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Edles 3-in-1-Convertible HP Spectre Folio ist ein Luxus-Laptop in Leder

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Das HP Spectre Folio ist ein echter Blickfang.

(Foto: jwa)

Das HP Spectre Folio ist ein vielseitiges Edel-Notebook mit allem Drum und Dran. Es taugt als Tablet und Laptop, lässt sich mit Stift und Finger bedienen. Besonders wird es aber durch sein Material.

Wenn ein Hersteller die Neuerfindung einer Gerätekategorie ankündigt, ist Vorsicht geboten, denn die vermeintliche Innovation entpuppt sich bei näherem Hinsehen oft als - im besten Falle - kluge Weiterentwicklung schon bestehender Technologie. Ein bisschen so verhält es sich auch beim HP Spectre Folio. Das Notebook ist vorbildlich vielseitig, hat aber nichts wirklich Bahnbrechendes an sich. Trotzdem fällt es unweigerlich auf, und das liegt vor allem an seinem Äußeren.

Leder macht's edler

Technische Daten

  • System: Windows 10 Home
  • Display: Touchscreen, 13,3 Zoll, LCD IPS, Full HD (1920 x 1080 Pixel)
  • Prozessor: Intel Core i7-8500U
  • Grafik: Intel UHD 615 (integriert)
  • Arbeitsspeicher: 16 GB
  • Interner Speicher: 1 TB SSD
  • WLAN ac, Bluetooth 5.0
  • 2xThunderbolt 3, 1xUSB-C, Audio Ein-/Ausgang
  • Akku: 52,5 Wh
  • Abmessungen: 32,01 x 23,45 x 1,54 cm
  • Gewicht: 1,49 kg

Anstelle der üblichen Materialien wie Kunststoff, Aluminium oder Magnesium, die die meisten Notebook-Hersteller für die Gehäuse ihrer Geräte verwenden, setzt HP nämlich auf eine Außenhülle aus echtem Leder, wahlweise in Rot oder Braun. Tierfreunden wird das gar nicht gefallen, aber wenn Technik hochwertig verpackt oder vor Stößen und Kratzern geschützt werden soll, ist Leder nun mal auch heute noch für viele Hersteller das Material der Wahl.

Hochwertig wirkt das Spectre Folio in seiner Lederhaut auf jeden Fall und HP ist es gelungen, die Materialien einigermaßen clever zu kombinieren. Das helle und scharfe Full-HD-Display mit 13,3-Zoll-Diagonale steckt in einem Aluminium-Gehäuse, das auf die Lederhülle aufgeklebt ist, der Tastenblock und die Lautsprecherleiste mit “Bang & Olufsen”-Logo sitzen ebenfalls in einem Aluminium-Chassis. Die Handauflage links und rechts des Trackpads ist aber mit Leder verkleidet - das fühlt sich angenehm an und gibt beim Arbeiten ein wärmeres Gefühl in den Händen als bei den Metall-Notebooks der Konkurrenz.

Alles passt perfekt

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Im Forward-Modus kann man auf dem Spectre Folio zum Beispiel gut Filme gucken.

(Foto: jwa)

Ob man den Leder-Look mag oder nicht, ist trotzdem vor allem Geschmackssache. Zugeklappt wirkt das Folio beinah altmodisch wie eine Beamten- oder Lehrer-Kladde, im aufgeklappten Zustand zeigt es sein modernes Gesicht. Die Verarbeitung ist tadellos und sehr hochwertig, alles wirkt maßgeschneidert und wertig. Freude bereitet das Tippen: Der Tastenblock ist recht flach und die Tasten haben nur einen kleinen Hub, Druckpunkt und Haptik sind aber optimal.

Auch sonst ist die Hardware erstklassig abgestimmt. Das Trackpad reagiert präzise und schnell, die Infrarotkamera erkennt mit Windows Hello das eigene Gesicht auch in schlechten Lichtbedingungen zuverlässig, die integrierten Lautsprecher klingen recht laut, Stimmen sind klar verständlich, Bass bieten sie kaum, was bei dem flachen Chassis aber auch kaum verwundert.

Flott, aber nicht bärenstark

Fürs flotte Arbeitstempo sorgt ein Intel-Core-i7-Prozessor der 8. Generation. HP setzt auf das lüfterlose und sparsame Modell i7-8500Y mit Amber-Lake-Architektur, das auf der IFA 2018 vorgestellt wurde. Damit eignet sich das Spectre Folio zwar auch für gelegentliche anspruchsvollere Arbeiten, im Alltagseinsatz ist es erfreulich zackig, aber unter Dauerbelastung sinkt die Leistung des Chips. Wer ein wirkliches Arbeitstier braucht, wird mit dem Folio nicht glücklich.

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Das Spectre Folio hat auch einen Tablet-Modus. Dann ist der Stift besonders nützlich.

(Foto: jwa)

Dafür ist der Chip sparsamer, der maximale Stromverbrauch liegt bei durchschnittlich 5 Watt, seine stärkeren i7-Kollegen verbrauchen dreimal so viel. Punkten kann das Spectre Folio damit vor allem bei der Akkulaufzeit: Laut HP hält es rund 21 Stunden durch. Im Test erreichte es diese Laufzeiten zwar nicht, trotzdem ist das Folio ein Dauerläufer und kann Akku-Stars wie dem Dell XPS 13 oder Apples MacBooks die Stirn bieten. In Verbindung mit der langen Laufzeit ergibt auch das optionale integrierte LTE-Modul Sinn, denn so ist das Gerät vor allem unterwegs ein treuer Gehilfe, der mit dem entsprechenden Datentarif unabhängig von WLAN-Netzen ist.  

Flexibel, aber wenig anschlussfreudig

Ein flaches Gehäuse bedeutet immer auch Abstriche bei den Anschlüssen. Im Falle des Spectre Folio heißt das: Nutzer müssen mit einem USB-C-Steckplatz, 2 Thunderbolt-Anschlüssen sowie einem Audio-Ausgang für 3,5mm-Klinkenstecker auskommen. Einen SD-Kartenleser gibt es nicht, Dongles oder Adapter, zum Beispiel von USB-A auf USB-C, liegen dem Folio nicht bei.

Dafür gibt’s mit dem HP Pen ein zusätzliches Eingabegerät, mit dem man das volle Potenzial des Convertibles ausschöpfen kann. Das Folio bietet nämlich drei Modi. Man kann es als klassischen Laptop mit Tastatur und Trackpad nutzen, man kann das Display im Forward-Modus so nach vorne klappen, dass es die Tastatur abdeckt, aber das Trackpad freilässt, oder man nutzt das Folio als Tablet, dann liegt das Display flach auf den Tasten auf.  

Tasten, Touch oder Pen

In allen Modi kann man den Bildschirm per Toucheingaben bedienen oder eben mit dem HP Pen, der per Bluetooth gekoppelt wird. Der Pen dient zum Zeichnen und Notizen machen oder als Maus-Ersatz. Im Präsentationsmodus kann man mit der seitlichen Bedientaste zwischen Folien wechseln, im Pen-Modus kann man mit ihr bestimmte Programme starten, beim Zeichnen und Schreiben aktiviert sie den Radiergummi.

Etwas schade ist, dass sich der Bildschirm im Laptop-Modus nicht besonders weit aufklappen lässt, im Forward-Modus ist der Winkel fix. Erst wenn man das Display umdreht und den Tablet-Modus aktiviert, lässt sich der Kippwinkel variabler anpassen.

Trotzdem: Mit seinen drei Modi und den vielseitigen Bedienmöglichkeiten ist das Spectre Folio ein echtes Multitalent und ein Luxus-Gerät noch dazu. Das spiegelt sich natürlich auch im Preis wider: Das getestete Gerät kostet mit seiner Premium-Ausstattung mit 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und 1 Terabyte SSD-Speicher stolze 2200 Euro. Wer so viel Geld für ein Notebook ausgibt, muss wissen, was er da tut - für anspruchsvolles Gaming und rechenintensive Arbeiten wie Videoschnitt ist das Folio sicher nicht der beste Kandidat. Dafür ist es flach, ausdauernd, vielseitig und hochwertig - und mit seinem Ledergehäuse ist es in jedem Fall ein echter Blickfang.   

Quelle: n-tv.de

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