Technik
Google-Chef Sundar Pichai demonstrierte, was Sprachassistenten schon in naher in Zukunft können werden.
Google-Chef Sundar Pichai demonstrierte, was Sprachassistenten schon in naher in Zukunft können werden.(Foto: dpa)
Montag, 14. Mai 2018

Google-Demo bereitet Gänsehaut: Gruselig, wie Roboter bald sprechen können

Künstliche Intelligenz ist das fast alles beherrschende Thema in der IT-Branche. Vorne weg marschiert Google. Bei seiner diesjährigen Entwicklerkonferenz demonstrierte der Konzern, was für eine unglaubliche Entwicklung bei Sprachassistenten auf uns zukommt.

Die wohl beeindruckendste Demonstration der Entwicklerkonferenz Google I/O drehte sich um einen sprechenden Computer, der in einer Unterhaltung kaum von einem Menschen zu unterscheiden war. Google arbeitet daran, seine sprechende Assistenz-Software Anrufe für die Nutzer erledigen zu lassen. Google-Chef Sundar Pichai spielte Aufzeichnungen von zwei Telefongesprächen vor, die vom Google Assistant vollautomatisch mit Menschen geführt wurden. Dabei ging es darum, einen Termin beim Friseur und einen Tisch in einem Restaurant zu reservieren.

Äh, das ist beeindruckend

Während das Gespräch beim Friseur trotz einer etwas umständlichen Suche nach einem passenden Termin eher reibungslos verlief, musste die Software im Restaurant unerwartete Komplikationen bewältigen. So missverstand die Frau am anderen Ende der Leitung zunächst, um wie viele Personen und welchen Tag es ging - und dann stellte sich auch noch heraus, dass das Restaurant erst Reservierungen ab einer Gästezahl von fünf Personen annimmt. Der Assistant fragte daraufhin nach den üblichen Wartezeiten an einem Mittwoch. Dabei sprach er nicht nur flüssig und betonte korrekt, sondern bot auch die für Menschen typischen Ähs und andere Pausenfüller.

Termine vereinbaren können Googles Maschinen schon, Haare schneiden noch nicht.
Termine vereinbaren können Googles Maschinen schon, Haare schneiden noch nicht.(Foto: AP)

An dieser Technologie mit dem Namen Google Duplex arbeite Google bereits seit Jahren, sagte Google-Chef Sundar Pichai. Man wolle sie aber "richtig hinbekommen", bevor sie für die Nutzer verfügbar sein werde, schränkte er ein. Einen konkreten Starttermin gab es daher nicht. Aber die Konsequenzen sind klar: Wir werden es in absehbarer Zukunft mit Maschinen zu tun haben, die am Telefon nicht von Menschen zu unterscheiden sind.

Gesellschaft soll entscheiden

Damit kündigen sich neue Fragen an. Sollten Computer verpflichtet werden, sich als solche zu erkennen zu geben? Was bedeutet das für Medien wie das Radio? Und wenn irgendwann an beiden Enden der Telefonleitung solche Computer-Assistenten aufeinandertreffen, sollten sie einfach die Sprache ablegen und die Daten nonverbal austauschen?

Pichai betont, am Ende müsse die Gesellschaft zu einem Einverständnis kommen, wann und wie solche Software eingesetzt werden dürfe. Google jedenfalls versuche, mit Bedacht vorzugehen und sehr gezielt passende Einsatzfälle herauszusuchen, die das Leben einfacher machen, ohne für Konflikte zu sorgen.

Werbung muss sein

Schon jetzt soll der Google Assistant verstärkt nicht nur per Sprache kommunizieren, sondern auch zusätzliche Informationen auf dem Bildschirm anzeigen. Google nennt die vernetzten Lautsprecher mit zusätzlichem Bildschirm "Smart Displays". Zum Juli sollen solche Geräte von Marken wie LG, Lenovo oder JBL auf den Markt kommen.

Der Vorteil sei zum Beispiel, dass man über die Lautsprecher mit Displays auch direkt Videos etwa bei YouTube ansehen oder Videochats starten könne, sagte Produktmanagerin Lilian Rincon. Zugleich könnte Google mit einer stärkeren Einbindung der Bildschirme das Problem lösen, dass es bei reinen Sprachassistenten keinen Platz zur Anzeige von Werbung gibt - die nach wie vor den Großteil des Konzerngeschäfts ausmacht. Auch auf dem Smartphone soll der Google Assistant mehr visuelle Informationen anzeigen, hieß es.

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Quelle: n-tv.de