Technik

Virus-Alarm"Homepage"-Virus schickt User auf Porno-Seiten

09.05.2001, 18:05 Uhr

Ein Computervirus treibt weltweit und rasend schnell sein Unwesen: Der so genannte "Homepage"-Virus hat auch vor Deutschland nicht halt gemacht.

Ein Computervirus treibt weltweit und rasend schnell sein Unwesen: Der so genannte "Homepage"-Virus hat auch vor Deutschland nicht halt gemacht. Bislang gelten Australien und Neuseeland als am stärksten betroffene Region. Dort fand gerade eine Abgeordnetenfeier zu Ehren des 100. Geburtstag zur ersten Sitzung des australischen Parlaments statt, als das Virus "eintraf" und sich mit großer Geschwindigkeit ausbreiten konnte. Auch in Großbritannien soll "Homepage" gewütet haben: Um die 40 Unternehmen-Netzwerke melden den "Befall ".

Wird die E-Mail geöffnet, versendet sie sich automatisch an alle Personen im Adressbuch des E-Mail-Programms. Dabei löscht sie die "Infektionsmail", um ihren eigenen Ursprung zu verschleiern. Auf den Bildschirmen der betroffenen Computer erscheinen dann zufällig ausgesuchte pornografische Web-Seiten, sobald man sich ins Internet einklicken möchten. Weiteren Schaden nimmt das Virus nicht an.

Woher der Computervirus stammte, war zunächst nicht klar. Ein Hersteller von Antivirensoftware, Trend Micro, berichtete, der im hinlänglich bekannten Muster geschriebene Virus sei das erste Mal in den USA aufgetreten, scheine sich aber dort nicht weiter verbreitet zu haben. Deshalb trauten die Virenschutz-Experten dem Virus auch nicht viel zu.

"Es überrascht mich schon sehr", sagte Raimund Genes von Trend Micro in einem Interview mit der BBC, "das es immer noch Leute gibt, die sich mit einem VBS-Skript infizieren lassen. Das deutet darauf hin, dass Virenschutz im großen Ganzen immer noch nicht ernst genug genommen wird".

Graham Cluley vom Virenschutz-Softwareunternehmen Sophos äußerte sich verwundert darüber, dass Firmen nicht einfach die Ausführung von VBS-Skripten unterbinden. Dazu gehört nicht mehr als eine Änderung der Grundeinstellungen in Windows.