Wenn Werbung nicht störtGratis-Tarife fürs Handy
Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Zum Hörer greifen, stundenlang telefonieren und am Ende nichts dafür bezahlen. Es gibt solche Angebote tatsächlich. Doch wie zu erwarten, gibt es einen Haken: Der Kunde muss Werbung akzeptieren, mitunter sogar jede Menge.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Anbieter Dutzende SMS, MMS oder E-Mails mit Werbung pro Monat versendet. Und wer glaubt, dass man die Reklame-Post schnell und ungesehen entsorgen kann, der irrt. "Man muss meist auf einzelne Angebote aktiv reagieren", erklärt Marc Kessler vom Telekommunikationsportal Teltarif.
Beim Netzclub von O2 beispielsweise muss man einmal im Monat auf eine Werbung antworten. Tut man das 30 Tage lang nicht, meldet sich der Anbieter zunächst und stuft den Benutzer später unter Umständen in den normalen, kostenpflichtigen Tarif ein, wie es auf der Homepage des Clubs heißt. Immerhin: Allein durch das Aufrufen von Werbung entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Einmal klicken reicht
Meist reicht es, einen mitgeschickten Link anzuklicken. Die Werbung wird über ein Nutzerprofil individuell zugeschnitten. Josefine Milosevic von der Zeitschrift "connect" empfiehlt, in jedem Fall genau zu schauen, welche Werbebotschaften auf einen zukommen könnten, also mit welchen Unternehmen der Anbieter Verträge abgeschlossen hat. "Denn Werbung wird man in jedem Fall erhalten", betont Milosevic.
Wer sich an die Bedingungen hält, kann aus unterschiedlichen Tarifen wählen - von der Gratis-Internet-Flat über Freiminutenpakete oder Gratis-SMS bis hin zu Kombinationsprodukten. "Kann man mit Werbung leben, dann bekommt man mitunter einen vergleichsweise hohen Gegenwert", findet Marc Kessler. Die Furcht, sensible Daten könnten an Dritte weitergegeben werden, hält der Experte für unbegründet. Interessant ist es aber, wie und ob der Anbieter überhaupt über das Thema Datenschutz informiert.
Josefine Milosevic geht davon aus, dass Angebote wie Netzclub oder der wegen Überarbeitung vorerst eingestellte E-Plus-Dienst Gettings bald kein Nischendasein mehr fristen werden. Früher oder später dürften auch die großen Anbieter wie Apple oder Google werbefinanzierte Gratis-Angebote machen: "Die werden sich solche Umsatzquellen schlicht nicht entgehen lassen."