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Trotz Datenschutz-Streit Große Mehrheit nutzt Whatsapp weiter

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Fast 80 Prozent der Befragten hatten Whatsapp auf ihrem Smartphone, nur wenige wollen das ändern.

(Foto: dpa)

Als Whatsapp im Januar neue Datenschutzregeln ankündigt, sorgt das für viel Verunsicherung. Hunderttausende werfen den Messenger kurzerhand vom Handy. Konzernmutter Facebook reagiert und verschiebt die Neuregelung erstmal. Eine Umfrage zeigt: Die meisten Nutzer, die noch da sind, werden der App wohl die Treue halten.

Die monatelange Kontroverse um die neuen Datenschutz-Regeln bei Whatsapp hat für Facebooks Chatdienst bisher nur geringe Folgen in Deutschland. In einer Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben 79 Prozent an, dass sie die App auf ihrem Smartphone haben und sie auch nutzen. Über die Hälfte der WhatsApp-Nutzer haben demnach den Mitte Mai in Kraft getretenen neuen Bestimmungen bereits zugestimmt.

Zugleich gaben 13 Prozent an, dass sie vorhätten, die App zu löschen. Rund die Hälfte von ihnen hatte schon vorher Datenschutz-Bedenken, fünf Prozent der von Yougov Deutschland Befragten kamen erst mit der Debatte um die neuen Bestimmungen Zweifel - und zwei Prozent wollen demnach weg, weil auch viele Ihrer Kontakte Whatsapp entfernt hätten.

Ob es tatsächlich zum dauerhaften Abschied von Whatsapp kommt, ist allerdings noch eine andere Frage. In den vergangenen zwölf Monaten löschten nur drei Prozent der Befragten die App von ihren Smartphones. Und insgesamt gaben acht Prozent an, dass sie Whatsapp schon einmal entfernt hätten - aber dann zurückkehrten, weil zu viele ihrer Kontakte über den Dienst zu erreichen waren.

Fast die Hälfte aller Whatsapp-Nutzer haben allerdings kein gutes Gefühl, was den Datenschutz angeht. So hat jeder Dritte zwar Bedenken - bleibt aber, weil dort die Kontakte zu erreichen sind. Weitere 14 Prozent zweifeln auch, kennen jedoch keine gute Alternative. Keine Datenschutz-Bedenken haben 28 Prozent.

Mit Whatsapp verdient Facebook noch kein Geld

Whatsapp hat mehr als zwei Milliarden Nutzer. Nach der Ankündigung neuer Nutzungsregeln hatte der Dienst in den vergangenen Monaten mit deutlicher Kritik zu kämpfen. Auslöser war die Einschätzung, dass mit dem Update mehr Daten mit der Konzernmutter Facebook geteilt werden könnten. Whatsapp weist dies als Missverständnis zurück und erklärt, die Änderungen sollten vor allem eine Grundlage für die Kommunikation zwischen Unternehmen und ihren Kunden schaffen. Zugleich entfernte sich der Dienst von Plänen, mit der Zeit den Funktionsumfang für die Nutzer, die den Regeln nicht zustimmen, stark einzuschränken.

Facebook will mit der Kommunikation zwischen Unternehmen und ihren Kunden mit Whatsapp Geld verdienen. Das weltgrößte Online-Netzwerk hatte den Messenger 2014 für am Ende rund 22 Milliarden Dollar übernommen. Mit dem Kauf nahm Facebook zwar einen potenziellen Rivalen vom Markt, der Dienst trug bisher aber kaum zum Konzerngewinn bei.

Signal ist bevorzugte Alternative

Die populärste Whatsapp-Alternative unter den wenigen potenziellen Abwanderern ist der Umfrage zufolge Signal mit 27 Prozent. Auf die Technologie dieser App für sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung greift auch WhatsApp zurück. Bei der Komplett-Verschlüsselung sind Inhalte der Kommunikation grundsätzlich nur für die Teilnehmer im Klartext sichtbar, aber nicht für die Betreiber der Plattform. Signal wird inzwischen finanziell von Whatsapp-Mitgründer Brian Acton unterstützt, der den Facebook-Konzern verlassen hat.

Fast gleichauf mit Signal lag in der Gunst möglicher Whatsapp-Abwanderer Telegram. Für die vom Gründer des russischen Facebook-Klons VKontakte, Pawel Durow, betriebene App wollen sich 26 Prozent entscheiden. Threema kam auf 16 Prozent, zu Facebooks hauseigener Alternative Messenger wollen 13 Prozent wechseln. 15 Prozent wollen sich auf die klassische SMS besinnen. Auch bei denen, die WhatsApp bereits verlassen haben, führt Signal mit 28 Prozent als Alternative. Jeweils rund jeder Fünfte unter ihnen nutzt Threema und Telegram, sowie 15 Prozent den Facebook Messenger. Bei der repräsentativen Online-Erhebung befragte Yougov Deutschland Mitte Juni 2029 Personen.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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