird. Weil keine Kartendaten gespeichert sind, genügt es bei einem Verlust des Smartphones auch, die Funktion via "Mein Gerät finden" zu löschen, die Karte selbst muss nicht gesperrt werden.

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Überall wo das NFC-Symbol zu sehen ist, soll Google Pay funktionieren.

(Foto: Google)

Grundsätzlich haben Google-Pay-Nutzer zwei Möglichkeiten, die Funktion zu nutzen: online oder offline. Auf Webseiten oder in Apps, die den Dienst integriert haben, sehen sie die Bezahl-Option, wählen sie aus, bestätigen den Kauf und starten die Transaktion. Besonders schnell klappt es, wenn man Googles Chrome-Browser nutzt und bereits eingeloggt ist. Dann werden automatisch auch Rechnungs- und Liefer-Daten eingetragen. Zu den ersten Google-Pay-Partnern gehören Adidas, Deliveroo, Flixbus und Ryanair. MediaMarkt, myTaxi, Hellofresh und andere sollen in Kürze dazukommen.

Google noch auf Partnersuche

In Ladengeschäften hält man das Smartphone an der Kasse einfach am Terminal an die gleiche Fläche, die auch für die Kontakt-Bezahlung mit Kreditkarten genutzt wird. Man erkennt sie am NFC-Zeichen, das wie ein nach rechts weisendes WLAN-Symbol aussieht, an das eine Hand eine Karte hält. Grundsätzlich gilt, dass man Google Pay überall dort nutzen kann, wo das NFC-Symbol zu sehen ist. Bis zu 25 Euro genügt ein einfacher Kontakt, bei Beträgen darüber muss man sein Gerät zur Bestätigung noch entsperren.

So weit so gut, aber die Sache hat noch einen Haken: Vorerst kann man Google Pay nur nutzen, wenn man eine Visa-Karte oder Mastercard der Commerzbank, von Comdirect, N26 oder Boon hinterlegt. Google ist allerdings zuversichtlich, noch weitere Partner hinzugewinnen zu können.

Apple Pay im Herbst?

Google ist mit seinem Bezahldienst Apple Pay zuvorgekommen. Es gibt Spekulationen, dass der Dienst im Herbst zusammen mit iOS 12 und den neuen iPhones nach Deutschland kommt. Der "iPhone-Ticker" hat jedenfalls im Code des Betriebssystem entdeckt, dass es die dafür nötigen Standards von Maestro, V Pay und Electron unterstützt. Die Einführung verzögert sich aber möglicherweise, weil Apple an den Transaktionen wohl mitverdienen möchte. Google bietet seinen Dienst nach eigenen Angaben komplett gratis an.

Quelle: n-tv.de, kwe

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